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Eilenburg Übervoll: Tschanter-Schule in Eilenburg platzt aus allen Nähten
Region Eilenburg Übervoll: Tschanter-Schule in Eilenburg platzt aus allen Nähten
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00:20 13.10.2017
Der beim Umbau vor fünf Jahren neu gestaltete Schulhof ist zu eng für mittlerweile 600 Tschanter-Schüler. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

609 Schüler und die Tendenz ist steigend. Die eigentlich erfreuliche Tatsache des regen Zulaufs für die Eilenburger Friedrich-Tschanter-Oberschule bringt einige Probleme mit sich. Vor allem drehte sich die Diskussion in der Ratssitzung am Montag um die geplante Sperrung eines Abschnitts der Breitscheidstraße. Sie ist nötig, um den Schulhof zum Nachbargelände hin zu erweitern. Anwohner sind dagegen. Sie wollen vor allem keine komplette Sperrung, schlugen eine temporäre während der Pausen vor, führten Beengung der Rettungswege, für Entsorgerfahrzeuge und Gefährdung der Schüler wegen des Verkehrsaufkommens an. Doch die Räte sahen fraktionsübergreifend die Belastungen eines 150 bis 180 Meter langen Umweges als verkraftbar. Die Sicherheit der Schüler während der Pausen gehe vor. „Auch die Verkehrssicherheit wird sich aus unserer Sicht eher verbessern“, sagte Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos). Hinsichtlich eventueller neuer Verkehrsregelungen entlang des Gebäude-Ensembles sei das Rathaus mit der Schulleitung im Gespräch.

Berufene Bürgerin hat Bedenken

„Schulalltag ist kein stereotyper Ablauf. Ständiges Öffnen und Schließen von Toren können die Lehrer nicht leisten“, schaltete sich Brigitte Sperling, die einst die im heutigen Tschanter-Gebäude beheimatete Schiller-Schule leitete und heute berufene Bürgerin im Stadtausschuss ist, in die Diskussion ein. Lehrer können nach einer Unterrichts-Stunde zum Beispiel nicht sofort zum Tor laufen. Zudem sei es bei täglich einlaufenden Krankmeldungen schon schwer genug, den Unterricht abzudecken. Da könne nicht noch ein Hofschließdienst disponiert werden.

„Theoretisch machbar, in der Praxis jede Menge Hürden“, so auch Ellen Häußler vom Freien Bündnis. „Schließlich weiß dann auch niemand, ob die Straße jeweils gerade zu oder offen ist“, stellte Dennis Heuer (SPD) fest. Eine längere Schließung von früh bis Nachmittag fand ebenfalls keine Befürworter: „Im Ernst: Wer geht denn ausgerechnet vor 7.30 und nach 16 Uhr dort entlang?“, fragte Jürgen Prochnow (Die Linke). „Und der Straßenraum könnte selbst noch für eventuell aufzustellende Raumcontainer wichtig sein.“ Steffi Schober (CDU) hielt den Beschluss für unbedingt notwendig: „Die Schülerzahlen steigen, unsere Aufgabe ist es, den Schulstandort zu entwickeln.“

Neues Schulkonzept erst 2019

So wird im Rathaus auch über eine Erhöhung der Klassen-Zügigkeit der Oberschule nachgedacht. Aber wie werden sich die Schülerzahlen künftig entwickeln? „Für Eilenburg haben wir die Zahlen aus unserem Melderegister. Fürs Umland fehlen sie“, so Annett Krause, Leiterin des Bereichs Bürgerservice. Das Schulnetzkonzept des Landkreises stamme aus dem Jahr 2012 und soll erst 2019 erneuert werden. „Aber ohne den Landkreis kommen wir nicht weiter“, so Krause. Mitte Dezember sollen Zahlen vorliegen und sich zusammengesetzt werden.

Der Beschluss für die Straßensperrung fiel mit einer Enthaltung. Scheler betonte, dass die „Ankündigung der Einziehung“ des Straßenabschnitts noch keine vollendete Tatsache sei: „Anwohner können im Verfahren Einwende erheben.“

Von Heike Liesaus

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