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Studie entdeckt Eilenburg als „versteckte Perle“

Einwohner-Zuzug Studie entdeckt Eilenburg als „versteckte Perle“

Nun haben es die Eilenburger schwarz auf weiß. Ihre Stadt ist eine Perle. Wenn auch eine versteckte. Eine Studie von Sächsischer Aufbaubank und den Verbänden der Wohnungsgenossenschaften sowie der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Sachsens über die Wanderungsbewegungen kommt zu diesem Schluss.

Blick auf den Mühlgraben. Nicht nur er ist eine „versteckte Perle“, sondern offenbar die gesamte Stadt Eilenburg.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Das kam nicht nur im Rathaus gut an: Die Eilenburger haben es jetzt schwarz auf weiß. Ihre Stadt ist eine Perle. Wenn auch eine versteckte. Eine Studie, die von Sächsischer Aufbaubank und den Verbänden der Wohnungsgenossenschaften sowie der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Sachsens über die Wanderungsbewegungen beauftragt wurde, zieht diesen Schluss. Die Muldestadt steht dabei in einer Reihe mit Borna, Döbeln, Wurzen Hohenstein-Ernstthal und Delitzsch, die ebenfalls in die Kategorie „versteckte Perlen“ eingestuft sind.

Das Papier beschäftigt sich mit den Schwarmverhalten. Davon wird gesprochen, weil es in letzter Zeit so viele Menschen in Städte wie Leipzig und Dresden zieht, während andere Regionen Sachsens weiter mit erhöhtem Wegzug zu kämpfen haben. In manchen Städten wie Hoyerswerda wird von regelrechten Fluchtwanderungen gesprochen. Weil voraussichtlich von 100 Personen nur noch 31 in der Kommune bleiben werden.

In Eilenburg ist es so: Die Stadt verliert zwar Menschen ebenfalls an die „Schwarmstädte“, aber es gewinnt auch Einwohner dazu. Allerdings noch nicht so viele, dass diese die Verluste ausgleichen könnten. Diese Gruppe also wird „verstecke Perlen“ genannt. Ihnen geht es noch nicht so gut, dass es zur Position der Wachstumsstädte reicht. Laut statistischem Jahrbuch kamen 120 kleine Eilenburger im Jahr 2015 zur Welt, aber es gab auch 255 Sterbefälle. 797 Menschen sind nach Eilenburg gezogen, aber nur 610 haben die Stadt verlassen. Ergibt bei den Zuzügen ein Plus von 187. Aber auch die Unterbringung der Flüchtlinge macht einen Teil der Statistik des Einwohnermeldeamtes aus.

Nun hat die Muldestadt gerade den Slogan für die im Herbst startende Wohnstandortkampagne enthüllt: „Lieblingsstadt Eilenburg – das Beste an Leipzig“. Sie soll Aufmerksamkeit erregen. „Die Wohnstandortkampagne wird auf die Vorzüge der Stadt Eilenburg als alternativer und attraktiver Wohnstandort zu Leipzig aufmerksam machen, um somit mehr Einwohner und Fachkräfte für Eilenburg zu gewinnen“, erklärt die Stadtverwaltung dazu optimistisch. Vorteil für die Wachstumsstädte und die versteckten Perlen: Während in Schwarmstädten erheblich in Infrastruktur investiert werden muss, wird in den ausblutenden Regionen Infrastruktur entwertet, weil sie niemand mehr nutzt. Allerdings wird es an manchen Stellen auch in Eilenburg knapp. Da muss derzeit in den Schulen gebaut werden.

„Es gibt die Tendenz nach Eilenburg tatsächlich“, bestätigt der Eilenburger Immobilienmakler Volker Lachmund. „Die Nachfrage kommt aus Leipzig, weil Familien dort zum entsprechenden Preis nichts mehr finden. Dann landet auch mancher mit seiner Anfrage hier. Doch das, was ich bisher hatte, ist nach Doberschütz gezogen, weil in Eilenburg das entsprechende Bauland fehlte. Eilenburg stellt sein Licht total unter den Scheffel“, urteilt Lachmund. „Wir haben Schwimmhalle, Bibliothek, Kiesgrube. Junge Familien fragen vor allem nach Grundschule, Oberschule und Gymnasium, aber auch Sportvereinen. Und davon haben gibt es in Eilenburg auch jede Menge. Außerdem wird der S-Bahn-Anschluss im Gegensatz zu früher wirklich oft nachgefragt.“ Lachmund wirkt an der Wohnstandortkampagne mit.

Die Stadt arbeitete derzeit daran, mehr Baugebiete auszuweisen. Auch Maklerin Christa Wild-Eylau bestätigt den Zuzugs-Trend: „Es wird sich nach etwas umgeschaut, was preislich erschwinglich und in Leipzig und Taucha so nicht mehr zu haben ist. Es ist aber auch in Eilenburg das Problem, etwas Passendes zu finden.“ Doch sie sieht die Lage auch kritisch und würde sich mehr Unterstützung der Stadt auch gegenüber privaten Eigentümern wünschen, die ihre Grundstücke verkaufen wollen. Da habe es in letzter Zeit des öfteren unerklärliche baurechtliche Hürden gegeben. „Und warum lässt die Stadt nicht zu, dass auch private Maklerbüros Flächen wie die in der Leipziger Höhe mit anbieten? Ich hatte die entsprechenden Anfragen dazu.“

Von Heike Liesaus

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