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Schmetterlingsbrut sammeln und Bäume pflanzen

Schmetterlingsbrut sammeln und Bäume pflanzen

Knapp 30 Grad Celsius im Schatten, viel Regen und eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit - so lautet die Wettervorhersage für die 9500 Kilometer von Deutschland entfernten Stadt La Fortuna in Costa Rica.

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Die Baumschule gehört mit zu Eva Lorenz' hauptsächlichen Aufgabenbereichen. Setzlinge werden in mit Erde gefüllten Tüten herangezogen.

Quelle: privat

Eilenburg/La Fortuna. Dorthin hat es seit gut einem Vierteljahr Eva Lorenz verschlagen. Die Eilenburgerin leistet im "Ecocentro Danaus", einem Park in der Nähe der Kleinstadt, für ein Jahr lang ihren entwicklungspolitischen Freiwilligendienst. Wenn Eva Lorenz wieder zurück ist, möchte sie noch in andere Länder reisen und dann Geografie studieren.

Stellt sich die Frage: Warum Costa Rica? - Evas Antwort ist kurz und plausibel: "Nachdem ich im März vergangenen Jahres an einem Schüleraustausch in die USA teilnahm, wusste ich, dass ich nach dem Abitur am Martin-Rinckart-Gymnasium nicht sofort studieren wollte, sondern erst einmal etwas von der Welt sehen will." Sie machte sich im Internet schlau und stieß auf den Tier- und Naturschutzverein "First Aid for Wonderful Nature" (F.A.W.N.), ansässig in Forst in der Laußitz. Der Verein ist seit drei Jahren von "weltwärts", dem Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, als Entsendeorganisation für den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst anerkannt. Sein Ziel besteht darin, Wildreservate und Naturparks mit gezielten Projekten und Aktionen zu unterstützen. Dazu gehören auch Auslandsaufenthalte von Freiwilligen, die vor Ort Hilfe leisten. Diese Idee gefiel Eva Lorenz. Sie bewarb sich und wurde nach dem Auswahlverfahren zusammen mit einer jungen Brandenburgerin, die ebenfalls gerade ihr Abi in der Tasche hatte, angenommen. Am 1. August saßen beide im Flieger, der sie auf die andere Seite des Erdballs brachte.

Der Ecocentro-Danaus-Park war vor 14 Jahren noch Brachland, bis das Terrain von den heutigen Besitzern gekauft und bepflanzt wurde. Der Natur wurde dann freien Lauf gelassen. So entstand eine üppige Vegetation, in der auch wildlebende Tiere wieder einen sicheren Unterschlupf fanden, unter anderem Schlangen, Faultiere und zahlreiche Vogelarten. Das Ecocentro wird nicht nur als hervorragendes Beispiel für den wiederaufgeforsteten Regenwald anerkannt, sondern ist gleichzeitig auch in Sachen des Schutzes gefährdeter Spezies aktiv. So gibt es eine Froschaufzuchtstation - speziell für den Rotaugenlaubfrosch, dem Wahrzeichen Costa Ricas -, ein Schmetterlingshaus mit zahlreichen vom Aussterben bedrohten Arten, wie dem blauen Morphofalter, und eine Baumschule. Denn selbst einige Pflanzenarten verlieren zunehmend an Bestand.  

Das Schmetterlingshaus und die Baumschule gehören nun zu Evas Hauptaufgaben-Bereichen. "Täglich setze ich die frisch geschlüpften Larven und Schmetterlinge in ihr Terrain, versorge diese und die älteren Tiere mit neuer Nahrung, suche nach Schmetterlingseiern und richte die Terrains für die Touristen her." In der Baumschule wiederum hat sie Erde zu sieben, Samen und Erde in kleine Beutel zu füllen, diese Samen und bereits herangewachsene Bäumchen zu wässern sowie bei Gelegenheit die Bäume gemeinsam mit Schulklassen einzupflanzen. Klingt nach einem einsamen Job, aber dem ist nicht so: "Soziale Kontakte werden an der Rezeption gepflegt", berichtet Eva, "an der ich hin und wieder, vor allem mit deutschen Touristen, ins Gespräch komme." Die beiden jungen Frauen aus Deutschland kommen auch mal raus aus dem Park. So am 15. September, als im ganzen Land der Unabhängigkeitstag Costa Ricas gefeiert wurde. "Höhepunkt war der Festumzug - ähnlich wie bei unserer 1050-Jahr-Feier in Eilenburg." Fanfarenzüge, Akrobatik- und Tanzgruppen, darüber hinaus viele Festwagen gab es zu bestaunen. "Geschlagene vier Stunden harrten wir in sengender Hitze aus. Es hat sich in jedem Fall gelohnt."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.11.2013
Bechert, Andreas

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