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Eilenburg Tierpark Eilenburg: Hof-Schwein Willi ist tot
Region Eilenburg Tierpark Eilenburg: Hof-Schwein Willi ist tot
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15:05 31.08.2018
Willi III. auf einen seiner Rundgänge mit einer Kindergruppe. Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

Eins steht fest: Obwohl Willi III. im Eilenburger Tierpark eingeschläfert werden musste, hatte er Schwein. Das Hängebauchschwein war 2011 auf dem Gnadenhof in Püchau gestrandet. „Damals“ so erinnert sich Eilenburgs Tierparkleiter Stefan Teuber, „bekamen wir die Anfrage, ob wir den Eber nicht vorübergehend bei uns unterbringen könnten.“ Vorübergehend ist relativ. Das Hängebauchschwein, bei dem schnell feststand, dass es die Nachfolge der Hofschweine Willi I. und Willi II. antreten würde, blieb – bis jetzt. Zuletzt, so Stefan Teuber, habe er sich allerdings nur noch gequält. Gemeinsam mit dem Tierarzt habe deshalb die Entscheidung zum Einschläfern getroffen werden müssen.

Willi III. packte die Neugier

Da das Waisenkind als zweiter Eber nicht zu seinen Artgenossen im Tierpark konnte, bekam er vor sieben Jahren wie seine Vorgänger ein Stroh-Einzelbett im Hof, aber auch manche Extraportion Futter und Streicheleinheit. Schnell war klar, er würde von seinen Vorgängern nicht nur das Domizil, sondern auch den Namen erben. Doch während sich seine Vorgänger mit dem Freigang im Hof begnügten, reichte das dem Dritten in der Schweinbande nicht. Ihn pikste die Neugier. Er wollte unbedingt wissen, was sich hinter der Schiebetür verbirgt, durch die die Wesen auf zwei Beinen regelmäßig aus seinem Sichtfeld verschwanden. „Eines Tages hat er das Schiebetor tatsächlich aufbekommen und stand auf einmal im Tierpark“, erinnert sich Stefan Teuber. Erst hätten sie das ja verhindern wollen. „Doch dann haben wir festgestellt: Willi III. drehte seine Runden, grunzte mit Pony, Artgenossen und Co. und kam dann von allein zurück.“ Selbst an besucherstarken Tagen wollte er darauf nicht verzichten. Doch er wusste, wo er hingehört. Stand er auf dem Rückweg mal vor dem geschlossenen Tor, forderte er lautstark Zugang zum Wirtschaftshof. Hier war sein Zuhause, das er sich gern mit Decken, Kartons und selbst Schuhen behaglich gestaltete. Übelnehmen konnte ihm das keiner.

Willi IV wird es erst einmal nicht geben

Denn schnell wurde Willi III. nicht nur beim Personal, sondern auch auf der Kuschelrunde, die speziell zu Kindergeburtstagen angeboten wird, der Hit. War er da mal gerade nicht aufzufinden, wusste sich Tierpflegerin Silva Förster übrigens zu helfen. „Wenn ich ihn brauchte, dann habe ich einfach den Futterhäcksler angemacht, und er kam angerannt.“

Die verwaiste kleine Ziege wird von Beginn an auch von Dobermannhündin Kessy „betreut“. Quelle: Wolfgang Sens

Das wird nun nicht mehr nötig sein. Denn einen Willi IV. wird es erst einmal nicht geben. Den Platz auf dem Hof hat sich längst die Ziege Mini erobert. Mini musste 2017 mit der Flasche aufgezogen werden und hat nun, zeitweise mit Dobermannhündin Kessy, den Hof für sich. „Auch Mini“, so hat Stefan Teuber ausgemacht, „ist eine perfekte Hofhündin, die ihr Revier mit allen Klauen verteidigt.“

Und das wird sie hoffentlich noch lange können. Denn ins Ziegengehege soll Mini, die über ihre Hofheimat nichts zu meckern hat, nicht zurück.

Von Ilka Fischer

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