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Tierisches Kommen und Gehen: Eilenburger Tierschutzverein feiert Jubiläum

25 Jahre Vereinsgeschichte Tierisches Kommen und Gehen: Eilenburger Tierschutzverein feiert Jubiläum

Der Eilenburger Tierschutzverein engagiert sich seit einem Vierteljahrhundert fürs Wohl von Tieren. Trotz aller Anstrengungen der circa 100 Vereinsmitglieder: Die Probleme werden nicht geringer, eher im Gegenteil. Tiere suchen immer öfter ein Zuhause und die Kosten für den Tierheimbetrieb steigen.

Tierheim-Leiterin Annett Albrecht und Grit Heintze mit Ziegenbock Mäcke.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Wieder sind Hunde ausgebüxt und in der Fundstation im Eilenburger Tierheim gelandet. – Alltag hier Am Färberwerder. Auch dies blieb beim Sommerfest, an dem die Einrichtung ihre Pforten öffnete und der Tierschutzverein 25-jähriges Bestehen feierte, nicht aus. Hunderte große und kleine Tierliebhaber besuchten das Tierschutzzentrum. Auf dem Weg vorbei an den Hundezwingern wurden die Unbekannten mit lautem Gebell in Empfang genommen.

Bewegte Vereinshistorie

Seit 25 Jahren gibt es den Tierschutzverein Eilenburg und Umgebung. Ebenso lange hält die Gründerfamilie Wolf die Fahne hoch. Die Entscheidung, den Verein ins Leben zu rufen, wurde von ihnen und den gemeinsamen Interessen anderer Mitstreiter sowie der Liebe zu den Tieren getragen. Die aktuelle Vorsitzende, Iris Albrecht blickt zurück: „Herr und Frau Wolf hatten sich schon Jahre zuvor mit großem Engagement um Tiere gekümmert.“ Annett Albrecht, seit 2012 Tierheimleiterin, wirft ein: „Damals haben sie das auf ihrem eigenen Grundstück gemacht. Irgendwann reichte der Platz nicht mehr aus.“ Zunächst nutzte der Verein alte Gebäude im einstigen Stadtbad. Als das 2002 überflutet wurde, hielt ein Bahngebäude in der Nähe her. Die Bedingungen für Helfer und Tiere waren alles andere als komfortabel. Nach vielen Anstrengungen konnten sie vor zwölf Jahren an den jetzigen hochwassersicheren Standort ziehen. Hier stehen nun Hundezwinger, Wiesen, Katzenräume, Unterkünfte für Vögel, Ziegen und Kleintiere sowie Krankenstation, Tierarztzimmer und Quarantäneräume zu Verfügung. Sogar Wildtiere dürfen aufgenommen werden.

Tiere schützen, Menschen beraten

„Der Verein zählt circa 100 Mitglieder und ist hauptsächlich dafür verantwortlich, dass die Finanzen zur Verfügung stehen. Das Tierheim sorgt sich dann in der Praxis um die Tiere“, erklärt Iris Albrecht. Die Aktiven bemühen sich, mit offensichtlich viel Engagement, nicht nur um die abgegeben, sondern auch um freilaufende Tiere. Zudem wollen sie Tierhalter über artgerechte Haltung beraten, führen aber auch Tierschutzkontrollen durch.

Bei allen Fortschritten, viele Probleme nehmen aus Annett Albrechts Sicht zu: „Man kann sich zu einfach so ein Lebewesen anschaffen, beispielsweise übers Internet. Irgendwann merken die Leute, dass es Komplikationen gibt. Dann wollen sie das Tier meistens wieder loswerden. Und wir sind der Anlaufpunkt.“ Ständiges Kopfzerbrechen bereitet das Finanzielle, vor allem aufgrund steigender Tierarztkosten. Trotz Unterstützung vom Kooperationspartner Terra Mater, den Kommunen, haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern, Vereinsmitgliedern, Tierpaten und Spendern sind die monatlichen Kosten in Höhe von rund 15 000 Euro nur mühselig zu stemmen.

Neuer Wohnsitz gesucht

Dabei wissen die Tierschützerinnen: „Das Zentrum kann ein eigenes Zuhause niemals ersetzen.“ Das zu finden ist in einigen Fällen gar nicht so leicht. Kleine Hunde sind zum Beispiel schnell, ältere sowie kranke wiederum komplizierter zu vermitteln. Derzeit leben circa 200 Tiere im Heim, zum größten Teil Katzen.

Der Verein will früh Aufklärung leisten: „Wir gehen beispielsweise in Schulen und Kindergärten, oftmals mit einem kleinen Streichelzoo, um Kindern den Umgang mit Tieren näherzubringen.“ Um auf Tierschutzfragen aufmerksam zu machen, werden Aktionen organisiert. Letzten Endes kann sich jeder für Tiere einsetzen und die Arbeit mit Spenden oder Patenschaften unterstützen.

Von Natalie Dieckmann

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