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Sonderschau über Eilenburger Grafengeschlecht soll überregional punkten

Stadtmuseum Sonderschau über Eilenburger Grafengeschlecht soll überregional punkten

Gemeinsam mit einem Gestalterinnen-Team feilt Museumsleiter Andreas Flegel derzeit am Layout der Sonderausstellung über das Eilenburger Grafengeschlecht und dessen Verbindung zu den sagenhaften Heinzelmännchen.

Die Ausstellung hat schon ein Logo, zeigen Franziska Wand, Nicola Hammel-Siebert, Andreas Flegel und Bianca Bley (von links).

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Die Splitter der Sterne aus dem Eilenburger Wappen sind der Baustoff. Sie werden mal zu Bäumen, mal zu Burgen. Viele Besucher werden möglicherweise diese Hintergrund-Details auf den Tafeln, die die Sonderschau „Eilenburg – Ilburg – Eulenburg und die Heinzelmännchen“ gliedern, gar nicht bewusst wahrnehmen. Aber eine gute Gestaltung ist wichtig. „Die Ausstellung soll über die Eilenburger Umgebung hinweg wirken“, erklärt Museumschef Andreas Flegel. So holte er sich die Leipziger Gestalterinnen Franziska Wand, Nicola Hammel-Siebert und Bianca Bley von den Leipziger Büros deck61° und Zebraluchs ins Boot. „Das mit dem Grafen zu Eulenburg entwickelte Drehbuch der Ausstellung gilt es umzusetzen und für die Präsentation auf den Tafeln vorzubereiten“, erklärte Flegel. Er hatte in den vergangenen Monaten nicht allein intensiv mit Mortimer zu Eulenburg zusammengearbeitet. Auch die Historikerin Amalie zu Eulenburg hatte geholfen, allein an die 200 Fotos samt der entsprechenden Infos zusammenzutragen.

Nun waren die Vorschläge für Layout und Grafik zu besprechen. So hatten sich die Gestalterinnen von den Stadtwappen-Sternen zu den grafischen Elementen inspirieren lassen, die sich durch die Ausstellung ziehen werden. Außerdem entwarfen sie ein Logo für die Schau. Es zeigt ebenfalls drei Sterne und ein Heinzelmännchen aus den „Splittern“.

Ilburger Herren prägten die Region

Vier doppelseitige Tafeln, zwei Meter hoch, 1,80 Meter breit, die im Winkel gestellt werden können, werden gestaltet. Sie gliedern die Schau in vier Komplexe. Vor allem sollen viele Erinnerungsstücke der Grafenfamilie, Stammbäume, aber auch eine Erstveröffentlichung der Ballade von den Heinzelmännchen aus dem Jahr 1904 zu sehen sein. Die Schau wird am 20. Mai zur Museumsnacht eröffnet. Vorher findet ein Kolloquium mit wissenschaftlichen Vorträgen im Bürgerhaus statt. „Die Geschichte der Herren zu Ilburg, der heutigen Grafen zu Eulenburg und der Bürgerstadt Eilenburg beginnt fast zeitgleich, vor rund 850 Jahren. Zwei Jahrhunderte prägten die Ilburger Herren die Geschichte einer Region, die sich schließlich bis an die Oder erstreckte“, schreibt Andreas Flegel in der Einladung. Ein wichtiges Bindeglied der Beziehungen zwischen Eilenburg und der Familie seien die Heinzelmännchen. Und ein Ausstellungsstück ist das verbindende Element zwischen realer Familie und den sagenhaften Gestalten. Es ist gar nicht so groß: Der Ring, den die Eulenburgs einst von den Heinzelmännchen erhalten haben. Die Replik kann Flegel schon jetzt zeigen: Ein weißer Funkelstein in golden schimmernder Fassung.

Verwandtschaftsverhältnisse der Heinzelmännchen

Die Gestalterinnen haben bereits einige Museumsprojekte in ihren Referenzlisten. Die Heinzelmännchen sind ihnen neu. „Aber mein Mann kommt aus Köln und wenn er von Heinzelmännchen erzählt, kann ich jetzt sagen: Ich weiß es besser“, erklärt Nicola Hammel-Siebert lachend. Schließlich beanspruchen die Rheinländer die heimlichen Gesellen ebenfalls für sich. Beim Kolloquium könnte es dazu Aufklärung geben. Ein Vortrag beschäftigt sich mit Verwandtschaftsverhältnissen unter kleinen Sagenhelden. Andreas Flegel weiß jedenfalls schon, warum die Kölner Sage bekannter ist: „Das Kinderbuch darüber wurde zuerst verlegt.“

Bevor die Heinzelmännchen und die Eulenburgs ins Museum kommen, sind vom 19. März bis zum 1. Mai unter dem Titel „Der goldene Apfelbaum“ Gemälde und Grafiken der Eilenburger Hobby-Künstlerin Hannelore Lehmann zu sehen.

Von Heike Liesaus

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