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Eilenburg So berichten andere Medien über Eilenburgs frechen Werbe-Slogan
Region Eilenburg So berichten andere Medien über Eilenburgs frechen Werbe-Slogan
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08:00 18.06.2016
Eilenburgs Slogan für die Wohnstandortkampagne. Quelle: Stadt Eilenburg
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Eilenburg

Der neue Slogan „Lieblingsstadt Eilenburg – Das Beste an Leipzig“, mit dem im Rahmen der neuer Wohnstandortkampagne geworben wird, polarisiert. Während bei einer Straßenumfrage die Eilenburger überwiegend positiv reagierten, gab es auf einer LVZ-Umfrage im Internet viele kritische Stimmen. Wir haben mal recherchiert, wie andere Medien über die „Lieblingsstadt Eilenburg – Das Beste an Leipzig“ berichten.

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) bemerkt spöttisch: „Auf der Suche nach seinen Vorzügen hat das kleine Eilenburg das große Leipzig entdeckt.“ Diesem Urteil schließen sich Freie Presse, Focus Online und Bild.de an.

Radio SAW, ein privater Radiosender aus Sachsen-Anhalt, analysiert: „Das Beste an Leipzig“ ist – die Stadt Eilenburg am Rande der Dübener Heide, zumindest sagt das der neue Slogan [...]“. MDR Sachsen, Welt.de und Radio Leipzig beschränken sich rein auf die Verbreitung der dpa-Meldung.

Ausführlicher kommentiert Charlotte Schulze vom Radiosender mephisto 97,6 in ihrer Wochenkolumne. Die Studentin ist zwar selbst noch nie in Eilenburg gewesen, schlägt aber statt „Eilenburg – Das Beste an Leipzig“ den Slogan „Eilenburg – der Pilotfisch an Leipzig“ vor. Dazu hat sie in ihrem Internetbeitrag ein zehnminütiges Video verlinkt, das kleine Fische zeigt, die sich permanent im Windschatten von größeren Kalibern aufhalten. Das soll das Verhältnis zwischen Leipzig, dem Karpfen, und Eilenburg, dem Goldfisch, verdeutlichen. Kolumnistin Schulze appelliert dennoch, Eilenburg diesen Spruch nicht krumm zu nehmen, denn es sei ganz verständlich, dass die Große Kreisstadt auf der Erfolgswelle von Boomtown Leipzig mitschwimmen wolle – obwohl sie nicht einmal zum Landkreis Leipzig gehöre. Es sei ohnehin schwierig für Eilenburg, dass zum Beispiel der Suchvorschlag „Eilenburg wo liegt das“ auf Google 360 000 Treffer liefere, weil das zeige, wie wenig Menschen den Weg dorthin kennen würden, gibt Schulze zu bedenken.

Die Leipziger-Internetzeitung (L-IZ) hebt hingegen hervor: „Das ist frech. Richtig frech – und deshalb auch richtig gut, was die kleine Stadt Eilenburg an der Mulde da anstellt.“ 2014, als die Einwohnerzahl in Eilenburg weiter von 15 487 auf 15 392 sank, habe die Stadt ihre Anbindung ans Mitteldeutsche S-Bahn-Netz noch nicht ausspielen können, so die L-IZ. Aber die Nähe zu Leipzig, das mittlerweile aus allen Nähten zu platzen drohe, bringe alle Städte mit direktem S-Bahn-Anschluss natürlich in eine komfortable Position. „Das muss man nutzen und bewerben“, hält die L-IZ begeistert fest.

„Wir sind zufrieden mit dem Start der Kampagne“, teilt der Eilenburger Stadtsprecher Heiko Leihe mit. Wie groß die Reichweite der klassischen Pressekanäle und der Internet-Community sei, kann er noch nicht einschätzen. „Wir waren positiv überrascht und ein Stück weit bestätigt, dass die Aufmerksamkeit eingetreten ist, die wir beabsichtigt hatten“, äußert er. Die Slogan-Kampagne habe den Bekanntheitsgrad rasch erweitert, was Leihe als Domino-Effekt bezeichnet.

Durch die Mischform aus Immobilien- und Werbekampagne hätten sich neue Firmen- und Pressekontakte ergeben. Die Sächsische Zeitung und MDR hätten zum Beispiel kurz danach über das Trockenbootrennen in Eilenburg berichtet. Auch beim Leipziger Immobiliengespräch wurde zum ersten Mal Eilenburg als Wohnland des Leipziger Umlands erwähnt, so Leihe stolz.

„Die Polarisierung war beabsichtigt. Auch Zweifler und Skeptiker sehen wir positiv“, resümiert er. Wichtig sei nun, vor allem durch den Slogan Zuzügler anzulocken. „Der Köder muss ja dem Fisch, und nicht dem Angler schmecken“, kontert er. Schulze, Focus und Co. haben jedenfalls vorerst angebissen.

Von Melanie Steitz

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