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Eilenburg Trauerspiel um Eilenburgs Trauerhalle
Region Eilenburg Trauerspiel um Eilenburgs Trauerhalle
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16:52 10.11.2017
Der Zustand der Bereiche, in denen auf dem Eilenburger Friedhof auf dem Mansberg Trauerfeiern stattfinden, sorgt für Kritik. Quelle: Kathrin Kabelitz
Eilenburg

Für Monika Neumann-Wächtler ist der Zustand der Trauerhalle auf dem Friedhof auf dem Mansberg ein wahres Trauerspiel. Die 75-Jährige spricht gar von einem „kleinen, großen Skandal“, wenn sie an das Umfeld der Beerdigungen denkt, an denen sie in jüngster Vergangenheit teilgenommen hat. Der Raum, der offenbar als Aufenthaltsraum gedacht sei, gleiche „einer Rumpelbude“, man könne nirgends auf Toilette gehen. „In der Trauerhalle ist die Beschallung schlecht, in der ersten und zweiten Reihe hört man was, dann nichts mehr“, beklagt sie. Rollstuhlfahrer scheitern an schier unüberwindbaren Kanten auf dem Gelände. Das alles bringt die Eilenburgerin unter dem Blickwinkel, dass erst 2016 die Gebühren erhöht wurden, statt bis dahin 180 Euro nun beispielsweise 195 Euro für die Nutzung der Trauerhalle zu zahlen sind, auf die Palme: „Sie erhöhen die Gebühren, aber es ist nichts in Ordnung.“ Auch ein Friedhofswärter oder -gärtner, wie ihn andere Städte haben, sei angebracht.

Eilenburgs OBM zeigt Verständnis

Der marode Zustand der Halle, die weitgehend noch im Zustand von 1958 ist, sei im Rathaus bekannt, zeigt Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) Verständnis für die Kritik. Für die Beschallung sei der Bestatter zuständig, baulich die Stadt. „Und da sind die Weichen bereits in Richtung Verbesserung der Situation gestellt“, so Scheler. Für den Umbau und die Sanierung der Kapelle auf dem Friedhof Mansberg stehen 270 000 Euro bereit. In einem ersten Bauabschnitt wird der Kapellenraum unter wirtschaftlichen und effizienten Aspekten umgebaut, inklusive Dachneueindeckung und Dämmung. Zudem sollen die Heizung erneuert und zwei weitere Kühlzellen eingebaut werden. Geplant sind die Verlagerung und der Neueinbau der Toiletten sowie die Gestaltung des Eingangs. Nach der Planung in diesem Jahr ist die Realisierung im kommenden vorgesehen. Der zweite Bauabschnitt, der den östlichen Gebäudebereich betrifft, soll nach 2020 starten.

Friedhofsgärtner gibt es nicht

Eine Änderung in puncto Friedhofsgärtner ist nicht angedacht. „Diese Aufgabe liegt seit Anfang der 1990er-Jahre nicht mehr bei der Stadt“, so Heiko Leihe vom Oberbürgermeisterbereich. Zuständig ist die Stadtwirtschaft Eilenburg. Auf gestiegene Aufwendungen für die Grünpflege werde die Kommune reagieren und mehr Mittel bereitstellen. Zu entscheiden hat darüber aber zunächst der Stadtrat, voraussichtlich noch dieses Jahr.

Von Kathrin Kabelitz

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