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Eilenburg Skispringer-Legende Jens Weißflog trifft auf seine Fans in Eilenburg
Region Eilenburg Skispringer-Legende Jens Weißflog trifft auf seine Fans in Eilenburg
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16:40 13.11.2017
Hans-Joachim Schördling sammelt Olympiabücher. Jetzt bekam der Mörtitzer endlich das Autogramm von Jens Weißflog unter das Foto vom Olympiasieg 1984 in Sarajevo. Quelle: Steffen Brost
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Eilenburg

Drei spannende Diavorträge erlebten rund 300 begeisterte Zuschauer im Eilenburger Bürgerhaus. Roland Kock berichtete am Sonntag über seine 3500 Kilometer lange Fahrradtour durch den Südwesten der USA, Katja und Waldemar Piontek erzählten über ihre Tour um die Erdkugel mit ihren beiden Kindern und den Abschluss bildete der zweifache Olympiasieger im Skispringen Jens Weißflog mit der Geschichte seines Lebens.

Jens Weißflogs Karriere

Der Floh vom Fichtelberg, wie ihn damals viele bezeichneten, ist auch in der Muldestadt kein Unbekannter. Vor allem bei den Skispringern des hiesigen SV Lok Eilenburg. Denn 1998 holte ihn der ehemalige Landrat Michael Czupalla in den Förderkreis für den Neubau der Skispringschanze. „So oft wie damals bin ich nicht mehr in Eilenburg. Man trifft sich mal und hält mal einen kurzen Schwatz. Natürlich verfolge ich das Geschehen der Eilenburger Sportler. Aktuell haben sie ja mit Martin Hamann wieder einen guten Springer in der Spitze. Und wer weiß, vielleicht wird es ja auch mal ein Olympiasieger“, sagte Weißflog.

Im erzgebirgischen Pöhla machte er mit sechs Jahren die ersten Versuche auf einer selbstgebauten Schanze. Später trainierte er Nordische Kombination, ein Mix aus Skispringen und Langlauf. Erst mit 14 kam er zu den Spezialspringern und gewann in den darauffolgenden Jahren alle wichtigen Medaillen. Er war mehrfacher Weltmeister und gewann 1984 in Sarajevo und 1994 Lillehammer die Goldmedaille. Vor allem das Gold von Sarajevo war für den damals 19-Jährigen ein unvergesslicher Moment. „Dann kam die Wende. Für uns eine spannende Zeit. Auch im Skispringen. Ich musste mir den neuen V-Stil antrainieren. Auch wenn ich mich anfangs schwer tat, musste ich das umstellen, um weiter erfolgreich sein zu wollen. Es war auch eine harte Zeit“, blickte Weißflog zurück.

Weißflog ist heute erfolgreicher Hotelier

Zehn Jahre nach Sarajevo gewann er in Lillehammer das zweite Olympiagold. Diesmal unter der Flagge von Deutschland. 1996 hängt er seinen Sport an den Nagel. Er wird nicht Trainer, sondern entscheidet sich für eine Laufbahn als Hotelier. Und plötzlich drehte es sich nicht mehr um Kraft, Kondition und Sprünge, sondern um Notarverträge, Steuern und Belegungspläne. „Das musste ich mir auch alles nach und nach aneignen“, erzählte Weißflog.

Bis heute ist er erfolgreicher Hotelier in Oberwiesenthal. An den Wänden erinnern dutzende Fotos, Startnummern und Pokale an die erfolgreiche Sportlerkarriere. „Eine ganz tolle Karriere“, lobte Hans-Joachim Schördling nach dem Vortrag. Der Mörtitzer sammelt Olympiabücher und bekam bei der anschließenden Autogrammstunde endlich das lang ersehnte Autogramm unter das Skisprungfoto von 1984.

Eilenburgs Skispringer-Nachwuchs

Auch die Eilenburger Skispringer ließen sich das Treffen von Jens Weißflog nicht entgehen. Bodo Dotzauer, Swen Lengwenus, Karsten Wießner sowie die Nachwuchsspringer Oliver und Fabian Wießner wollten hautnah den Olympiasieger sehen. Obwohl Papa Karsten Wießner früher selbst mit Jens Weißflog in der Nationalmannschaft unterwegs war, war es für seine Sprösslinge ein besonderes Erlebnis. „Meine beiden Söhne springen bei Bodo Dotzauer und kamen schon auf respektable Weiten. Fabian flog auf einer 70-Meter-Schanze schon 64 Meter und Oliver 25 Meter“, erzählte Wießner. Zum Ende des Vortrages gab es dann noch ein gemeinsames Gruppenfoto für die Eilenburger Vereinschronik.

Von Steffen Brost

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