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Eilenburg Tierschützer bergen Reptilien aus Eilenburger Wohnung - Halter verschwunden
Region Eilenburg Tierschützer bergen Reptilien aus Eilenburger Wohnung - Halter verschwunden
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16:33 21.04.2011
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. Lange Zeit hatte sich der Mieter nicht dort blicken lassen. Dabei befanden sich viele Tiere, vor allem Reptilien, in den Zimmern.

Nach einem Brand im Keller hatte die in Eilenburg ansässige Immoblienverwaltung bereits bemerkt, dass in der Wohnung viele Tiere lebten und versucht, deshalb mit dem Mieter Kontakt aufzunehmen. „Es ist nicht erlaubt und war uns vorher auch nicht bekannt", erklärte Mitarbeiterin Kerstin Schüritz. Doch der Mieter habe sich auf die Aufforderung hin nicht gemeldet. Als das verrußte Treppenhaus gemalert wurde, war der Fußabtreter gegen die Wohnungstür gelehnt worden. So fiel auf, dass sich der Bewohner die ganze Woche über nicht in seinem Domizil blicken ließ und die Tiere unversorgt gelassen hatte. „Wir haben uns mit dem Eilenburger Tierheim in Verbindung gesetzt. Dort wurde empfohlen, uns mit der zuständigen Behörde, dem Landratsamt, in Verbindung zu setzen", berichtete Schüritz weiter.

Auch in Abstimmung mit der Polizei wurde dann Dienstagnachmittag die Wohnung geöffnet. Der Anblick war schockierend. Es befanden sich lebende und tote Tiere in der Wohnung. Alle sind abends noch von den Eilenburger Tierschützern abholt worden. Sie bargen insgesamt zehn Schlangen – die größte davon zwei Meter lang – einen toten Leguan sowie lebendige und verendete Ratten, die als Futtertiere gehalten wurden. Gestern kümmerten sich Gerhard Wolf und weitere Mitstreiter im Tierschutzzentrum um die Findlinge, denen noch geholfen werden konnte. „Sie sind sehr unterernährt, unterkühlt und die meisten krank und von Parasiten befallen", erklärte er. „Es ist traurig, dass es Leute gibt, die sich solche Tiere anschaffen und diese dann nicht mehr versorgen, wenn sie ihnen offenbar zu groß werden und sie viel Futter brauchen. Das Einfachste ist dann wohl, sie einfach zu verlassen." Gerade vor wenigen Wochen waren an der Eilenburger Kiesgrube tote Riesenschlangen gefunden worden.

Die Reptilien aus Hohenprießnitz werden nun im Tierschutzzentrum Am Färberwerder versorgt, damit sie wieder „auf Beine kommen", so Wolf. „Wir müssen sie jetzt wegen des Parasitenbefalls in Quarantäne halten, bevor wir sie wirklich ordentlich unterbringen können." Doch eigentlich sei das Zentrum überhaupt nicht auf einen solchen großen Fund eingerichtet. Was mit den Tieren später wird, könnte er noch gar nicht sagen, schließlich befinden sie sich auf Einweisung des Veterinäramts in seiner Obhut. Doch eine Aussage über die Zukunft der Tiere wollte auch der Leiter dieser Landkreisbehörde, Michael Preuß, noch nicht treffen. Denn nun habe die Polizei die Verfolgung der Tat in der Hand. Es gehe hier schließlich um Tierquälerei. Das ist ein Straftatbestand.

Thomas Jentzsch

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