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Übung mit Suchdienst,Überfahrt und Verpflegung

Übung mit Suchdienst,Überfahrt und Verpflegung

Es ist der Fall, der nicht eintreten soll, ein schweres Flugzeug- oder Bahnunglück, bei dem dann das Zusammenspiel vieler Helfer wichtig ist. Woher bekommen Angehörige Informationen, wo ihre eventuell betroffenen Verwandten geblieben sind? Am Wochenende übte das Kreisauskunftsbüro, auch Suchdienst genannt, mit der Katastrophenschutzeinheit und der Wasserwacht auf dem Gelände des Eilenburger DRK-Pflegeheims.

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Andrea Schreiber und Hannelore Henzel erfassen Suchdienst-Daten.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Die Alarmierung kam am Sonnabend für die meisten schon vor dem Frühstück. "Kurz nach 7 Uhr klingelte das Telefon", erzählt Silke Hehr. Sie ist im normalen Leben Erzieherin in der DRK-Kita Schwalbennest. Wie weitere ihrer Kolleginnen fungiert sie in der Katastrophenschutzeinheit als Betreuerin. Kenntlich ist das an einem braunen Sticker mit eingesticktem Dreieck auf der roten Helfer-Uniform. Die Benachrichtigung ist per Telefonkette organisiert. Schließlich müssen diese Helfer nicht wie Feuerwehr oder Rettungsdienst innerhalb von Minuten vor Ort sein. Ihre Aufgabe: Aufbau von Zelt und Liegen zur Betreuung der Helfer, aber auch Begleitung von Betroffenen zu Sammelstellen.

Um 8 Uhr waren alle pünktlich am Treffpunkt. "Das hat gut geklappt", freut sich Fred Hannemann, Bereitschaftsleiter des DRK-Eilenburg. Im Zelt sitzen nun fünf Frauen an Laptops. Auf ihren Kennzeichen ist es zu lesen und zu sehen: Sie sind der Suchdienst, wirken quasi für Familienzusammenführung, gehören zum sonst achtköpfigen Kreisauskunftsbüro, das wie die Katastrophenschutzeinheit in den vergangenen Monaten neu aufgebaut wurde. Im Fall eines Falles müssten nicht allein die Daten vieler Helfer wie der Feuerwehr, sondern auch die von Verletzten erfasst werden, so dass Auskunft gegeben werden kann, in welches Krankenhaus sie gebracht wurden.

Heute haben sie nur die Daten von 28 Helfern eingegeben. "Aber es hat zu lange gedauert", so Kathleen Pötzsch. "Alle mussten erst ihre Formulare ausfüllen. Besser wäre es, wenn jeder eins zum Beispiel im gleich im Dienstausweis immer bei sich hat, worauf dann nur noch Einsatzdaten zu ergänzen sind." Im Rahmen einer nächsten Schulung soll das allen erklärt werden.

Indessen tragen Männer und Frauen der Wasserwacht ein Schlauchboot über den Deich am Mühlgraben und verfrachten es auf einen Trailer: "Wir haben heute Übersetzen geübt", berichtet Jens Küster, der technische Leiter. Er trägt einen kleinen Anker, das Symbol für Bootsdienst, an der Brust. Die Übung war nicht nur Vorbereitung für den Notfall, sondern fürs Fest zum 150. Jubiläum der Rot-Kreuz-Gründung, das in Eilenburg am 25. Mai am Pflegeheim stattfindet. Die improvisierte Fähre der Wasserwacht soll eine Attraktion für die Kinder werden.

Auch das Jugendrotkreuz nutzt den Trainings-Sonnabend, um im Rahmen der Jugend-Klimaschutz-Aktion Sun-Blocker drei Bäume, eine japanische Zierkirsche und zwei Magnolien, vor das Heim zu pflanzen. Dass kurz danach auf der Wiese ein Rettungshubschrauber landet, gehört allerdings nicht zur Übung, sondern ist Zufall. Es gibt einen medizinischen Notfall im Haus. Der Rettungsarzt wird auf diese Weise herangebracht.

"Trotz allen Trainings, erpicht darauf, einen Katastrophenernstfall zu erleben, sei hier niemand", sagt Silke Hehr. Dann schon lieber die Einsätze bei Feierlichkeiten, wie die Unterstützung bei der Verpflegung zum Feuerwehrfest gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk am Wochenende: "10.30 Uhr muss das Essen fertig sein", weiß Eddy Bennühr, der die Küchen-Abteilung der Katastrophenschutz-Einheit unter sich hat. Das Symbol, das an seiner Jacke angeklettet ist, erinnert mit dem Knick im Kreis an einen geöffneten Schnabel. "Das wichtigste ist die Zeit. Besorgen kann man heutzutage alles", stellt er fest, während er diesen Einsatz mit Fred Hannemann abspricht. "Nichts ist schlimmer, als wenn die Leute nichts zu essen haben", ergänzt der. Deshalb verteilt der Verpflegungstrupp als Ersatz für das bei vielen ausgefallene Frühstück Bockwurst, Brötchen und auch Kaffee.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.04.2013

Heike Liesaus

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