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Schutzbunker in Eilenburg entdeckt

Schutzbunker in Eilenburg entdeckt

Ein Relikt aus der Nazi-Zeit haben Mitarbeiter der Stadtwerke bei Schachtarbeiten in Eilenburg entdeckt. In der Nähe des Bürgerhauses sind sie auf einen Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen.

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Quelle: Nico Fliegner

Eilenburg. Gestern Morgen haben Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr diesen mit Spezialtechnik geöffnet. Ein Löschfahrzeug blockiert die Franz-Mehring-Straße in Eilenburg, Kameraden legen Atemschutzmasken an, Bewohner beobachten das Treiben von ihren Balkonen aus: Minuten später klettern zwei Kameraden eine Alu-Leiter hinab, greifen zum Spreizer und öffnen eine verrostete Tür, jene, die zu einem Bunker führt. Karsten Fischer und sein Team von den Eilenburger Stadtwerken, die dort eine neue Stromtrasse verlegen wollten, haben die Anlage am Montag bei Schachtarbeiten entdeckt. Die müssen nun erst einmal ruhen. „Wir wussten natürlich, dass sich hier ein Luftschutzbunker befindet", sagt Wolfgang Stein vom Museumsverein. Mit großem Interesse verfolgt der 74-Jährige das Geschehen. Es dauert nur wenige Sekunden, dann steht die alte Tür offen. Es riecht etwas modrig, berichten die Einsatzkräfte. Mit Atemschutzmasken begeben sich dann Steffen Prause und Max Kneiß in den Bunker, tasten sich mit Taschenlampen Schritt für Schritt vor, messen den Kohlenmonoxid- und Kohlendioxid-Gehalt. Schließlich könnten sich gefährliche Gase in dem unterirdischen Reich gebildet haben. Doch die Entwarnung kommt: alles im grünen Bereich. Später kommt ein Lüfter zum Einsatz, bläst minutenlang Frischluft in die Anlage, die ein 1,50 Meter breit, etwa 14 Meter lang ist und eine Höhe von 1,70 Meter hat. Sie ist vollständig betoniert, leicht verzweigt und führt entlang der Wohnblöcke in Richtung Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße, wo sie endet. Der Bunker ist leer. Geschichts-Fan Stein weiß, dass es sich um einen Schutzbunker handelt. Unklar ist indes, ob dieser im Zweiten Weltkrieg dem Schutz der Anwohner gedient hat oder für die gegenüberliegende Schule – die heutige Dr.-Belian-Schule – errichtet wurde, in der im Dritten Reich Lehrer eine militärische Ausbildung erhielten. „Das müssen wir jetzt erforschen", sagt der Rentner, denn Unterlagen gebe es nicht mehr. Für die Stadtwerke ist die Anlage jedenfalls problematisch. „Wir können jetzt die Stromtrasse nicht so verlegen, wie geplant", sagt Karsten Fischer. Oberbürgermeister Hubertus Wacker (parteilos) erklärt, dass in den nächsten Tagen entschieden werde, wie weiter verfahren wird. Nach ersten Überlegungen soll der Bunker erhalten, der Zugang jedoch betoniert werden.

Nico Fliegner

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