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Tausende feiern das Reginenfest auf dem Burgberg

Tausende feiern das Reginenfest auf dem Burgberg

Zur Eröffnung des Eilenburger Reginenfestes fließt traditionell Freibier aus dem Fass. Und um den Zapfhahn in Position zu bringen, schlägt normalerweise Oberbürgermeister zu.

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Auch das Laientheater trat auf.

Quelle: Carsten Lippert

Der erste Versuch sitzt. Weil Hubertus Wacker an diesem Wochenende verhindert ist, vertritt ihn Linke-Stadtrat Jürgen Prochnow – würdig, wie sich gleich bei der Eröffnung auf dem Burgberg zeigt.

Der Pferdehof Telligmann aus Wedelwitz ist erstmals dabei. „Vor zwei Jahren konnte ich ihn noch nicht dazu überreden. Dieses mal hat es geklappt", freut sich Burgvereins-Chefin Steffi Schober. Der Pferdehof zeigt mit zwei Pferden beim barocken Reiten, wie gut sich Mensch und Tier verstehen können. Eine Premiere gibt es auch mit der Musikwerkstatt aus dem Haus VI. Diese hat nicht nur erstmals die Bühnentechnik gemanagt, sondern auch bei der Bandauswahl im Abendprogramm den Ton angegeben.

Wie viele Leute den ganzen Tag über auf der Bühne standen und unter anderem mit Burgvereins-Kuli sowie Dottermusch-Apfel belohnt wurden, das konnte Moderator Mathias Gürke nicht auf Anhieb sagen. „Aber über 300 sind es auf jeden Fall", berichtet er. Der Oberkarnevalist, der in das Kostüm eines Ratsherren schlüpfte, kann wieder auf die Eilenburger Tanzgruppen zählen. Von ihnen sind aus den verschiedenen Gruppen über 100 Mitglieder im Einsatz.

Eine Zauberkugel macht es möglich. Hexe Eleisa und ihr Freund, das Eichhörnchen Puschel, werden in die Zukunft geschickt, in der sie unter anderem den Putzroboter Putzi begegnen. Ermöglicht hat dies das Eilenburger Laientheater, das dieses Stück extra für den Burgverein geschrieben hat.

Live ist live, und auch das gibt es am Sonnabend auf der Bühne: Für das Eilenburger Tanzpaar Lena Gürke und Maximilian Rothfeld wird die falsche Musik eingespielt. Die beiden tanzen trotzdem erst mal los. Als feststeht, dass die richtige Musik nicht da ist, springen The Feather Dancer aus Naundorf ein, die eigentlich erst später dran sind. Lena und Max dürfen später noch mal zur richtigen Musik tanzen. Das freut Besucher Dirk Lippmann. „Wir haben Max und seine Familie im Ägypten-Urlaub kennengelernt, obwohl wir nur zwei Kilometer auseinander wohnen", so der Eilenburger. „Da bin ich heute extra wegen Max hergekommen, um ihn mal tanzen zu sehen."

Auf ihren Auftritt müssen Stefanie Kitzing und Carolin Paul lange warten, da die Band vor ihnen einfach die Stimmung genießt und nicht aufhört. Die beiden Freundinnen aus Naundorf lassen sich dadurch nicht aus dem Takt bringen und lassen als Duo Arkadash 20 Minuten gekonnt Fackeln und Bäuche kreisen.

Edelgard Sängerlaub und Mira Wunder bringen den Besuchern das Spinnen und Klöppeln näher. „Die Spitzen, die man früher geklöppelt hat, trug man als Kragen. Meist konnten sich nur Reiche diesen Luxus leisten. Was früher richtiger Broterwerb war, ist heute nur noch Hobby", sagt Edelgard Sängerlaub.

Immer wieder wird das Fest vom lauten Geknalle der Kanonen erschüttert. Knuth Sylvester und Christian Reis vom Verband deutscher Schwarzpulver-Kanoniere, Standort Doberschütz, pflegen das Brauchtum des Schwarzpulverschießens. „Oft bauen wir unseren Stand mit verschiedenen Langwaffen wie kleine und große Kanonen auf Festen in der Region auf."

Wie man um 1170 so lebte, demonstrieren Kathrin Gorczak und Dieter Giese mit ihren Familien aus Delitzsch. Und dann nennt sich Kathrin Gorczak auch Jadwiga de Storcowe und zeigt den Besuchern, was damals alles im Mittelalter so geschah. Auch diesmal hat sie ein altes Handwerk mitgebracht. Beim sogenannten Brettchenweben zeigt sie, wie Borden für verschiedene Gewänder und Kettenhemden für die Männer hergestellt wurden.

Historische Kopfbedeckungen, Taschen und Schürzen präsentierten Gudrun Gatzsche und Bettina Kühnel vom Soziokulturellen Zentrum Delitzsch. „Alles, was hier gezeigt wird, haben wir selbst hergestellt. Wir zeigen Sachen von der Antike bis zur Neuzeit und gehen damit auch regelmäßig auf historische Modenschauen", zählt Gatzsche auf. In Eilenburg machen die Frauen aus Delitzsch mit ihren selbstgenähten Schwedenkostümen in den Farben blau-gelb eine gute Figur.

Die Arbeiterwohlfahrt-Werkstätten Sachsen-West mit ihrer Einrichtung in Eilenburg hat nicht nur selbst produzierte Keramikwaren im Gepäck, sondern auch Holzbottich und Schöpfgeräte zur Papierherstellung. Marcel Köppe zeigt, wie früher das weiße Blatt zum Bemalen entstand. Dazu wird mit einem Sieb ein im Wasser befindlicher Papierbrei aufgenommen, entfeuchtet und später gepresst. Das so handgeschöpfte Papier darf dann jeder mit Motiven der Burg oder des Eilenburger Stadtwappens mit nach Hause nehmen.

if/ka/bro

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