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Eilenburg Sogar ’ne Zahnprothese landete schon im Eilenburger Fundbüro
Region Eilenburg Sogar ’ne Zahnprothese landete schon im Eilenburger Fundbüro
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19:30 10.07.2018
Erleben allerhand, wenn Fundsachen zur Anzeige gelangen: Franziska Müller und Jörg Böhme vom Eilenburger Bürgerbüro. Quelle: Bärbel Schumann
Eilenburg

Ein Lächeln kann sich Jörg Böhme nicht verkneifen, als der Leiter des Bürgerbüros im Eilenburger Rathaus von abgegeben Fundsachen erzählt. „Sogar eine Zahnprothese hatten wir schon hier“, berichtet er. Das wertvolle Stück landete kurz darauf wieder bei seinem Besitzer. Ausnahmsweise wurde ein Foto von dem Fund veröffentlicht, um den Besitzer ausfindig zu machen. „Was glauben sie, wie froh er war. Fast jeder weiß ja, wie teuer so etwas ist“, so der Rathausmitarbeiter.

Allein 30 Fahrräder sind registriert

Beim Bürgerservice Eilenburgs, der auch die Aufgaben eines Fundbüros erfüllt, wird alles mögliche abgegeben. Die Palette reiche dabei von Modeschmuck, Geldbörsen, Schlüssel bis hin zu einem original verpackten Duschvorhand. Am meisten sind es jedoch Fahrräder. Derzeit haben die Mitarbeiter rund 30 registriert. Die warten darauf, von ihren Besitzern abgeholt zu werden. „Wir nehmen die Fundsachsen an, die zu uns gebracht werden und registrieren sie. Was wir jedoch nicht machen: Müll oder Schrott nehmen wir nicht an“, sagt Böhme. Dann geht er ein bisschen ins Detail, erläutert einige rechtliche Dinge, die für Fundsachsen gelten. So habe der Finder nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch Anspruch an das Eigentum der gefundenen Sachen zu gelangen. Nämlich innerhalb von sechs Monaten nach Anzeige des Fundes, wenn dieser nicht von seinem Besitzer abgeholt beziehungsweise der Verlust angezeigt wird. Auch die allgemein verbreitete Auffassung, dass Fundsachen in einem Fundbüro abgegeben und aufbewahrt werden müssen, stimme so nicht ganz. „Der Finder ist nicht verpflichtet, den gefundenen Gegenstand bei uns abzugeben. Er kann ihn auch selbst aufbewahren. Wichtig ist jedoch, dass der Fund bei uns zur Anzeige gebracht wird“, so der Fachmann aus dem Rathaus.

Versteigerung fällt aus

Werden die gefundenen Sachen nicht abgeholt oder der Finder macht von seinem Recht keinen Gebrauch, so werden die Fundsachsen versteigert. Meist geschehe das einmal im Jahr an einem Samstag gemeinsam mit anderen Dingen wie ausrangierte Möbel oder technische Ausrüstungen. Im vergangenen Jahr kamen 53 verschiedene Dinge bei einer Auktion unter den Hammer. Spaß gebe es dabei immer eine Menge, weil auch ungewöhnliche Teile dabei versteigert werden. Flipflops, ein Speisethermometer, eine Stoppuhr, ein textiler Duschvorhang fallen Jörg Böhme gleich einige nicht alltäglichen Dinge für eine Versteigerung ein. Bei einer solchen Versteigerung kam sogar mal ein Feuerwehrauto vom Baujahr 1993 unter den Hammer. „Das war fahrtüchtig und hatte gerade mal 75 000 Kilometer runter“, berichtet der Bürgerbüroleiter.

Was ist mit Finderlohn?

In diesem Jahr werde es keine Versteigerung geben, weil es zu wenige Fundsachen gibt, die dafür in Frage kämen. Übrigens, der Erlös aus versteigerten Fundsachsen muss drei Jahre aufgehoben werden. Erst danach endet die Verjährungsfrist für Fundsachen und der Erlös kann der Stadtkasse zugeführt werden. Werden Waffen gefunden, so werden die an die Polizei verwiesen. Auch Tiere wird man vergebens suchen. In Eilenburg hat man dafür mit dem Tierheim einen Kooperationsvertrag.

Und ein Thema bewegt immer wieder alle: Haben Finder Anspruch auf Finderlohn und wie hoch fällt der aus? Das könne nicht pauschalisiert werden, sondern sei „etwas knifflig“. Bei einem Wert bis 100 Euro würde der Finderlohn fünf Prozent betragen, was darüber liegt, werde mit fünf Prozent berechnet.

Von Bärbel Schumann

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