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Eilenburg Schnelles Internet: Gemeinde Doberschütz will als Modell-Kommune punkten
Region Eilenburg Schnelles Internet: Gemeinde Doberschütz will als Modell-Kommune punkten
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08:20 19.04.2017
Solche Glasfaserkabel sollen künftig allen Haushalte in Doberschütz das schnelle Internet bringen. Quelle: dpa
Doberschütz

Das ganz große Los zieht man nicht alle Tage. Doch auf die Gemeinde Doberschütz fiel in Sachen Breitband der Sechser im Lotto. So schätzt es zumindest Bürgermeister Roland Märtz (CDU) ein. Die Gemeinde müsse ihn nun allerdings noch abholen.

Doberschütz ist Pilotgemeinde

Doch der Reihe nach. Doberschütz hat die Chance, als nur eine von sechs Pilotgemeinden in Sachsen bis 2018/2019 in allen Haushalten eine schnelle, auf Glasfaser basierende Internetverbindung mit bis zu 500 Mbit/ Sekunde zu bekommen. Unternehmen können mit den erhofften Gigaleitungen rechnen. Auch das noch immer zu weiten Teilen leerstehende Gewerbegebiet Sprotta-Paschwitz bekäme damit einen völlig neuen Impuls. Doberschütz würde damit den derzeit auch vom Bund massiv vorangetriebenen Internetausbau, bei dem selbst 50 Mbit/Sekunde wohl nicht so schnell und vor allem nicht überall beim Hoch- wie Runterladen von Daten aus dem Internet anliegen werden, weit abhängen.

Glasfaser-Hauptkabel liegt vor der Haustür

Ermöglichen möchte dies ein aus Borken in Nordrhein-Westfalen stammendes Unternehmen, die Deutsche Glasfaser. Ralf Pütz, Referent des Geschäftsführers, erläuterte das Vorhaben unlängst im Gemeinderat. Danach möchte das privatwirtschaftlich arbeitende Unternehmen, das bisher vor allem in ländlichen Regionen in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Bayern, Niedersachsen und zuletzt auch in Mecklenburg-Vorpommern 250 000 Anschlüsse schaffte, nun auch in Sachsen aktiv werden. Dass es dabei Doberschütz als Pilotgemeinde auserkor, hat auch damit zu tun, dass ein Backbone, also ein Glasfaser-Hauptkabel von Envia tel, mit der Deutsche Glasfaser kooperiert, in Eilenburg-Ost quasi vor der Nase anliegt.

Kooperationsvertrag soll im Juni unterzeichnet werden

Doch bevor die ersten Glasfaserkabel von Sprotta-Siedlung aus weiter gen Osten gezogen werden, steht die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages mit der Gemeinde. „Ich hoffe, dass wir bis Mitte Juni alle Details ausgehandelt haben und der Vertrag im Gemeinderat beschlossen werden kann“, sagte der Doberschützer Bürgermeister Roland Märtz (CDU). Die weitere Terminkette wäre dann: Das Erreichen einer Nachfrageakzeptanz in jedem Ortsteil von mindestens 40 Prozent, Festlegen der Trassenverläufe, Genehmigungseinholung, Bau.

Vier von zehn Haushalten müssen mitmachen

„Bisher haben wir die 40 Prozent Nachfrageakzeptanz, die wir zum Erreichen der Wirtschaftlichkeit brauchen, überall geschafft“, so Ralf Pütz. Die Deutsche Glasfaser punktet dabei nicht nur mit den glasfaserbedingten Vorzügen, sondern auch mit wettbewerbstauglichen Preisen. So kosten der 100-, 200- oder 500-Mbit-Anschluss im ersten Jahr 25 Euro im Monat, danach 45, 50 beziehungsweise 80 Euro. Damit ist Telefon und Internet bezahlt. Für Fernsehen in HD und SD-Qualität kommen, falls gewünscht, 15 Euro pro Monat dazu. „Der an sich 750 Euro teure Anschluss ist in der ersten Ausbauphase kostenfrei“, zählte Pütz einen weiteren wichtigen Vorteil auf. Außerdem würde sein Unternehmen dafür sorgen, dass dem Neukunden bei einem Anbieterwechsel keinerlei Nachteile entstehen.

Dass die Doberschützer die Chance ergreifen und sich den „Hauptgewinn“ mit einer 40-prozentigen Nachfrageakzeptant auch abholen, diesbezüglich zeigt sich Märtz optimistisch: „Ich rechne damit, dass Sprotta-Siedlung bereits bis Ende dieses Jahres das schnelle Internet hat. 2018 und 2019 sollten wir dann in unserer Gemeinde zu 100 Prozent ans schnelle Internet angeschlossen sein.“

Von Ilka Fischer

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