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Eilenburg Stadtmuseum Eilenburg auf der Suche nach Namen für Eisenzeit-Frau geht weiter
Region Eilenburg Stadtmuseum Eilenburg auf der Suche nach Namen für Eisenzeit-Frau geht weiter
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14:16 19.05.2015

Bis Jahresende ist dafür noch Zeit.

Dann soll der erste Part eines neuen Ausstellungsteils zur örtlichen Ur- und Frühgeschichte an der Torgauer Straße eröffnet werden. Hierfür engagieren sich zurzeit übrigens auch Studenten der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur, ist von Museumsleiter Andreas Flegel zu erfahren. Und nicht nur in die nahe Messestadt, sondern selbst bis nach Nepal, so Flegel, sei die Kunde von der spektakulären Namenssuche gedrungen. Ein junger Mann aus dem nicht minder geheimnisvollen Land sei einer der ersten Namensgeber mit dem am weitesten entfernten Heimatort gewesen. Zurzeit ist er in der Muldestadt zu Gast.

Weit vor der christlichen Zeitrechnung, in der vorrömischen Eisenzeit, wurde die seinerzeit schon recht betagte, aber vermutlich sehr angesehene etwa 45-Jährige - deren Replikat nach wie vor unterm Museumsdach im Roten Hirsch besichtigt werden kann und die künftig mitsamt ihren Kleidern und dem prächtigen Bronzeschmuck eines der Hingucker des neuen Ausstellungsteils sein wird - in Hohenprießnitz bestattet. Ihre letzte Ruhe fand ein Ende, als dort, im Querweg des Ortsteils in der Nachbargemeinde Zschepplin, beim Aushub einer Baugrube Mitte der 1980er-Jahre eine frei im Kies stehende, stark beschädigte Urne zu Tage trat. Ortshistoriker Rolf Schulze und Andreas Flegel bargen den wertvollen Fund, der alsbald vom Archäologen Reinhard Speer fachmännisch untersucht und bewertet wurde. Der Grabfund von Hohenprießnitz erlangte danach auch über die Region hinaus viel Beachtung. Unter anderem wurden Repliken 2009 beim ersten historischen Handwerkermarkt in Hohenprießnitz erstmals öffentlich präsentiert, die Stücke im Jahrbuch für Eilenburg und Umgebung ein Jahr später ausführlich von dem Archäologen Michael Seiler beschrieben. Der hatte den Urnen-Inhalt Mitte der 1990er-Jahre erneut untersucht und neben den verbrannten Knochen der grazile Frau "ungewöhnlich reichhaltige Metallbeigaben" zum Vorschein gebracht.

Das Modell im Museum vermittelt in seiner rekonstruierten Tracht nunmehr einen recht authentischen Eindruck von der archäologisch in der Region schon mehrfach nachgewiesenen Jastorfkultur. Der bronzene Halsring, die Fibel, die das Gewand zusammenhält, und ein mit fünf großen Ziernieten beschlagenes Gürtelblech sind in dieser Geschlossenheit in Sachsen bislang nur selten ausgegraben und rekonstruiert worden. Die Stücke fürs Museum, so Flegel, fertigten die Experimentalarchäologen Sylvia Crumbach aus Duisburg (Schmuck), Stefan Jaroschinski, Augustusburg (Kleider), sowie die Figur, die all das trägt, Spezialisten des Ateliers Weiß aus Hillesheim-Bolsdorf in Rheinland-Pfalz.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.05.2014

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