Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Eilenburg Schutzbunker in Eilenburg entdeckt
Region Eilenburg Schutzbunker in Eilenburg entdeckt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:00 28.08.2012
Quelle: Nico Fliegner
Anzeige
Eilenburg

Gestern Morgen haben Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr diesen mit Spezialtechnik geöffnet. Ein Löschfahrzeug blockiert die Franz-Mehring-Straße in Eilenburg, Kameraden legen Atemschutzmasken an, Bewohner beobachten das Treiben von ihren Balkonen aus: Minuten später klettern zwei Kameraden eine Alu-Leiter hinab, greifen zum Spreizer und öffnen eine verrostete Tür, jene, die zu einem Bunker führt. Karsten Fischer und sein Team von den Eilenburger Stadtwerken, die dort eine neue Stromtrasse verlegen wollten, haben die Anlage am Montag bei Schachtarbeiten entdeckt. Die müssen nun erst einmal ruhen. „Wir wussten natürlich, dass sich hier ein Luftschutzbunker befindet", sagt Wolfgang Stein vom Museumsverein. Mit großem Interesse verfolgt der 74-Jährige das Geschehen. Es dauert nur wenige Sekunden, dann steht die alte Tür offen. Es riecht etwas modrig, berichten die Einsatzkräfte. Mit Atemschutzmasken begeben sich dann Steffen Prause und Max Kneiß in den Bunker, tasten sich mit Taschenlampen Schritt für Schritt vor, messen den Kohlenmonoxid- und Kohlendioxid-Gehalt. Schließlich könnten sich gefährliche Gase in dem unterirdischen Reich gebildet haben. Doch die Entwarnung kommt: alles im grünen Bereich. Später kommt ein Lüfter zum Einsatz, bläst minutenlang Frischluft in die Anlage, die ein 1,50 Meter breit, etwa 14 Meter lang ist und eine Höhe von 1,70 Meter hat. Sie ist vollständig betoniert, leicht verzweigt und führt entlang der Wohnblöcke in Richtung Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße, wo sie endet. Der Bunker ist leer. Geschichts-Fan Stein weiß, dass es sich um einen Schutzbunker handelt. Unklar ist indes, ob dieser im Zweiten Weltkrieg dem Schutz der Anwohner gedient hat oder für die gegenüberliegende Schule – die heutige Dr.-Belian-Schule – errichtet wurde, in der im Dritten Reich Lehrer eine militärische Ausbildung erhielten. „Das müssen wir jetzt erforschen", sagt der Rentner, denn Unterlagen gebe es nicht mehr. Für die Stadtwerke ist die Anlage jedenfalls problematisch. „Wir können jetzt die Stromtrasse nicht so verlegen, wie geplant", sagt Karsten Fischer. Oberbürgermeister Hubertus Wacker (parteilos) erklärt, dass in den nächsten Tagen entschieden werde, wie weiter verfahren wird. Nach ersten Überlegungen soll der Bunker erhalten, der Zugang jedoch betoniert werden.

Nico Fliegner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Volleyball-Jugend bridgt die letzten Bälle übers Netz, während im Festzelt die jüngsten Dorfbewohner ihren Auftritt haben. Sprotta, das kleine Dorf am Rand der Dübener Heide, feierte am Wochenende groß – und das lockte auf den Festplatz.

26.08.2012

[gallery:500-1790248344001-LVZ] Zschepplin. Bei einem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 107 zwischen Zschepplin und Hohenprießnitz ist eine 28-jährige Autofahrerin am Donnerstagnachmittag ums Leben gekommen.

16.08.2012

[image:phpVILzue20120815102315.jpg]

Eilenburg. Rund eine Million Euro kann der Versorgungsverband Eilenburg-Wurzen (VEW) im kommenden Jahr investieren. In diesem Jahr stehen 1,5 Millionen Euro auf dieser Liste.

15.08.2012
Anzeige