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Eilenburg So klappt es mit dem Naturschutz: Experten geben Agrarbetrieben in Nordsachsen Tipps
Region Eilenburg So klappt es mit dem Naturschutz: Experten geben Agrarbetrieben in Nordsachsen Tipps
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10:05 18.05.2016
Heike Weidt (links) bestimmt mit Christina Barofke auf einer Göritzer Wiese, welche Arten hier vorkommen. Quelle: Landschaftspflegeverband
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Eilenburg

Christina Barofke ist des Lobes voll. Die Göritzerin sieht in der Naturschutzberatung für Landwirte, die vom Landschaftspflegeverband (LPV) Nordwestsachsen angeboten wird, eine Win-win-Situation. „Ich kann mich als Landwirtin für den Naturschutz engagieren, ohne schwere wirtschaftliche Nachteile zu haben“, ist sie überzeugt. Und das sei auch bei ihren 60 Hektar Grünland mit dem fachkundlichen Rat von Heike Weidt ein ganzes Stück einfacher. „Sie hat das naturschutzfachliche Wissen, kennt die Region und kann vor allem auch die Interessenkonflikte der Landwirte nachvollziehen“, lobt sie.

Bei 50 Landwirten ist noch Platz nach oben

Christina Barofke ist eine von insgesamt 50 Landwirten, die die naturschutzfachliche Beratung von Heike Weidt beim Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen mit Sitz in Eilenburg in Anspruch genommen hat. „Seit März“, so erklärt die Mitarbeiterin beim LPV, gibt es hier das Nachfolgeprojekt, das ähnlich gelagert, aber nun Naturschutzqualifizierung heißt und bis 2019 läuft.“ Und für die würde Heike Weidt gern noch mehr der insgesamt etwa 250 Landwirte aus der Region gewinnen. Denn je mehr mitmachen, umso mehr lässt sich in Sachen naturschutzgerechte Grünlandpflege, Ackerbewirtschaftung und den Schutz von Artenvorkommen auf Betriebsflächen, zu denen auch Hecken, Feldgehölze und Wege gehören, erreichen.

„Es ist ohnehin EU-weit geregelt“, so die studierte Agraringenieurin, „dass Landwirte fünf Prozent ihrer Ackerflächen als ökologische Vorranggebiete ausweisen müssen. Doch das kann man nicht nur verschieden clever in den Betriebsablauf einbinden“, verrät die Badrinaerin. Neben der Pflicht könne sich nämlich auf weiteren Flächen auch die Kür lohnen, die finanziell vergütet wird. So seien beispielsweise die Bienen für Zwischenfruchtanbau, die Milane über die mehrmals im Jahr runter geschnittene Luzerne, Kiebitz, Rebhuhn und Feldlerchen als Bodenbrüter für Blühbrachen dankbar. „Bei Einhaltung bestimmter Kriterien muss das dank Förderung auch für den Landwirt kein Minusgeschäft sein“, ist Heike Weidt überzeugt.

Der Teufel steckt oft im Detail

Doch sie weiß auch: Der Teufel steckt oft im Detail, die Gegebenheiten vor Ort müssen genauso berücksichtigt werden wie die Möglichkeiten und Interessen des Landwirtes. Deshalb erfolgt die Beratung prinzipiell auch nicht im Eilenburger Büro, sondern vor Ort. Christina Barofke weiß das zu schätzen. So lasse sich eben beispielsweise besser klären, wo die Hecke, die zugleich auch noch vor dem starken Wind schützt, hinkommen soll.

Tel. Info: Die Beratung ist kostenlos. Landwirte, die ihren Betriebssitz im Altkreis Delitzsch (mit Eilenburg und Bad Düben) haben, können mit Heike Weidt, beim Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen, Dr. Belian-Straße 4, einen Termin vereinbaren. Der LPV hat montags bis donnerstags von 8 bis 16 und freitags von 8 bis13 Uhr Bürozeit. Die Telefonnummer ist die 03423/70973924. Per Mail ist Heike Weidt unter weidt@lpv.nordwestsachsen.de zu erreichen.

Tel. Für Landwirte aus der Region Torgau /Oschatz ist Cordula Volkmer vom LPV Torgau-Oschatz zuständig. Sie ist wochentags von 8 bis 16 Uhr (freitags nur bis 13 Uhr) unter Telefon 03421/7885026 zu erreichen. Per Mail geht es über die Adresse lpv.torgau-oschatz@t-online .de

Von Ilka Fischer

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