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Eilenburg THW Eilenburg probt Einsatz des mobilen Muldepegels
Region Eilenburg THW Eilenburg probt Einsatz des mobilen Muldepegels
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09:00 04.04.2017
Christoph Schedl vom THW Donauwörth (links) erklärt, wie der Koffer mit dem mobilen Messpegel eingesetzt wird. Quelle: Kathrin Kabelitz
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Eilenburg

Dass der Koffer unscheinbar ist, kann man dank seiner gelben Signal-Farbe sicher nicht sagen. Gut sichtbar muss er auch sein, vor allem für die, die ihn im Ernstfall brauchen – die Kameraden des Mobilen-Hochwasser-Pegel-Trupps (MHP) des Technischen Hilfswerkes (THW), Ortsverband Eilenburg. Vier davon gibt es seit 2009 in der Muldestadt, im Juni 2013 kamen sie mit ihren mobilen Messpegeln erstmals zum Einsatz. Dank der Technik kann der Trupp den Kat-Stab des Landkreises Nordsachsen bei der Erkundung von Hochwasserlagen und Pumpeinsätzen sowie der Lagebeurteilung mittels Messtechnik und standardisierten Verfahren unterstützen. Der eine muss wissen, was der andere macht beziehungsweise wozu er fähig wäre. Auch deshalb war es der Wunsch von Landrat Kai Emanuel (parteilos), bei einer der Schulungen in puncto mobiler Messpegel dabei zu sein. Dezernentin Angelika Stoye und Ordnungsamts-Leiterin Antje Brumm sahen sich das ebenso an wie Vertreter zuständiger Ämter aus dem Landratsamt, die im Hochwasser-Fall wichtige Entscheidungen fällen müssen.

Seit 2002 wurde Technik entwickelt

Auf kompetentere Vertreter wie Christoph Schedl vom THW-Ortsverband Donauwörth in Bayern und Enrico Münzner, Fachlehrer der Bundesschule Neuhausen, hätten sie dabei wahrlich nicht treffen können. Schedl war es, der mit den Erfahrungen diverser Hochwasser-Einsätze auf die Idee kam, es müsse doch möglich sein, dass Technik übernimmt, was bisher mühsam und zeitaufwendig mit Streifenfahrten und Messlatte erkundet wurde. Nach und nach wurde innerhalb des THW ab 2002 über Behelfs- und Testpegel sowie Erprobungsphasen das jetzige Technik-Paket entwickelt.

2013 kam der Pegel erstmals in Eilenburg zum Einsatz

Gernot Haupt, Ausbildungsbeauftragter beim THW Eilenburg, hat die Schulung bereits durchlaufen, die nun weitere Kameraden absolvieren. „Wir brauchen für den Ernstfall mehr Leute, die die Technik bedienen können. Deshalb werden nun auch die Kameraden des Zugtrupps geschult.“ Das bedeutet rund ein Jahr Online-Schulung inklusive regelmäßiger Auffrischungs-Termine alle zwei Jahre. Wie wichtig all das sein kann, weiß Haupt nur allzu gut. „Beim Juni-Hochwasser 2013 haben wir in Eilenburg den Entscheidungsträgern wertvolle Hinweise für den Mühlgraben und Hainichen geben können.“ So konnten die Deichsicherungsarbeiten länger durchgeführt werden. Auch beim Durchbruch der Mulde am Seelhausener See lieferte der mobile Pegel entscheidende Hinweise, erinnert sich Antje Brumm. Das sei ohne Daten der mobilen Technik so nicht zu überschauen gewesen.

Vier mobile Pegel in jedem Koffer

Die Koffer sind unter anderem ausgestattet mit vier mobilen Pegeln, sechs Flutmeldern, Vermessungstechnik, Notebook, GPS, Sicherungsausstattung. Bundesweit sind elf solcher Messtrupps stationiert, die bis zu 110 Messstellen absichern können. Eilenburg hat in Nordsachsen den einzigen Trupp, die nächsten gibt es in Dessau und Berlin. Möglich ist dank der „Direktübertragung“ der Daten aus der Mulde an die geschulten Experten am Laptop nicht nur die digitale Erfassung von Wasserständen und Fließgeschwindigkeit, sondern auch die Messung von ph-Werten, Leitfähigkeit und technischen Parametern. Die Auswertung soll Hilfestellung bei Entscheidungen liefern. Und auch in sogenannten Friedenszeiten kommen die Pegel zum Einsatz. „Wir haben zu Übungszwecken beispielsweise gemessen, wie lange das Wasser von Golzern bis Eilenburg braucht. Bisher sind es sechs Stunden“, so Haupt.

Von Kathrin Kabelitz

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