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Training am Grund der Mulde bei Eilenburg

Polizei-Übung Training am Grund der Mulde bei Eilenburg

Alles eine Frage der Übung: Wie kann nach Material und Personen im Wasser gesucht werden, wenn Strömung und schlechte Sicht behindern? Taucher der sächsischen Bereitschaftspolizei trainierten das dieser Tage in der Mulde zwischen Groitzsch und Kollau bei Eilenburg.

Bootsmann,

Quelle: Heike Liesaus

Groitzsch/Kollau. Ein Seil verbindet am Mittwochmorgen die Muldeufer zwischen dem Jesewitzer Ortsteil Groitzsch und Kollau, das zu Thallwitz gehört. Drumherum eine Menge Polizei-Fahrzeuge. Ein Unimog auf der einen und ein sogenannter Sonderwagen sorgen für Halt. „Luftankerseil“ nennt Kai Langanke die temporäre Konstruktion, an der sich ein Schlauchboot wie eine Fähre entlang bewegt. Der Polizeioberkommissar ist stellvertretender Gruppenführer des Tauchdienstes der Bereitschaftspolizei. Hier wird ein Spezialtaucheinsatz geübt. „Mir geht es hier und heute ums Zusammenspiel der Kräfte, nicht allein um die Taucher“, erklärt der 41-Jährige. Trotzdem ist alles auf deren Einsatz abgestimmt. Im Ernstfall sollen sie Beweismittel sichern, Material oder gar Personen suchen und bergen. Auch wenn die Mulde gerade eine fast spiegelglatte Oberfläche zeigt, die Kraft der träge dahinströmenden Fluten ist beträchtlich. Nicht allein sieben Kilo Blei im Gürtel sondern noch dazu Bleisandalen unter den Sohlen des Anzugs halten den Taucher auf dem Untergrund. Vom Boot am Ankerseil aus kann er im Wasser quasi gestützt werden. Es ist mit Reservetaucher, Bootsmann und Signalmann besetzt, der den Funkdialog mit dem Kollegen unter Wasser führt. Maximale Tauchtiefe an diesem Tag: 2,20 Meter. Wassertemperatur: 6 Grad Celsius.

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Taucher der sächsischen Bereitschaftspolizei trainierten das dieser Tage in der Mulde zwischen Groitzsch und Kollau bei Eilenburg. Heike Liesaus war dabei.

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Viele Steine, kein Fisch

„Die Sicht betrug etwa einen Meter. Das ist unerwartet gut“, erzählt einer der Taucher, Polizeiobermeister Daniel Zenker, später, als er wieder im Trockenen ist. „Ich konnte also auf Sicht tauchen.“ Herausforderung ist dabei vor allem die Strömung. Im Vierfüßlergang gegen sie angestemmt muss der Grund unter die Lupe genommen werden. Viel mehr als Steine waren zwischen den Ufern nicht zu finden. Nur ein merkwürdiges Rohr mit Muffe, ein Schrottteil, das am Ende mitgenommen wird. Es könnte Boote beschädigen. Fische? „Waren gerade nicht da.“

Fundstück

Fundstück: Daniel Zenker bringt ein Stück Schrott vom Flussgrund mit.

Quelle: Heike Liesaus

Tastend

Dank Trockenanzug und Maske wurden im Wesentlichen nur die Hände kalt. Aber getaucht werden kann und muss bei jeder Außentemperatur, selbst unter Eis. Oft genug ist auch die Sichtweite noch schlechter, wird tastend gesucht. Eine Arbeit mit besonderen physischen und psychischen Herausforderungen. Um in diese Polizeigruppe zu kommen, dauert allein die Tauchausbildung neun Wochen, die technische Ausbildung zwei und der Bootsführerschein noch einmal vier Wochen, zählt Kai Langanke auf.

Ein Echteinsatz in der Mulde bei Eilenburg liegt glücklicherweise einige Zeit zurück. Ein Angler, der sein Auto am Ufer wenden wollte, war im Juni 2011 in den Fluss gerutscht. Er konnte nur noch tot geborgen werden.

Training in Eilenburg

Regelmäßiges Training läuft auch in der Eilenburger Schwimmhalle. Wegen des Sprungturms ist das Wasser dort bis zu vier Meter tief. Das gibt es selbst in Leipzig nicht oft. Alle 14 Tage steht das Abtauchen zwar in der Muldestadt im Plan, real kommt es aber etwa einmal im Monat dazu. „Bereitschaftspolizei“ sagt es schon: Langanke, Zenker und Kollegen können schnell anderswo gefragt sein. Das Einsatzspektrum der 18-köpfigen technischen Gruppe reicht dabei über das Tauchen hinaus. Wenn nötig, sorgt sie auch für Licht oder stellt sogenannten Hamburger Absperrgitter auf.

Echter Bleifuß

Echter Bleifuß: Die schweren Metallsandalen helfen, auf dem Grund des Flusses zu bleiben.

Quelle: Heike Liesaus

Von Heike Liesaus

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Groitzsch/Kollau
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