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Steffi Schober hat die Finanzen fest im Blick

Steffi Schober hat die Finanzen fest im Blick

Sie ist keine Frau der halben Sachen. Dabei leistet Steffi Schober derzeit mehrfaches Vollzeitpensum: Für die Gymnasiasten laufen die mündlichen Prüfungen. Auch die Lehrer müssen gründlich vorbereitet sein.

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Steffi Schober fühlt sich dem Burgberg verbunden.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Dazu kommt nun der Wahlkampf um das Amt des Eilenburger Oberbürgermeisters, der am 7. Juni gewählt wird. "Ich habe wahrscheinlich gute Gene", sagt die 55-Jährige. "Meine Mutter war arbeitsam. Der Vater ist's auch. Und vom Hans kenne ich das ebenfalls nicht anders."

Hans Poltersdorf ist ihr Lebenspartner und wie sie in der CDU. Außerdem ist er Vorsitzender der Stadtrats-Fraktion. Selbst die pädagogischen Ambitionen teilen die beiden: Er war Leiter der Schornsteinfegerschule. Auch ihre in der Jugend angelegte Sportlichkeit mag helfen. Sie trainierte als Schwimmerin bei der BSG Wismut Aue. "Ich sage immer: Der Tag hat 24 Stunden. Das ist alles kein Problem, wenn die Sache Spaß macht", hält Steffi Schober einen schmalen Taschenkalender hoch. "Hier wird alles eingetragen. Erst wenn nichts mehr reinpasst, sage ich ab." Aber bisher fand sich immer eine Lücke. Selbst die Runde mit dem Hund ist meist noch möglich. "Meine Söhne hatten ihn sich gewünscht. Nun sind sie aus dem Haus und ich habe einen. Aus dem Tierheim." Mit dem Vierbeiner kommt sie in viele grüne Ecken der Stadt. "Dabei habe ich immer die besten Ideen." Außerdem gibt das Gelegenheit, Leute zu treffen, einen Schwatz zu halten. Da geht's aber nicht um Lokalpolitik, eher um Kinder oder Tiere. Dabei kennt man sie auch als Chefin des Burgvereins. Die Geschichte Eilenburgs hatte sie erforscht, seit sie frisch vom Studium als Lehrerin hierher kam. "Den Schülern immer etwas von 'eure Stadt' zu erzählen, fand ich nicht gut", so die einstige Erzgebirglerin. Deshalb hatte sie sogar den Stadtführer-Kurs mitgemacht, wurde Burgvereinsmitglied. Sie wurde gefragt, ob sie Vorsitzende werden will. Ebenso war's bei der Kandidatur als Stadt- und Kreisrätin. "Wenn derart Vertrauen in mich gesetzt wird, will ich einem solchen Amt dienen, auch wenn sich anstrengende Momente ergeben", erklärt sie ihre Motivation. Das Bewahren des Erbes sei ihr generell wichtig. So habe sie an ihrem Haus, das einst einem Superintendenten gehörte, kaum etwas verändert. Selbst die Anlage des Gartens behielt sie bei. Bewahren heißt für sie offenbar aber auch, Halt haben und geben. Sie weiß, was sie da ihren Eltern zu verdanken hat. Als sie ihren ersten Ehemann verlor, siedelten diese spontan aus dem Heimatort nach Eilenburg um, kümmerten sich um die Jungs. "Ich konnte deshalb eine Lehrerin mit wenig Krankenstand sein."

Wird sie gewählt, wäre sie die erste Frau an der Spitze des Eilenburger Rathauses. "Aus Sicht einer Geschichtslehrerin wäre das ein toller Fakt", stellt sie fest. Es sei zu erwarten, dass Frauen emotional und sozial anders agieren. Generell aber will sie "die Menschen unserer Stadt durch eine offene, klare und dennoch informative Kommunalpolitik mehr für das demokratische Leben interessieren. Um damit ihre Bereitschaft zu wecken, am Werden und Wachsen Eilenburgs teilhaben zu wollen." Besonders habe sie sich das Ziel gesetzt, die Verschuldung pro Einwohner im Interesse künftiger Generationen verringern.

In einer der nächsten Ausgaben präsentieren wir einen große Übersicht mit allen vier Kandidaten, die sich zu ausgewählten kommunalpolitischen Fragen äußern.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.05.2015
Von Heike Liesaus

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