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Eilenburg Stefan Schulze zieht den Hut vor Hans - aber auch seine eigenen Fäden
Region Eilenburg Stefan Schulze zieht den Hut vor Hans - aber auch seine eigenen Fäden
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13:57 19.05.2015
Stefan Schulze - der neue Chef der Eilenburger Schornsteinfegerschule. Quelle: Wolfgang Sens

Die der Endsechziger bekanntlich mit aufgebaut hat. Jetzt zieht die nächste Generation dort die Fäden. Die "Schonzeit" für Stefan Schulze, der vor gut vier Monaten auf dem Berufsbildungsgelände Rote Jahne die Poltersdorf-Nachfolge antrat, ist zwar vorüber. "Wir halten aber nach wie vor Kontakt. Hans, der hier ein Super-Objekt aufgebaut hat, ist für mich immer als Ansprechpartner da", so der 35-Jährige, der nunmehr täglich von der Wittenberger Ecke aus die Kilometer in den Eilenburger Nachbarort unter die Räder nimmt. Er will Bewährtes fortführen. Den Beruf des Glücksbringers hat er von der Pike auf im elterlichen Meisterbetrieb gelernt, sich selbst zum Meister seines Fachs und außerdem an der Fachhochschule Anhalt in Dessau zum Bauingenieur qualifiziert.

Und so hat der Fachmann auch in einem der modernsten Schulungs- und Weiterbildungszentren des Schornsteinfegerhandwerks in Deutschland, das 1998 in Betrieb ging und wo Meister, Gesellen und Lehrlinge der Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen aus- und weitergebildet werden, hier und da neue Baustellen für die Zukunft ausgemacht. "Wie überall müssen auch wir uns den Problemen des demografischen Wandels stellen." Für die nächsten Jahre seien die Schülerzahlen - pro Lehrjahr starten zwischen 40 und 50 Azubis ihre dreijährige Lehrzeit - noch stabil. "Vieles hängt aber von der Situation in den Ausbildungsbetrieben ab, wo zunehmend der Bildungsstand der Bewerber beklagt wird." Zurzeit nutzen und fördern 850 Innungsbetriebe die momentan gut ausgelastete und mit eigenem Internat ausgestattete Schule. Manches solle effektiver gestaltet werden. "Ein Kooperationsvertrag mit dem benachbarten Eilenburger Berufsschulzentrum steht kurz vor dem Abschluss." Schulze nennt unter anderem eine bessere Verzahnung von überbetrieblicher Ausbildung und Berufsschulunterricht sowie gemeinsame Weiterbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte als Schwerpunkte einer engeren Zusammenarbeit.

Im Sinne der neuen Ausbildungsverordnung ermöglichen drei neue Werkstätten mehr Praxisbezogenheit, so beim Errichten von Schornsteinen, der Montage von Brandschutzklappen und Lüftungsöffnungen sowie bei Rauchwarnmeldern. Durch die Ausbildung zweier Dozenten zu zertifizierten Trainern konnten erstmals auch Lehrlinge als Fachkräfte für Rauchwarnmelder ausgebildet werden. Des Weiteren sieht Schulze im Aufbau eines eigenen WLAN-Netzwerkes für die Bildungsstätte eine wichtige Aufgabe. Die zur Verfügung stehenden Netzanschlüsse bereiten Probleme. "Für zwei solch große Bildungsstätten sollte der Standard besser sein. Denn auch die Vertreter der Betriebe, die bei uns tätig sind, müssen zusätzlich von hier aus ihr Alltagsgeschäft steuern können."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.12.2014
Von Karin Rieck

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