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So sieht's aus:Altes Gefängnis auf dem Eilenburger Burgberg wird wohnliche Heinzelberge

So sieht's aus:Altes Gefängnis auf dem Eilenburger Burgberg wird wohnliche Heinzelberge

Eilenburg. Schöne Aussichten für Eilenburg-Gäste? Was hat sich bisher hinter den Mauern des alten Gefängnisses getan, das auch den Anblick von der City gen Burgberg maßgeblich mitbestimmt? Schließlich soll es auf dem Weg zur "Heinzelberge" sein.

Seit Herbst laufen die Ausbau-Arbeiten zur Pension. Mittlerweile zeigt sich das Innere schon fast wohnlich. Immer mehr Haken können auf der Checkliste gesetzt werden, besonders fürs Obergeschoss: Parkett? Liegt. Fliesen in den Bädern, Wasch- tische, Duschen? Eingebaut. Lampen? Installiert.

Unterm Dach sind Fremdenzimmer entstanden, die den besten Blick über die Stadt bis in die Muldenaue bieten. Im Untergeschoss konnte in dieser Woche ebenfalls Parkett verlegt werden. Danach sind auch dort Heizung, Lüftungs- und Sanitäranlagen zu komplettieren. Im Treppenflur fehlen nur noch wenige, wenn auch wichtige Kleinigkeiten wie Brüstungsgeländer und Handläufe.

Daran, dass in dem um 1700 herum errichteten Gebäude einst Arrestanten hinter Gitter saßen, erinnert längst nichts mehr. Ohnehin war das Haus vor dem Leerstand bis zum Anfang der 1990er-Jahre als Wohnung genutzt worden. Die Wände sind nun weiß gestrichen, Türen mit Echtholzbelag eingesetzt. Trotzdem werden sie dank ihres Innenlebens dem Brand- und Schallschutz gerecht, berichtet Karsten Steinbach vom Bereich Bau der Stadtverwaltung. In den Bädern dominieren weiße Fliesen und Holz, grüne Fliesen setzen sparsame Farbakzente. Auch Leuchten zeigen geradliniges Design. Geschichte bringen vor allem freiliegende Balken ins Spiel. Der Dachstuhl musste in der ersten Sanierungsphase zum Teil neu errichtet werden, dafür wurde damals historisches Baumaterial verwendet. Die Balken sind nun mit dunkler Lasur gestrichen.

Die Ausstattung der Küche kommt später dran. Damit soll auf die Vorgespräche mit einem möglichen künftigen Pächter gewartet werden. Der wird derzeit noch gesucht. Die Meldefrist läuft bis zum 31. August. Wegen der relativ wenigen Gästezimmer sollte die Pension entweder im Nebenerwerb oder als Erweiterung eines bestehenden Gewerbes betrieben werden. Einige Interessenten gibt es, so die Info aus der Stadtverwaltung. Der Start für den Pensionsbetrieb ist nun fürs Frühjahr vorgesehen.

Von außen kommt dieser Tage auch der Putz an die stadtabgewandte Fassade. Diese zeigte sich in den vergangenen Jahren nur zur Stadt hin schön. Die Hülle des stadtbildprägenden Hauses war bereits 2008/09 vor dem Verfall bewahrt, das Gebäude entkernt und der weitere Ausbau vorbereitet worden. Zudem wurde das bis dato ungenutzte Dachgeschoss mit großzügigen Gauben versehen, die Licht hereinlassen.

Danach mussten in der Stadt dringendere Projekte finanziert werden. Zudem waren im Vorfeld des Umbaus die Nutzungsmöglichkeiten unter anderem mit einer Machbarkeitsanalyse zu erkunden. Diese hatte zum Beispiel ergeben, dass spartanische, kleine Zimmer, wie zuerst gedacht, von Reisenden weniger gefragt sind. Andererseits muss wiederum eine gewisse Mindestzahl an Übernachtungs-Plätzen vorgehalten werden, denn Fahrradtouristen, die zu den Zielgruppen gehören, sind auf dem Mulderadweg auch oft in Gemeinschaft unterwegs.

Der Stadtrat entschied sich am Ende für die Ausbau-Variante, bei der im Dachgeschoss vier relativ gleichwertige, komfortable Doppelzimmer mit späterer Aufstockungsmöglichkeit im Spitzboden sowie ein Einzelzimmer entstanden sind. Im Erdgeschoss befinden sich nun ein behindertengerechtes Zimmer, der Frühstücksraum und das Büro des Burg- vereins.

Mittlerweile ist auch der Baufortschritt im Außenbereich gesichert. Knackpunkt war dort zuletzt der Einbau des Regenrückhaltebeckens. Es musste ein anderer Standort für diese unterirdische Anlage gefunden werden. Denn auf dem ursprünglich dafür ausersehenen Areal legten die Archäologen Reste der Mauern des Schlosses frei, die erhalten werden müssen. Nach Grabungen auf dem neu ausersehenen Terrain gibt es dafür grünes Licht: "Erhaltenswert ist das, was zum Schloss gehört. Davon haben wir hier nichts gefunden", ist von Mathias Rummer vom Landesamt für Archäologie, der die Arbeiten vor Ort begleitet, zu erfahren. Relikte wie Scherben stammten alle Nach-Schloss-Zeit, gehören zu den späteren Auffüllungen. Auch der Baum auf dem Außengelände könne erhalten werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.08.2015
Heike Liesaus

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