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Eilenburg „Sie hat ein gutes Herz“: Eilenburgerin kümmert sich um bedürftige Menschen
Region Eilenburg „Sie hat ein gutes Herz“: Eilenburgerin kümmert sich um bedürftige Menschen
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14:00 29.02.2016
Monika Neumann-Wächtler (Dritte von links) organisiert seit vielen Jahren in ihrer kleinen Lokalität in der Torgauer Straße kleine Feste für behinderte, alleinstehende und arme Menschen. Quelle: Steffen Brost
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Eilenburg

„Monika Neumann-Wächtler hat ein gutes Herz.“ Das sagt Dietmar Vieweg. Der 56-Jährige wird seit vielen Jahren von der Eilenburger Lebenshilfe betreut. In seiner Freizeit sind er und seine Mitbewohner immer wieder in Monis kleiner Oase in der Torgauer Straße in Eilenburg zu Gast. Auch dieser Tage lud die 73-Jährige zu einem geselligen Nachmittag ein. „Ich tue gern etwas für behinderte, alleinstehenden und arme Menschen. Wer mich kennt, weiß das. Wir treffen uns, tanzen, machen Gesellschaftsspiele, reden und essen miteinander“, erzählt die Rentnerin.

Ihr Geschäft ist auch heute noch Dienstag und Freitag offen. Doch viel Betrieb ist nicht mehr. „Wer kommt, klingelt. Alle wissen, dass ich an diesen Tagen immer da bin. Aber es lohnt sich eigentlich nicht mehr“, so Neumann-Wächtler. Seit 1986 ist sie im Geschäft, eröffnete damals ein Lokal in der Schlossaue. Später dann die kleine Oase in der Innenstadt. Seitdem lädt sie immer wieder Bedürftige ein, bewirtet sie und gestaltet ein paar schöne Stunden für sie. Auch alljährlich an Heiligabend stehen ihre Türen auf. Sie hatte noch nie ein Weihnachtsfest nur in Familie. An diesem Tag kocht sie für die bedürftigen und alleinlebenden Menschen in Eilenburg. So auch im vergangenen Jahr. „Wir haben uns Nachmittag getroffen und den Weihnachtsabend miteinander verbracht. Es waren diesmal aber nur fünf Leute da. Deswegen war noch etwas Geld übrig und so konnte ich jetzt noch einmal zu einem kleinen Frühlingsfest einladen“, sagte die engagierte Rentnerein.

Unterstützung bekomme sie nicht viel. Fast alles zahlt sie aus eigener Tasche. Nur hin und wieder stecken ihr Eilenburger den einen oder anderen Schein zur Finanzierung ihrer kleinen Feste zu. Und so trafen sich jetzt zwölf Frauen und Männer, die meisten aus der Lebenshilfe, in der kleinen Oase. „Wir haben getanzt und viel gelacht. Wir sind froh, dass wir mal rauskommen und ein paar schöne Stunden haben. Wir wurden sogar abgeholt und wieder nach Hause gebracht. Moni ist schon ein kleiner Engel“, weiß Dietmar Vieweg.

Doch die 73-Jährige denkt so langsam ans Aufhören. Zum Eilenburger Stadtfest im Juni soll sich die kleine Oase zum letzten mal öffnen. „Es ist die Zeit gekommen. Nur an Weihnachten werde ich mein Haus dann noch für alleinstehenden und bedürftige Menschen aufschließen. Das mache ich noch so lange wie ich lebe. Denn ich wünsche mir, dass sich niemand, der alleine ist, verstecken muss und ich helfe dabei gern“, so Neumann-Wächtler.

Von Steffen Brost

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