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Eilenburg Seines eigenen Glückes Schmied
Region Eilenburg Seines eigenen Glückes Schmied
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10:33 31.12.2012
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Eilenburg

Dass er dafür einen Meisterabschluss als Schornsteinfeger in der Tasche hat, hilft ihm dabei. Und die EU, die, wie berichtet, jüngst das europäische Schornsteinfegerwesen liberalisiert und das staatlich verordnete Monopol von Bezirksschornsteinfegern abgeschafft hat. Was heißt: Ab Januar können Hausbesitzer selbst entscheiden, welcher Fachmann ihnen aufs Dach steigt. Sie haben zwar, sollten sie sich vom nach wie vor für bestimmte Dinge zuständigen Kehrbezirks-Chef verabschieden, etwas mehr Bürokratie an der Backe. Aber auch Handwerker ohne Kehrbezirk bekommen eine Chance. Und davon kann der 34-jährige Köditz profitieren. „Ab Januar mache ich mich selbstständig und bin dann mein eigener Herr", verkündet der Eilenburger nicht ohne Stolz. In seinem Häuschen am Stadtpark hat er schon ein eigenes Büro eingerichtet und potenzielle Kundschaft von seinen Plänen unterrichtet. „Die Resonanz war bislang besser als erwartet", freut sich der gestandene Schornsteinfeger-Nachwuchs, für den sein Job auch „Vertrauenssache" ist. Selbst zwischen den Feiertagen zum Jahreswechsel war der jungen Mann viel auf Achse. Nicht nur, um sein Alltagsgeschäft zu erledigen. „Auch, weil es zu den neuen gesetzlichen Regelungen der Europäischen Union für die Branche noch Unsicherheiten bei den Hausbesitzern gibt und vieles zu erklären ist." Denn in puncto vorschriftsmäßig funktionierender Heizungsanlagen haben Eigentümer nach wie vor einiges zu beachten. Und darauf hat der Staat in Form des sogenannten Bezirks-Bevollmächtigten ein waches Auge. Sonst droht dem Heizungsbesitzer ein Bußgeld (wir berichteten). Freddy Köditz sieht in der Öffnung des Marktes in diesem Bereich aber auch eine Chance, trotz weiterhin gültiger Gebührenordnungen bestimmte Leistungen für den Verbraucher günstiger gestalten zu können. „Da ist in der Branche schon eine Art Konkurrenz zu beobachten", hat der junge Meister bereits erfahren. Zum Beruf eines Schornsteinfegers kam Köditz eher zufällig, wie er sagt. Anfangs habe er in diesem Bereich mal auf Probe gearbeitet. „Und das hat mir gut gefallen." In der schwarzen Kluft, die besonders zum Jahreswechsel als Glücksbringer so beliebt ist, sei er inzwischen wieder öfter unterwegs als früher. „Als Alternative zu Öl und Gas heizen die Leute aus Kostengründen wieder mehr mit alternativen Brennstoffen wie Holz und Kohle, was bei unseren Wartungsarbeiten entsprechende Kleidung erfordert. Und er genießt es schließlich auch, räumt er ein, wenn die Leute an seinen Knöpfen drehen oder sich mit Ruß schwärzen lassen und dazu sagen: „Eins, zwei, drei, vier, Glück gehört mir." Und während so einige dabei an einen Lottogewinn denken würden, hat für FreddyKöditz Glück nicht in erster Linie etwas mit Geld zu tun, wie er versichert. „Glück ist für mich, wenn nichts Schlechtes passiert. Wenn die Familie, Freunde, wenn ich gesund bleibe." Zufriedene Kunden gehören für den jungen Schornsteinfegermeister natürlich auch dazu. „Viel mehr brauche ich nicht zu meinem Glück. Vielleicht noch ein bisschen Anerkennung für meine Arbeit und etwas Freundlichkeit." Mit seiner Frau, dem Söhnchen und Freunden wird FreddyKöditz in seinem Häuschen im kleinen Kreis ins neue Jahr feiern und sich dann wieder seinem Geschäft widmen.

Karin Rieck

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