Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 6 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Streit um Pfarrer: Superintendent sieht keine Annäherung

Streit um Pfarrer: Superintendent sieht keine Annäherung

Sieben Mitglieder des elfköpfigen Gemeindekirchenrates zurückgetreten, heftige Kritik an der Arbeitsweise von Pfarrer Eckehart Winde - schlechte Nachrichten gab es zuletzt aus der evangelischen Rinckart-Gemeinde in Eilenburg.

Voriger Artikel
Saxbus kämpft ums Überleben - Vetter gewinnt Ausschreibung
Nächster Artikel
Stadtmuseum: Fundstücke wandern in neue Museumsvitrinen

Superintendent Mathias Imbusch

Quelle: Andreas Bechert

Eilenburg. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung wurde angesetzt. Nach der stand allerdings fest: So ohne Weiteres kann der Pfarrer nicht versetzt werden. Zur Problematik äußert sich jetzt der Superintendent des Kirchenkreises Torgau-Delitzsch, Mathias Imbusch (54).

Wie  beurteilen Sie die Situation in der Rinckart-Gemeinde ?  

Wichtig ist mir zu betonen, dass hier keiner Seite Verfehlungen vorzuwerfen sind. Man denkt ja bei Zerwürfnissen gern daran, dass irgendjemand Schuld hätte. In Eilenburg gibt es nach meinem Dafürhalten keine Schuld, die man irgendwie verteilen könnte. Die gegenseitigen Erwartungen sind aber so grundverschieden, dass ich eine mögliche Annäherung aneinander nicht sehen kann.

Warum können  sich Gemeinde  und  Pfarrer  nicht so ohne Weiteres  trennen, wenn  doch alle Beteiligten der Meinung sind, dass es keinen Konsens bezüglich der Führung dieses Amtes gibt?

Eine fünfjährige Bindungsfrist besteht nicht ohne Grund. Damit soll vermieden werden, dass sich ein Pfarrer und ein Gemeindekirchenrat vorschnell voneinander trennen und schon bei den kleinsten Schwierigkeiten Abstand voneinander nehmen. Sie sind vielmehr aneinander gewiesen, und keiner kann allein seine Aufgabe erfüllen. Dass Pfarrer Winde sich mit Genehmigung der Landeskirche nun auf eine andere Stelle bewerben wird, kann in der jetzigen Situation aber auch eine Zukunftsperspektive eröffnen.

Werden  aber anderswo nicht ähnliche Differenzen zu erwarten sein?   

Es gibt  Kirchengemeinden, die genau  die Eigenschaften  wünschen,  die hier in Eilenburg bemängelt wurden. Und auch für die Rinckart-Gemeinde gibt es Pfarrerinnen und Pfarrer, die hierher passen würden. Zu einer möglichen Bewerbungssituation kann ich jetzt wenig sagen, weil zu viele Komponenten eine Rolle spielen: Wo will ich hin? Was erwartet die Gemeinde? Was erwarte ich selber? Welche Gaben kann ich einbringen? Und so weiter. Die EKM (Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, Anm. d. Red.) betreibt eine weitsichtige Personalpolitik, sodass es auch für junge Leute unter dem Vorzeichen des demografischen Wandels attraktiv bleibt, hier als Pfarrerin oder Pfarrer zu arbeiten.

Ist die Gemeinde Eilenburg in dieser Situation die Ausnahme?

Es kommt schon vor, dass solche Auseinandersetzungen stattfinden. Auch das gehört zum kirchlichen Leben. Es sind Situationen, die durchlebt und bewältigt werden müssen. Mir ist um die Rinckart-Gemeinde nicht bange. Die gegenwärtigen Auseinandersetzungen zeigen ja, dass hier Menschen mit Herz und Verstand für ihre Kirche und für ihren Glauben einstehen.

Wie geht es jetzt weiter?  

Dass die Situation für alle Beteiligten nicht einfach ist, ist deutlich. Eine Gemeindeberatung, wie sie in der Gemeindeversammlung mehrheitlich befürwortet wurde, ist eine gute Sache und kann helfen, dass die Kirchengemeinde ihr Profil schärft und Wege sucht, wie es weitergehen wird. In einer Gemeindeberatung werden Stärken und Schwächen analysiert und es wird nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Das ist ein offener Prozess. Er lohnt sich, weil ja auch perspektivisch hier in Eilenburg einiges zu bedenken ist.

Was wäre das? 

Die Rinckart-Gemeinde hat zum Beispiel zwei bedeutende Kirchen: die Nikolaikirche am Markt und die Marienkirche an der Burg. Wie sollen beide künftig genutzt werden? Welche kirchlichen Schwerpunkte soll es inhaltlich in Eilenburg geben?  Das sind nur einige offene Fragen. Die Antworten müssen hier vor Ort gefunden werden. Dazu werden Herz und Verstand von allen gebraucht, denen ihre Kirche - nicht nur als Gebäude - am Herzen liegt.

Interview: Heike Liesaus

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.12.2014
Heike Liesaus

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Eilenburg
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Geld für Vereine der Region
    Mikrologo Angestust

    Mit der Aktion „Angestupst“ unterstützen LVZ und Sparkasse Leipzig die Vereine der Region. Die nächste Runde läuft - jetzt mitmachen und bewerben! mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus den Städten und Gemeinden. mehr

Fußball in Nordsachsen
  • Fußball in Nordsachsen
  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr