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Sprotta-Siedlung wird zur Rennpiste

Unterwegs in ... Sprotta-Siedlung wird zur Rennpiste

Es lebt sich gut im beschaulichen Sprotta-Siedlung. Der mit 750 Einwohnern inzwischen zweitgrößte Doberschützer Ortsteil hat bis heute seinen Siedlungscharakter bewahrt. Viele junge Familien sind hierher gezogen, was aber auch Probleme macht. Ein neuer Teil unserer Serie „Unterwegs in ...“

Christine Fleck und Maria Schmieder (von links) auf der Paschwitzer Landstraße. Auf einer Länge von etwa 100 Metern fehlt auf der Rennstrecke der Fußweg zum Sportplatz.

Quelle: Ilka Fischer

Sprotta-Siedlung. Den Siedlungscharakter hat der Doberschützer Ortsteil Sprotta-Siedlung, der einst als Ableger des Ortes Sprotta auf Sprottaer Grund entstand, nie abgestreift. In dem mit inzwischen 750 Einwohnern zweitgrößten Dorf in der Gemeinde Doberschütz gibt es keine klassischen Bauernhöfe, keine Kirche und keinen Friedhof. Mit der Schließung des vor der Nase liegenden Eilenburger Marktkaufs gibt es nun auch keine nahe Einkaufsmöglichkeit mehr. Es handelt sich eben um die klassische Eigenheimsiedlung. Sie hat sich aus den bis zur Wende meist nur als Garten und zur Erholung genutzten Grundstücken entwickelt, erhielt aber längst mit dem Ahornweg und dem Hainbuchenweg auch flächenmäßig Zuwachs.

Dorftreffpunkt fehlt

Christine Fleck, die im Kreistag als Parteilose in Sachen Schulen Partei ergreift, ist quasi auf dem Gartengrundstück der Großeltern im Rosenweg groß geworden. Längst hat sie hier ihren Wohnsitz. „Es waren die Siedler, die den Siedlerclub in freiwilliger Aufbauarbeit errichtet haben.“ Dass die Gemeinde an ihm kein Interesse hat, er sich jetzt in privater Hand befindet und nur noch sehr sporadisch öffnet, ärgert sie. Nicht nur, dass die aus allen Nähten platzende benachbarte Kindertagesstätte „Siedlerzwerge“ damit Erweiterungsmöglichkeiten gehabt hätte. „Wir haben bei uns nun gar keinen Ort mehr, wo sich beispielsweise die Senioren treffen können.“ Lediglich die Jüngeren haben mit dem Spielplatz einen wirklich hübschen Anlaufpunkt. „Dass er erneuert wird, das haben wir angeschoben“, ist die Verwaltungsangestellte Maria Schmieder, die für die Freie Stimme im Gemeinderat sitzt und auch regelmäßig auf dem Spielplatz mäht, stolz. Für die Jugend wäre zwar auf dem Bolzplatz in Richtung Paschwitz Platz. Aber es gebe keinen Weg dahin. An der Paschwitzer Landstraße, die oft als Rennstrecke missbraucht wird, fehlen rund 100 Meter Fußweg. Dass es nicht einfach wird, einen Bau durchzusetzen, weiß sie, doch sie will dran bleiben.

Kein Schutz vor Autos

Beharrlichkeit hat sie auch in Sachen Bushaltestelle bewiesen. „Leider hat man uns da aber einen Schildbürgerstreich gespielt“, schätzt sie ein. Das Problem: Aus dem Ortsteil mit sehr vielen jungen Familien fahren jeden Morgen rund 25 Kinder in die Grundschule nach Doberschütz und in die Oberschule nach Mockrehna. Die Haltestelle hatte bisher ein kleines Dach, aber kein Gitter, das die Kinder auf dem schmalen Bürgersteig vor dem Straßenverkehr schützt. Deshalb hätte es im Zuge des Umbaus zur barrierefreien Bushaltestelle die Absprache gegeben, das Häuschen ab- und ein Gitter hinzubauen. „Im jüngsten Gemeinderat habe ich nun aber die Auskunft erhalten, dass das Gitter aufgrund von dagegen stehenden Vorschriften doch nicht hinkommen soll“, ist Maria Schmieder noch immer empört. Sie hofft aber, dass die Gemeinde eine Lösung findet.

Sie, die allein mit Peter Thiemecke Sprotta-Siedlung im Gemeinderat vertritt, wünscht sich durchaus mehr Unterstützung im Ort. „Als Ableger von Sprotta sind wir dem dortigen Ortschaftsrat angegliedert, haben dort aber auch nur zwei von sieben Stimmen.“ Sie fände es schön, wenn sich das bei der nächsten Kommunalwahl 2019 ändert. Denn es lebt sich schön im grünen Ortsteil Sprotta-Siedlung, doch ein bisschen mehr Dorfleben als das Kindergartenfest und die von Kathleen Stäter organisierten Oster- und Halloweenfeuer könnte es geben.

Von Ilka Fischer

Sprotta-Siedlung 51.4664021 12.6882453
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