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Eilenburg Tausende feiern Hoffest beim Obstbetrieb in Wöllmen
Region Eilenburg Tausende feiern Hoffest beim Obstbetrieb in Wöllmen
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23:28 11.09.2016
Zwei Tage lang zog der Besucherstrom auf dem Hof entlang. Quelle: Anke Herold
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Wöllmen

Das alte Handwerk lebt mit steigendem Interesse. Ebenso wächst zusehends der Wunsch nach Produkten aus der Region für die Region. Ein gut sortierter Handwerksmarkt bringt viele dieser Anbieter zusammen. Seit Jahren gibt es diesen, der seinesgleichen in der Region sucht – auf dem Obsthof in Wöllmen. Im Rahmen des Hoffestes lud die Familie Dottermusch am Wochenende wieder dazu ein. Mit Kosten, Kaufen, Selbstpflücken stand selbstverständlich der Malus Domestica im Mittelpunkt. Auf der 18 Hektar großen Apfelplantage, dem Herzstück des Obsthofes, nutzten hunderte Liebhaber die Möglichkeit, den Vitaminspender eigenhändig vom Baum zu ernten. Wer nicht selbst Hand anlegen wollte, konnte sich auf dem Bauernmarkt in den Kisten den frischen Rubin, Summered, Elstar und Co. zusammenstellen. Zudem lachte die Sonne vom Himmel und sah dem Treiben tausender Besucher zu, wie sie sich geduldig an den schön geschmückten Erntewagen, Kürbissstrecken, Händlern und Ausstellern vorbei schlängelten. An den Imbissständen mit Holundersuppe, Zebu Lachs und vielem mehr bildeten sich schnell Schlangen. Gestärkt schlenderten die Gäste weiter und staunten über altes Handwerk. Korbmacher, Kunstschmied, Blumenbinder, Schneidereien, Künstler und sogar ein Buchillustrator präsentierten ihr Können. „Wir sind immer hier zu Gast. Es ist authentisch. Man sieht die Vielfalt der Region und dass die Händler und Produzenten dahinter stehen“, lobt Barbara Colditz das Spektakel, nachdem sie am Stand von Thomas Leibe die gezeichneten Kinderbücher bewunderte.

Vereine und Verbände sind mit dabei

Zahlreiche Vereine und Verbände machten das facettenreiche Landleben in unglaublicher Reichhaltigkeit zugänglich. Neu auf dem Hofgelände das längste vergessene Dengeln von Sensen. Ekkehard Unger ist Mitglied im Sensenverein, ließ hinter die Kulissen blicken und vermittelte wertvolles Know-How zum Erhalt des alten Kulturgutes. Anne Harnisch lässt ihr Sense begutachten. Das alte Stück hatte an Schärfe inzwischen verloren. Mit einem Schleifklotz und flinken Händen schafft Unger vor Ort Abhilfe. Zum ersten Mal mit von der Partie sind Jan Ole Schlegel und Beatrix Lettau. Beide stellten ihr Holzunikate in Wöllmen aus. In ihrer offenen Werkstatt werden Restholzbestände aus der Region Leipzig verarbeitet. Mikel Walther probiert eines der Möbelstücke und erklärt begeistert. „Eine tolle und bequeme Relaxliege, passend zu der ruhigen und entspannten Atmosphäre hier auf dem Obsthof.“

Auch für die Kleinen gibt es was zu erleben

Nicht nur um die Großen sorgte sich Dottermusch, sondern achtete drauf, dass auch die Kleinsten auf ihre Kosten kamen. Die Strohquaderballenburg ist schon seit Jahr und Tag der Dreh-Angel und Spielepunkt für die jüngsten Hoffestbesucher. „Durch den Tunnel kriechen und oben drauf klettern, das hat mir gut gefallen,“ schwärmt Levy Seyfarth, während er sich an einem der zahlreichen Bastelstände ein Gespenst aus Trockenfilz herstellte. „Jedes Jahr ist es für uns eine Herausforderung und für die Kunden eine wichtige Einstimmung auf den kommenden Herbst und die Apfelsaison. Schon im zeitigen Frühjahr fragen viele nach, wann das Hoffest wieder sein wird, damit sie es nicht verpassen“, fasst der Hof-Chef das bunte Treiben, das in diesem Jahr erneut um zirka 30 Prozent an Umfang zugenommen hat, zusammen.

Die regionale Kunstausstellung in der Apfelscheune wurde ebenfalls traditionell Freitagabend eröffnet. Ines Meinhardt und Manuela Kahle präsentierten Kunst auf Papier. Die Fotos und Grafiken zum Thema „Aus der Ferne aus der Nähe“ sind noch bis zum 25. September in Wöllmen zu erleben.

Von Anke Herold

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