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Eilenburg Temposünder bringen Eilenburg 125.000 Euro ein – Düben verteilt lieber Knöllchen
Region Eilenburg Temposünder bringen Eilenburg 125.000 Euro ein – Düben verteilt lieber Knöllchen
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12:38 08.02.2016
Wer falsch parkt, bekommt ein Knöllchen von der Stadt.  Quelle: dpa
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Eilenburg/Bad Düben

Die Stadt Eilenburg hat im vergangenen Jahr 120.500 Euro Bußgeldeinnahmen verbucht. Eine Größe, die sich den in den letzten Jahren auf diesem Level eingepegelt hat. Nach einem Rückgang der Einnahmen aus dem ruhenden Verkehr gibt es wieder einen Anstieg zu verzeichnen. 2014 waren es 38 .800 Euro, im Jahr drauf 63. 800 Euro. „Das Geld fließt in die Gesamtdeckung des Haushaltes ein“, sagt Kämmerin Ulrike Glück.

Seit 2010 müssen Kommunen mit mehr als 10. 000 Einwohnern die Geschwindigkeitskontrollen selbst realisieren. Mit Blick auf die Kosten entschied sich Eilenburg, blitzen zu lassen. Im Auftrag der Stadt ist eine Dienstleistungsfirma unterwegs. „Im Durchschnitt einmal pro Woche“, so Hendrik Lapinski von der Verwaltung. Wo das Laser-Gerät Temposünder erfassen soll, sagt die Stadt. Ein Mitarbeiter ist immer mit an Bord. Um die 40 Messstellen gibt es quer über das Stadtgebiet verteilt. „Es kommt darauf an, wo die Voraussetzungen da sind, dass wir messen können“, so Lapinski. Die Blitzer-Standorte müssen rechtlich Bestand haben, festgelegte Kriterien wie Entfernungen und Abstände einhalten.

Sensible Bereiche wie vor Schulen und Kitas sind verstärkt im Fokus. 30er-Strecken wie im Gabelweg oder in der Hochhausstraße werden ebenso überwacht, auf der Umgehungsstraße auf die Einhaltung des Limits geachtet. Um Schwerpunkte setzen zu können, kommt das Verkehrszählmessgerät zum Einsatz. Dieses kann zumindest erste Hinweise auf die Tendenz zum Rasen geben. So sei auf diese Weise in der Hartmannstraße ein relativ hoher Prozentsatz von Zu-schnell-Fahrern festgestellt worden, sagt Lapinski. Dennoch, so der Stadtbedienstete, müsse schon beachtet werden, dass selbst Überschreitungen von ein, zwei km/h registriert würden. Genauere Aussagen sind erst nach Mess-Einsätzen möglich. Hinweise von Anwohnern auf Raserstrecken gebe es immer wieder. Nicht immer bestätigten sich die subjektiven Empfindungen. Beispiel Kospa: „Hier sind viele Lkw unterwegs, die den Verkehr automatisch abbremsen.“ In der Halleschen Straße wurde ebenso gemessen. Auch hier vermittele offenbar das Kopfsteinpflaster einen anderen Eindruck von der tatsächlichen Geschwindigkeit.

In puncto ruhender Verkehr sind die beiden Politessen unterwegs. Vor allem Feuerwehreinfahrten und Behindertenparkplätzen gilt ihr Interesse. „Vor der Kita im Bummi-Weg parken immer wieder Pkw im Rettungsbereich, obwohl ein paar Meter weiter Parkplätze frei sind.“ An der Kita „Löwenzahn“ hätten sich verstärkte Kontrollen ausgewirkt – dort gebe es weniger Verstöße. Ebenso am „Schwalbennest“, wo das Parken auf Gehwegen und in der Feuerwehreinfahrt registriert wurde. Dies habe nachgelassen, auch weil dieser Bereich durch eine neue Pflasterung gut sichtbar gemacht wurde.

Bad Düben liegt dagegen unter der 10.000er-Grenze. Heißt, die Stadt blitzt nicht selbst. Mit dem ruhenden Verkehr hat das Ordnungsamt gut zu tun. Rund 21 500 Euro flossen an Bußgeldern in die Stadtkasse. Etwas mehr als sonst, dafür haben sicher auch die neuen Beträge im Bußgeldkatalog gesorgt: „Wir haben kontrolliert wie in den Vorjahren auch“, so Gabriele Leibnitz von der Stadtverwaltung. Schwerpunkte liegen dabei bei den Parkplätzen in der Innenstadt. Gebühren werden zwar nicht erhoben, dafür aber das Parken auf dem Markt, dem Paradeplatz und an den Seitenstreifen im Innenstadtbereich zeitlich begrenzt. Ordnungsgelder wurden in Höhe von 900 Euro erhoben, darunter wegen Lärmbelästigung.

Von Kathrin Kabelitz

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