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Tarifverhandlungen bei Frankenbrunnen gehen weiter

Tarifverhandlungen bei Frankenbrunnen gehen weiter


Eilenburg. Der Warnstreik kam vor den Tarifverhandlungen, die gestern im Eilenburger Frankenbrunnen-Werk anberaumt waren.

. Rund 30 der insgesamt 78 Mitarbeiter legten am Mittwoch ihre Arbeit nieder. Aber die gestrige Runde der Tarifverhandlungen scheiterte, obwohl sich die Arbeitgeberseite ein Stück weit bewegte. Die Forderungen der Eilenburger liegen höher. Nun soll am 14. April erneut verhandelt werden.

Die Gewerkschaft forderte fünf Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeberseite war mit 1,5 Prozent Erhöhungen gestartet: 0,5 Prozent mehr Entgelt, 0,5Prozent mehr erfolgsabhängige Zahlungen plus 0,5 Prozent mehr Altersvorsorge. Schon bei dieser Rechnung legte Petra Schwalbe, die Vorsitzende des Landesbezirkes Ost der Gewerkschaft Nahrung–Genuss–Gaststätten (NGG) den spitzen Stift an und rechnete auf, dass real unterm Strich nur knapp ein Prozent Steigerung stehen würde. Zudem würden die 1,5 Prozent von der Arbeitgeberseite als Inflationsausgleich diskutiert. „Da hätten wir aber auch fünf Prozent bekommen müssen“, legte sie dar. Überhaupt: Deutschlandweit sei das Nettorealeinkommen um 10,5 Prozent gesunken. Andere europäische Länder verzeichneten bis zu 18 Prozent Reallohnzuwachs. „Wir wollen fünf Prozent mehr und das ist nicht utopisch, das ist eine bundesweit gestellte Forderung. Und wir wollen langfristig den Angleich an Neustadt/Aich.“ Das ist das Frankenbrunnen-Stammwerk. Derzeit verdiene ein Arbeitnehmer dort 148 Euro mehr im Monat. „Die Kollegen hier sind zuverlässig und flexibel“, ergänzte Jörg Most, NGG-Geschäftsführer der Region Leipzig/Halle/Dessau. Gewerkschafter, Betriebsrat und Tarifkommission sahen den Verhandlungen, die gestern gegen 10.30 Uhr starteten, gespannt entgegen. Wenig später stand fest, es muss eine weitere Runde geben.

Die Arbeitgeberseite hatte ihr Angebot auf den Tisch gelegt: 3,5 Prozent mehr Entgelt für 24 Monate. Diesmal ohne die Aufsplittung auf Erfolgsbeteiligung und Altersvorsorge. Doch die Tarifkommission auf der anderen Seite blieb bei der Forderung fünf Prozent. Für Gewerkschafterin Andrea Schwalbe stand fest: „Das genügt uns nicht. Auf die 24 Monate gerechnet, sind das nun mal nur 1,75 Prozent Steigerung pro Jahr“, erklärte sie gegenüber der Kreiszeitung. „Das würde uns von den Tarifentwicklungen völlig abkoppeln.“ Denn ansonsten seien Neuverhandlungen alle zwölf Monate üblich.

Den Angleich an das Stammwerk zog Harald Riegler, Personalleiter der Frankenbrunnen-Unternehmensgruppe, gar nicht in Betracht. „Wir zahlen in den neuen Bundesländern im Markenmineralwasserbereich die höchsten Tarifentgelte. Alle anderen liegen darunter. Die Verhandlungen werden nicht losgelöst von der Region geführt. Wir orientieren uns an der Mitbewerbersituation. Denn diese bestimmt unseren Markt für den Betrieb Eilenburg.“

„3,5 Prozent – das klingt viel, ist aber wenig“, erklärte Betriebsrätin Margid Ritter der Kreiszeitung. Sie hatte das Gefühl, dass die Arbeitgeberseite nach dem Warnstreik verärgert reagierte, verstehen kann sie das aber nicht: „Es ist kein Verlust entstanden. Wir haben von 13 bis 15 Uhr gestreikt. Die Frühschicht ist eher raus, die Spätschicht später rein. Und wir haben uns auch ausgestochen. Wir bekommen die Zeit also nicht bezahlt. Und es war genug Vorrat da.“ © Standpunkt

Heike Liesaus

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