Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 1 ° wolkig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
So berichten andere Medien über Eilenburgs frechen Werbe-Slogan

Wohnkampagne So berichten andere Medien über Eilenburgs frechen Werbe-Slogan

„Lieblingsstadt Eilenburg – Das Beste an Leipzig“ – dieser Slogan spaltet die Nation. Während bei einer Straßenumfrage die Eilenburger überwiegend positiv reagierten, gab es auf einer LVZ-Umfrage im Internet viele kritische Stimmen. Aber berichteten andere Medien über die neue Kampagne der Stadt, mit der sie neue Einwohner gewinnen will?

Eilenburg will mit einer Wohnstandortkampagne neue Einwohner gewinnen. ein frecher Slogan soll neugierig auf die Stadt machen.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Der neue Slogan „Lieblingsstadt Eilenburg – Das Beste an Leipzig“, mit dem im Rahmen der neuer Wohnstandortkampagne geworben wird, polarisiert. Während bei einer Straßenumfrage die Eilenburger überwiegend positiv reagierten, gab es auf einer LVZ-Umfrage im Internet viele kritische Stimmen. Wir haben mal recherchiert, wie andere Medien über die „Lieblingsstadt Eilenburg – Das Beste an Leipzig“ berichten.

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) bemerkt spöttisch: „Auf der Suche nach seinen Vorzügen hat das kleine Eilenburg das große Leipzig entdeckt.“ Diesem Urteil schließen sich Freie Presse, Focus Online und Bild.de an.

Radio SAW, ein privater Radiosender aus Sachsen-Anhalt, analysiert: „Das Beste an Leipzig“ ist – die Stadt Eilenburg am Rande der Dübener Heide, zumindest sagt das der neue Slogan [...]“. MDR Sachsen, Welt.de und Radio Leipzig beschränken sich rein auf die Verbreitung der dpa-Meldung.

Ausführlicher kommentiert Charlotte Schulze vom Radiosender mephisto 97,6 in ihrer Wochenkolumne. Die Studentin ist zwar selbst noch nie in Eilenburg gewesen, schlägt aber statt „Eilenburg – Das Beste an Leipzig“ den Slogan „Eilenburg – der Pilotfisch an Leipzig“ vor. Dazu hat sie in ihrem Internetbeitrag ein zehnminütiges Video verlinkt, das kleine Fische zeigt, die sich permanent im Windschatten von größeren Kalibern aufhalten. Das soll das Verhältnis zwischen Leipzig, dem Karpfen, und Eilenburg, dem Goldfisch, verdeutlichen. Kolumnistin Schulze appelliert dennoch, Eilenburg diesen Spruch nicht krumm zu nehmen, denn es sei ganz verständlich, dass die Große Kreisstadt auf der Erfolgswelle von Boomtown Leipzig mitschwimmen wolle – obwohl sie nicht einmal zum Landkreis Leipzig gehöre. Es sei ohnehin schwierig für Eilenburg, dass zum Beispiel der Suchvorschlag „Eilenburg wo liegt das“ auf Google 360 000 Treffer liefere, weil das zeige, wie wenig Menschen den Weg dorthin kennen würden, gibt Schulze zu bedenken.

Die Leipziger-Internetzeitung (L-IZ) hebt hingegen hervor: „Das ist frech. Richtig frech – und deshalb auch richtig gut, was die kleine Stadt Eilenburg an der Mulde da anstellt.“ 2014, als die Einwohnerzahl in Eilenburg weiter von 15 487 auf 15 392 sank, habe die Stadt ihre Anbindung ans Mitteldeutsche S-Bahn-Netz noch nicht ausspielen können, so die L-IZ. Aber die Nähe zu Leipzig, das mittlerweile aus allen Nähten zu platzen drohe, bringe alle Städte mit direktem S-Bahn-Anschluss natürlich in eine komfortable Position. „Das muss man nutzen und bewerben“, hält die L-IZ begeistert fest.

„Wir sind zufrieden mit dem Start der Kampagne“, teilt der Eilenburger Stadtsprecher Heiko Leihe mit. Wie groß die Reichweite der klassischen Pressekanäle und der Internet-Community sei, kann er noch nicht einschätzen. „Wir waren positiv überrascht und ein Stück weit bestätigt, dass die Aufmerksamkeit eingetreten ist, die wir beabsichtigt hatten“, äußert er. Die Slogan-Kampagne habe den Bekanntheitsgrad rasch erweitert, was Leihe als Domino-Effekt bezeichnet.

Durch die Mischform aus Immobilien- und Werbekampagne hätten sich neue Firmen- und Pressekontakte ergeben. Die Sächsische Zeitung und MDR hätten zum Beispiel kurz danach über das Trockenbootrennen in Eilenburg berichtet. Auch beim Leipziger Immobiliengespräch wurde zum ersten Mal Eilenburg als Wohnland des Leipziger Umlands erwähnt, so Leihe stolz.

„Die Polarisierung war beabsichtigt. Auch Zweifler und Skeptiker sehen wir positiv“, resümiert er. Wichtig sei nun, vor allem durch den Slogan Zuzügler anzulocken. „Der Köder muss ja dem Fisch, und nicht dem Angler schmecken“, kontert er. Schulze, Focus und Co. haben jedenfalls vorerst angebissen.

Von Melanie Steitz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Eilenburg
  • Geld für Vereine der Region
    Mikrologo Angestust

    Die aktuelle Förderrunde der Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig ist beendet. Hier das Ergebnis! mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest
    Logo LVZ-Fahrradfest

    LVZ-Fahrradfest 2016: Sehen Sie hier einen Rückblick mit vielen Fotos von allen Starts, Videos und mehr. mehr

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus den Städten und Gemeinden. mehr

Fußball in Nordsachsen
  • Fußball in Nordsachsen
  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Titanic-Panorama im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr