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Eilenburg Stadt Eilenburg legt Argumente für neuen Handelsstandort auf den Tisch
Region Eilenburg Stadt Eilenburg legt Argumente für neuen Handelsstandort auf den Tisch
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09:12 11.04.2017
Gegenargumente: Am Donnerstag soll eine die Sonderveröffentlichung über die Edeka-Ansiedlung an der Ziegelstraße informieren. Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

Die Auseinandersetzungen um Handelsstandort alt gegen neu in Eilenburg gehen weiter. Die Stadt will Edeka an der Ziegelstraße auf dem Gelände des einstigen ECW-Kraftwerks ansiedeln. Die Bürgerinitiative (BI) „Erhalt Schondorfer Mark als Handelstandort“ hatte dagegen vor einigen Tagen einen Flyer im Umlauf gebracht. Sie will Unterschriften gegen die Pläne sammeln. Darauf reagiert nun wiederum die Stadt: Mit dem Amtsblatt, das am Gründonnerstag in die Haushalte kommt, werden per Sonderveröffentlichung Gegenargumente dargelegt.

Ausgangslage

Zur Ausgangslage heißt es da: „Das unzeitgemäße und verschlissene Objekt an der Schondorfer Mark mit einer Lage außerhalb der Stadt und überdimensionierten Flächen besitzt seit dem Neubau der B 87 auch eine unattraktive Verkehrsanbindung. Das lange und ergebnislose Warten auf einen Nachfolger am Standort beweist das.“ Die Stadt habe handeln müssen und deshalb den neuen Standort ausgewiesen. Bei der BI hieß es indessen zum Altstandort, den Marktkauf 2014 verlassen hatte: „Optimale Verkehrsanbindung an die Umgehungsstraße. Infrastruktur komplett vorhanden.“

Hochwasserschutz

Besonders um Hochwasserschutz am Neubau-Standort wird sich auseinandergesetzt: Die BI spricht von einer „vollflächiger Versiegelung eines 4,7 Hektar großer Grünfläche, die als überschwemmungsgefährdetes Gebiet eingestuft“ sei. Die Stadtverwaltung erläutert indessen: „Die Bebauung dieser Fläche hat keinerlei Auswirkungen auf den Hochwasserschutz. Es handelt sich um eine vor 100-jährigem Hochwasser geschützte Fläche. Die gesamte Innenstadt Eilenburgs ist mit dem gleichen Status versehen.“ Es werde auch keine Tankstelle geplant oder gebaut. Diese war tatsächlich anfangs in der Diskussion. Nun soll es nur noch eine Elektro-Tankstelle geben. Die Nettobaufläche betrage drei Hektar, die nicht voll, sondern zu maximal 80 Prozent versiegelt werde. Mit dem Neubau werde eine „Industriebrache sinnvoll nachgenutzt“.

Ohne Zusatz-Kosten

Während die BI davon schreibt, dass „zusätzliche Kosten für den Haushalt der Stadt für Verkehrsanbindung und eine Bushaltestelle entstehen“ und dass sich die Verkehrssituation für Fußgänger und Radfahrer, besonders für die pendelnden Schüler verschärfen wird, erklärt die Stadt: „Die neue Verkehrserschließung bezahlt die Firma Edeka. Die Anbindung an die Ziegelstraße wird das Verkehrsaufkommen nur minimal erhöhen.“ Mit Hilfe eines zu errichtenden Kreisverkehrs werde die Situation nicht verschlechtert. „Bushaltestellen und beidseitige Radwege sind vorhanden und bleiben auch erhalten.“ Die BI spricht dagegen von erhöhtem Verkehrsaufkommen, Lärm, Gestank, Feinstaub, Stau. Der Standort Marktkauf sei günstiger, gerade für den autoaffinen Einkaufsverkehr.

Günstige Lage

Die Stadt dagegen verweist auf die zentrale Lage des Neustandorts Ziegelstraße, die günstige verkehrstechnische Erschließung und den ÖPNV-Anschluss. „Zur Verknüpfung der Stadtteile Eilenburg Ost und Mitte und aus städtebaulicher Sicht verfolgt die Stadt die Etablierung des Einzelhandelsstandortes an der Ziegelstraße“, wird unter anderem zu den Zielen erklärt und zudem darauf verwiesen, dass der Beschluss zum Verkauf der Fläche im Stadtrat mit einer einzigen Nein-Stimme fiel. Auch die Strategie für den ehemaligen Marktkaufstandort wird beleuchtet: Die Stadt verfolge die Ausweisung als Gewerbegebiet. Langfristig werde damit der Einzelhandelsstandort planerisch aufgegeben. „Es ist davon auszugehen, dass dieses Gewerbegebiet lärmtechnisch eingeschränkt wird und sich die Belastung für die Anlieger im Vergleich zu bisher (durch den Verkehr zum Einkaufszentrum und dessen Anlieferung erzeugte Lärm-, Geruchs- und Umweltbelastung) nicht verschlechtern wird.“ Die BI hofft indessen, möglichst viele Eilenburger und die Stadträte von einer Umkehr zu überzeugen. Der Beschluss zum neuen Flächennutzungsplan könnte im Mai auf der Tagesordnung des Stadtrates stehen.

Von Heike Liesaus

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