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Eilenburg Trubel in der Muldestadt – Eilenburg feiert sein 22. Stadtfest
Region Eilenburg Trubel in der Muldestadt – Eilenburg feiert sein 22. Stadtfest
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22:00 11.06.2017
Die Feiermeile entlang der Torgauer-, Leipziger-, Berrnhardi- und Rinckartstraße war an allen drei Tagen gut gefüllt.Foto: Ilka Fischer
Eilenburg

Die Vorbereitungen auf ein Stadtfest in Eilenburg dauern Monate. Ist es dann so weit, lautet die Aufforderung kurz und knapp: „Esst, trinkt, flaniert und kauft“. Das verkündet der Stadtschreiber des Burgvereins, Andreas Steudel, am Freitag kurz nach 18 Uhr. Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) gelingt es, das Bier-Fass mit drei gezielten Schlägen anzuzapfen. Und doch bleibt der Eindruck: Die Band Die Landstreicher hätte mehr Leute vertragen, die zu dieser Zeit über den Marktplatz streifen.

Fackelumzug und Feuerwerk

Das sollte sich dann wahrlich ändern. Schon mit der einsetzenden Dämmerung hellt sich das Stimmungsbild merklich auf. Von Boras, die Schülerband aus Torgau, heizt auf der Pub-Bühne ein, bei DJ Roy am Torbogen trauen sich die ersten Tänzer auf den Asphalt. Gegen 22.30 Uhr streben rund 250 kleine Fackelträger, begleitet vom Fanfarenzug Eilenburg und der Feuerwehr, wie auch die Partygäste dann alle zu einem Ziel: dem Feuerwerk. Zehn Minuten lang steigen vom Burgberg Feuerblumen und Sternenorgien in die Eilenburger Nacht. Zum zehnten Mal ist der Liemehnaer Feuerwerker Uwe Winkler für das Spektakel am Himmel zuständig. Im Laufe der Jahre muss er wegen der Neugestaltung des Areals hoch oben über der Stadt mit immer weniger Platz auskommen. „Heißt, es geht nur noch gerade nach oben, nichts gefächertes mehr.“ Bis zu 200 Meter schießt das Feuerwerk in die Luft. Zum Finale gibt’s einen neuen Effekt anno 2017: Brokade to red blink. Am Ende ist der Burgberg in Rauchnebel eingehüllt, die Gäste sind begeistert. „Es war richtig fantastisch und mitreißend. Das Farbenspiel und der Spannungsaufbau – alles toll aufeinander abgestimmt“, lobt Cathleen Reimann. Zugabe-Rufe schallen durch die Nacht, zugleich ist das der Startschuss für der Party zweiter Teil. Die Stadtfestbesucher haben die Qual der Wahl zwischen Rock am Pub, Diskomusik am Torbogen, Partymusik am Marktplatz oder House-Klängen am Strandhotel.

Bowle unterm Sonnenschirm

Am nächsten Morgen zieht der kleine Elias Hedrich aufgeregt an der Hand seine Oma Judith. Er möchte die Riesenrutsche hinuntersausen, bevor es weiter zur Marktbühne geht. Dort bereiten sich inzwischen seine Kindergartenfreunde auf ihren Auftritt vor. Seine Mutter Patricia hat an diesem Morgen mal ausgeschlafen, sie war am Abend auf der Partymeile unterwegs. „Das Stadtfest ist für mich das Highlight des Jahres, um wieder einmal die Heimat zu besuchen. Heute habe ich mich hier mit Freunden und meiner Familie verabredet, und bei einem Becher Bowle wollen wir auf alte Zeiten anstoßen“, erklärt Judith Hedrich unterm Sonnenschirm mit Südsee-Feeling.

Indes setzt man in der Nikolaikirche auf Besinnung, Kunst und Kultur. Auch das gehört dazu, wenn eine Stadt zum Feiern einlädt. Beim Konzert der Chöre nutzt Christiane Damm die Chance, dem Trubel zu entkommen „Die Ruhe, Entspannung und Andacht hat mir gut getan. Ein schönes Konzert und eine tolle Idee, so etwas mit anzubieten“, resümiert sie. Auf der Marktbühne sorgen die Vereine mit ihren Programmen und Auftritten weiter für Kurzweil.

Rund 20 000 Eilenburger und ihre Gäste feiern das 22. Stadtfest. Anke Herold, Carsten Lippert und Ilka Fischer waren dabei.

DJs ziehen die Regler

Bis weit in Nacht genießen die Besucher die Partystimmung . Am Strandhotel zielen die Regler und das Mischpult auf die Jugend ab, um die 400 Besucher feiern zeitweise mit. Verschiedene DJ’s stehen an der Anlage, mixen zahlreiche Titel als Endlos-Track zusammen und lassen die Straße zum Dancefloor werden. DJ Roy und Karsten Fiege werden nicht müde, den Tanzwütigen mit Disco-Mugge am Torbogen einzuheizen. Wer es bei Livemusik besser aushält, ist gut beraten, die Bühne am Markt und am Pub für den abendlichen Plausch zu nutzen. Die Fahrgeschäfte auf dem Nordring und an der Rinckartstraße sind bis tief in die Nacht bestens besucht. Wer sich im Break-Dance durchschütteln lassen will, muss schnell sein. Kaum stehen die Wagen still, spurten die nächsten Fahrwütigen heran. Kleiner Wermutstropfen für die Fans des Rieserades: Dieses stand diesmal in Wittenberg, wo Luthers Hochzeit gefeiert wurde.

Positives Fazit

Bevor das Fest am Sonntagnachmittag ausklingt, stürzen sich am Vormittag Tausend Schwimmenten an der Pionierbrücke in die Fluten. Die ersten zehn Plastiktierchen bescheren ihren kurzzeitigen Besitzer Preise. Vom Ezyroller über das Belantis-Ticket bis hin zum Spiele-Max-Gutschein hat sich das Mitfiebern gelohnt. Als Erster kommt die Ente von Neyo Treppesch an. Sechs Teams treten im Kampf um Sekunden und das schönste Kostüm bei der Trockenboot-Regatta an. Eine Schlauchboottour mit Marineking winkt dem Team Hasselhof für die beste Zeit und 100 Euro bekommen die Thunderbirds für die einfallsreichste Bekleidung. Sie gehen als Steinzeit-Mitstreiter ins Rennen.

Was bleibt, ist ein positives Fazit: Das wohldosierte Sicherheitskonzept hat sich ausgezahlt. Das Zusammenspiel mit Security und Polizei klappte, nennenswerte Ausschreitungen gab es keine. Regen, Wind und Hagel blieben fern. „Für Freitag war Gewitter angesagt, das kam nicht. Ansonsten hatten wir bestes Wetter“, ist Chef-Organisator Heiko Leihe zufrieden. Rund 20 000 Gäste waren, so die Schätzungen, verteilt auf die drei Tage da. Die Becherpfand-Premiere habe geklappt. Leere Becher hätten so gut wie keine herumgelegen, auch die laufende Müllentsorgung sei besser als sonst gewesen. Nach dem Stadtfest ist vor dem Stadtfest. Auf ein Neues – 2018.

Von ka, A.H., if

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