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Sprotta Eilenburg: Ringen um einen Radweg

Sprotta Eilenburg: Ringen um einen Radweg

Die Kreisstraße 4721, die den Eilenburger Osten auf dem kürzesten Weg mit Sprotta verbindet, beurteilt die Doberschützer Gemeindeverwaltung als "Verkehrsrisiko".

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Die drei Kilometer von Eilenburg-Ost nach Sprotta sind nicht nur in dieser grauen Jahreszeit für Radler und Fußgänger riskant.

Quelle: Thomas Jentzsch

Sprotta/Eilenburg. Ein Radweg für die drei Kilometer lange Trasse ist einer der Kernpunkte eines Forderungskatalogs, den die Verwaltung jetzt im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens zur Erweiterung des Kiesbergbaus am Rand von Sprotta aufgestellt hat (wir berichteten). Auch in den Entwurf eines aktualisierten sächsischen Radwegekonzeptes brachte die Verwaltung in der jüngsten Ratssitzung ihre Sicht auf sichere Routen für Pedalritter, darunter auf besagter kreiseigener Straße, ein.

Von Karin Rieck

Der Kiesbergbau entlang der sogenannten Sprottaer Landstraße soll sich bekanntlich über die Ortsverbindung hinweg verdoppeln. Und der Doberschützer Bürgermeister Roland Märtz (CDU) ist sich ziemlich sicher, dass dann möglicherweise mehr Lkw fahren werden als Züge, "weil wirtschaftliche Interessen woanders liegen". Sechs Meter Straßenbreite sind demnach nicht nur für Lastkraftwagen im Begegnungsverkehr eine Herausforderung. Auch Radfahrer und Fußgänger - erst jüngst wurde hier ein junger Mann in der Nacht am Straßenrand erfasst und erlag seinen Verletzungen - benötigen Ausweichmöglichkeiten. Das betont die Gemeindeverwaltung unter dem Stichwort "Verkehr" in ihrer Stellungnahme im Bergbau-Planfeststellungsverfahren. Durch den Aufschluss des Kies-Baufeldes 3 würden zudem insgesamt drei zusätzliche Einmündungen auf die K 7421 aktiviert, was sich auf die Verkehrssicherheit negativ auswirken werde. Ortschafts- und Gemeinderat, so wird betont, fordern seit Jahren diesen Radweg, hoffen auf das Entgegenkommen des Bergbauunternehmens. "Die Antragsunterlagen sollten diesbezüglich überdacht werden", formuliert die Gemeinde in ihrer Stellungnahme.

Sie sieht darüber hinaus in der "relativ freien Zugängigkeit des Kiessandtagebaus" entlang der öffentlichen Verkehrsflächen ein weiteres Sicherheitsproblem. Bei bisherigen Aufschlüssen im Gemeindegebiet sei entlang der Abbaugrenzen ein Erdwall aufgeschüttet worden. Dieser solle beim Neuaufschluss mit Anpflanzungen unterbrochen werden, was erfahrungsgemäß Unbefugten keine Grenzen setzt, genauso wie regelmäßig demolierte provisorische Zäune, weshalb "schon jetzt eine geeignete Zaunanlage vorgesehen werden sollte".

Gemeinderat Peter Thiemecke (SPD) - ein passionierter Radler, der Schwachstellen für Pedalritter in der Region gut kennt - unterstützte schließlich die Verwaltung bei ihren Anmerkungen zum sächsischen Radwegekonzept, hob der Bürgermeister hervor. So sei zu beachten, heißt es dort, dass Fernrouten fast nur von Mai bis September frequentiert werden, Verbindungen zwischen Ortschaften, zu Wohn-, Arbeits- und Lernorten ganzjährig und insofern gleichrangig zu behandeln sind. Kritisiert werden zu lange Planungsabläufe und dass die Unterstützung kleiner Kommunen durch die Landkreise "explizit ausgewiesen" werden sollte. Ein Konzept, schränkte März ein, sei ohne Prioritäten aber viel geduldiges Papier. "Mir wäre es lieber, wenn wir über die Realisierung von Plänen reden könnten."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.12.2013

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