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Eilenburg Tafel in Eilenburg unterstützt jede Woche 150 Menschen
Region Eilenburg Tafel in Eilenburg unterstützt jede Woche 150 Menschen
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15:01 05.02.2018
Ilona Herrmann und Sido Dawod kommen zweimal wöchentlich zur Ausgabestelle der Tafel in Eilenburg, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Ramona Nareike (hinten am Tisch) und Heike Häßler (re). geben die Lebensmittel heraus. Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

Pinke und weiße Tulpen stehen auf dem Tisch. Im Hintergrund liegen Lebensmittel vom Blumenkohl bis zum Joghurt. Drei Frauen sind kräftig am Wirken, Sortieren und Prüfen. Verdorbene Waren wandern in den Müllsack, den Rest räumen sie ordentlich in die Regale ein.

Die drei Damen gehören zur Ausgabestelle der Delitzscher Tafel in Eilenburg. Sie sind ehrenamtlich für den Verein tätig, den es seit 2005 gibt. Im Jahr 2007 wurde die Ausgabestelle in Eilenburg eröffnet. Seitdem werden jeden Mittwoch und Freitag von 14 bis 16 Uhr Lebensmittel an Bedürftige ausgegeben. „150 Personen nutzen wöchentlich im Schnitt die Stelle“, sagt Marion Reißig (45), die leitende Mitarbeiterin der Tafel. Alle, die Leistungen vom Staat beziehen und mit dem Einkommen unter der Pfändungsfreigrenze liegen, sind berechtig, das Angebot der Tafel zu nutzen. Das können Senioren mit einer niedrigen Rente, Hartz-4-Empfänger oder Arbeitslose sein. Nach Vorlage des Bescheides bekommen die Nutzer einen Tafelausweis, den sie immer mitbringen müssen. Außerdem werden sie im System erfasst. Doch auch diejenigen, die ihre Bedürftigkeit nicht nachweisen können, werden bei der Tafel nicht weggeschickt: „Hier wird jeder gleich behandelt“, sagt die leitende Mitarbeiterin. Im Nebenzimmer wird fleißig sortiert. Um 14 Uhr geht es los, dann kommen die ersten Nutzer.

Tafelverein braucht Geldspenden

Um einen minimalen Teil der Unkosten wie Miete oder Autos zu finanzieren, bekommt der Verein von den Nutzern einen symbolischen Obolus. In Eilenburg gibt es zehn Supermärkte, die Lebensmittel an die Tafel spenden. Dabei dreht es sich in der Regel um Produkte, die nicht mehr verkauft werden dürfen, weil sie das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht oder überschritten haben. „Wir wollen die Lebensmittel vor der Vernichtung retten. Trotz des Mindesthaltbarkeitsdatums sind sie nicht schlecht“, sagt Marion Reißig und zeigt auf das Gemüse, das alles andere als verdorben aussieht. Milchprodukte beispielsweise, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, dürfen an die Nutzer ausgegeben werden, wenn sie vorher verkostet wurden.

Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschen in der Umgebung zu unterstützen und denjenigen zu helfen, die darauf angewiesen sind. Im Moment ist die Tafel, was Sachspenden angeht, gut aufgestellt. Doch sie ist auch auf Geldspenden Tafel angewiesen. Diese sind allerdings sehr rar. Mehrmals im Jahr kümmert sich der Verein um Projekte für bedürftige Kinder: „Sie sollen den anderen Kindern am Kindertag oder an Weihnachten in nichts nachstehen. Doch um das zu verwirklichen, benötigen auch wir Unterstützung“, sagt die 45-Jährige.

Tafel-Nutzer zufrieden mit Angebot

Ramona Nareike ist eine der ehrenamtlichen Unterstützer der Ausgabestelle der Tafel in Eilenburg. Seit zwei Jahren geht sie dieser Tätigkeit nach, seit vier Jahren ist sie insgesamt dabei. „Die Arbeit ist abwechslungsreich und der Kontakt zu den vielen netten Menschen erfüllt mich“, sagt die 55-Jährige. In der Bundesrepublik Deutschland bestehen zur Zeit bereits über 900 Tafeln, die überzählige und genießbare Lebensmittel jenen zur Verfügung stellen, die sie dringend benötigen.

Ilona Herrmann nutzt seit über fünf Jahren das Angebot in Eilenburg. Sie ist sehr glücklich darüber, dass es diese Möglichkeit gibt: „Es ist eine große Hilfe für mich und viele andere. Ich werde immer freundlich bedient. Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt die Rentnerin und geht in den Ausgaberaum.

Von Maria Sandig

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