Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Spurensuche nach Eilenburgs erster Sternwarte

Kastanienallee Spurensuche nach Eilenburgs erster Sternwarte

Vor 85 Jahren wurde die Eilenburger Sternwarte gegründet. Seit 52 Jahren steht sie am neuen Standort auf dem Mansberg. Aber was ist aus den Wurzeln geworden? Der Sohn des Sternwarten-Initiators, Edgar Otto jun. (94), geht gemeinsam mit dem heutigen Leiter der Einrichtung und dem neuen Eigentümer des Grundstücks auf Spurensuche.

Aus der „Station I“ ist eine Gartenlaube geworden. Peter Stapel, Edgar Otto junior und Markus Dubiel (von links) vergleichen die Bilder.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Der kleine achteckige Bau ist vom wilden Wein umrankt. Etwas Müll liegt im Inneren und auf der Mauer eine Plane als Notdach. War das, was da vor dem Haus steht, das die Eilenburger unter dem Namen Serumwerk kennen, einst eine Gartenlaube? Nein, hier nahe der Mulde wurzelt die Eilenburger Sternwarte. Diese steht mittlerweile schon seit halben Jahrhundert auf dem Mansberg, gehörte und gehört zur Bildungsbiografie von Zigtausenden in der Region und sie war in internationale Beobachtungsprogramme eingebunden.

Gebäude stehen unter Denkmalschutz

Die Wurzeln an der Kastanienallee sind nun 85 Jahre alt. Und Edgar Otto, später selbst Chef der Sternwarte, hat als Neunjähriger erlebt, wie das Observatorium in den Garten seiner Familie kam. Die lebte damals im Erdgeschoss des Wohnhauses. „Da ist ein mehrere Meter tiefer Betonkern in der Erde. Denn das Fernrohr musste erschütterungsfrei stehen“, erklärt er Markus Dubiel. Der 46-Jährige ist einer der Gesellschafter der Tauchaer Immobilienfirma RDW. Ihr gehört das Gelände, auf dem bereits der Vorbesitzer mit dem Umbau des größeren Wohnhauses begonnen hatte. Es sei nicht einfach gewesen, alle Genehmigungen zusammenzubekommen. „Das ist Außenbereich. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Wir wollten den Anschluss ans öffentliche Abwassernetz“, nennt er die Dinge, die zu klären waren. Im September/Oktober geht es weiter.

Das Observatorium im Garten hinter dem die Gleise der Werksbahn liegen

Das Observatorium im Garten hinter dem die Gleise der Werksbahn liegen.

Quelle: privat

Edgar Otto freut sich, dass die Reste des Gartenobservatoriums noch da sind. Aber was soll damit geschehen? Dubiel kann nichts versprechen. Aber es könnte der Geräteschuppen für die Mieter werden. Denn es sollen wieder Gärten entstehen. Edgar Otto ist zufrieden: „Schön, wenn es bleibt.“ Die Metallkuppel war schon vor 52 Jahren mit auf den Mansberg gezogen. Sie bedachte dort ein kleines Observatorium, das heute nicht mehr existiert, neben dem größeren.

Schon als Edgar Otto senior nach Eilenburg zog, um in der Verwaltung des Chemiewerks zu arbeiten, hatte er bei der Wohnungswahl im Blick, ob sich das Umfeld für die Installation einer solchen Sternen-Beobachtungs-Anlage eignet. „Auch mit dem Hintergedanken, dass daraus mehr werden könnte. Er hat immer, wenn Geld übrig war, neue Geräte beschafft“, erzählt der 94-jährige Junior. Denn der Vater war schon in Berlin Sekretär der Astronomie-Gesellschaft. Die Betriebswohnung des Eilenburger Chemiewerks eignete sich ideal. Und so stand später auch eine Beobachtungsplattform hinter dem einstigen Serum-Werk. Auch die will Otto jun. beim Treffen gern noch einmal sehen.

Auf dem Areal hat sich viel verändert

Er war lange nicht mehr hier. Es hat sich viel geändert. Die Bäume sind gewachsen, sie haben die Bezugspunkte im Umfeld entrückt. Früher waren Anlagen des Chemiewerkes in Sichtweite. Damals stand das Kraftwerk noch. Außerdem gab es die Gleise der Werksbahn, die die Braunkohle antransportierte. „Mein Vater hatte sogar die Genehmigung, das Licht der Anlage für wichtige Beobachtungen auszuschalten“, erzählt Otto. Und tatsächlich: Die Gartenlaube im Idyll des hinteren Bereichs des Geländes wird als die einstige Station I identifiziert. „Die Metallstiege war damals an der anderen Seite“, dreht und wendet er ein Foto. Darauf ist die Plattform – ein Mauergeviert mit Betonplatte – mit mehreren Beobachtungsgeräten und vielen Menschen darauf zu sehen. „Aber es gab auch noch eine Station II“, sagt der 94-Jährige. „Das war so eine Hütte auf Rädern. Da hatte man dann ein Dach über dem Kopf.“

Von Heike Liesaus

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Eilenburg
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Geld für Vereine der Region
    Mikrologo Angestust

    Mit der Aktion „Angestupst“ unterstützen LVZ und Sparkasse Leipzig die Vereine der Region. Die nächste Runde läuft - jetzt mitmachen und bewerben! mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus den Städten und Gemeinden. mehr

Fußball in Nordsachsen
  • Fußball in Nordsachsen
21.08.2017 - 07:57 Uhr

Der SV Chemie Böhlen unterliegt mit 0:2 im Sportpark Tresenwald / Seltmann und Mikusch treffen

mehr
  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr