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Um 6.30 Uhr rein ins kalte Nass: Eilenburger Frühschwimmen ist gefragt

Schwimmhalle Um 6.30 Uhr rein ins kalte Nass: Eilenburger Frühschwimmen ist gefragt

Ins kalte Nass zu springen, kostet manchmal Überwindung. Nicht zuletzt, wenn es in aller Herrgottsfrühe geschehen soll. Dass morgendliches Schwimmen dennoch gefragt ist, zeigt die Eilenburger Schwimmhalle. Wir haben uns dort bei Tagesanbruch einmal umgeschaut.

Heike Dittmann gehört zu den Eilenburger Frühschwimmern. Rund 25 Gäste finden sich im Schnitt in der Eilenburger Schwimmhalle zum morgendlichen Badespaß ein.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. 6.30 Uhr. Draußen ist es noch stockfinster und bitterkalt. Trotzdem steht schon eine kleine Schlange vor dem Eingang. In der Halle scheint gedämpftes Kunstlicht. Das Wasser im 25-Meter-Becken schimmert in verschiedenen Blautönen, mal leuchtend türkis, mal kobaltblau. Es ist wohlig warm. Schrittweise treten die Badegäste ein, inzwischen umgezogen und bereit, ihre Runden auf einer der fünf Bahnen zu drehen.

Treuer Kundenstamm

„Unser Frühschwimmen wird konstant gut besucht“, weiß Michel Müller, Leiter der Eilenburger Schwimmhalle, zu berichten. „Das gilt selbst für den Sommer.“ Der 32-Jährige hält sich seit 6 Uhr in der modernen Sportstätte auf, hat die Lichter eingeschaltet und behält nun das Becken im Blick. Ihm zur Seite steht eine Kassiererin. „Wir beginnen immer zu zweit“, betont er. „Manchmal ist zudem ein Azubi mit dabei.“ Tag- und Mittelschicht trudeln erst später ein. Das Team sei sehr jung. Der Altersdurchschnitt liege bei unter 30 Jahren.

7 Uhr. Der schwarze Nachthimmel färbt sich allmählich grau. Rund zehn Personen sind inzwischen im Becken aktiv. Bewegen sich schnell und sportlich fort oder paddeln gemächlich und erholsam. Platz ist für beide Varianten ausreichend vorhanden. Auch für einen kurzen Plausch am Beckenrand. „Zwei Drittel unserer Frühschwimmer sind Stammgäste“, hält Müller fest. „Leute, die schon immer da waren. Die sportlich in den Tag starten und Körper und Geist in Schwung bringen wollen.“ Eine Friseurgruppe sei zum Beispiel darunter. Im Schnitt besuchen rund 25 Gäste das morgendliche Schwimmen. „Es können auch mal nur 17, 18 sein. Wir hatten aber auch schon Phasen mit 35 bis 40 Personen.“

Neue Tarife steigern Besucherzahlen

Unter den Sporttreibenden ist ein Ehepaar, das seit acht Jahren regelmäßig vor der Arbeit vorbeikommt, namentlich aber nicht genannt werden möchte. „Wir wohnen in der Nähe von Eilenburg, verdienen hier unsere Brötchen.“ Das Schwimmen helfe ihrer Gesundheit, sei etwa gut für die Gelenke. Besondere Probleme bereite das frühe Aufstehen keine: „Wenn man sich erstmal überwunden hat, geht das ganz leicht.“

Das Frühschwimmer-Angebot besteht montags und donnerstags in der Zeit von 6.30 bis 8 Uhr. „Den Donnerstag gibt es schon immer“, teilt Objektleiter Müller mit. „Zu Stoßzeiten war es aber manchmal grenzwertig. Deshalb haben wir vor anderthalb Jahren den Montag hinzugenommen.“ Dafür sei die Grundreinigung, die vorher zu dieser Zeit erfolgte, verlagert und gesplittet worden. Die Aufteilung in zwei Termine habe beim Frühschwimmen zu einem Anstieg der Besucherzahlen geführt – ebenso wie die neuen Tarife, die seit Sommer 2016 gelten. Für einen Festpreis von vier Euro können Erwachsene seitdem in der Ziegelstraße 13 unbegrenzt baden.

Morgendliches Schwimmen im Ruhestand

7.30 Uhr. Mittlerweile ist es ziemlich hell draußen, obgleich sich die Sonne noch etwas ziert. In der Halle lichten sich die Reihen. Nur noch wenige Menschen tummeln sich im Becken. Eine von ihnen ist Margott Bartnick. Die 80-jährige Rentnerin nutzt das Angebot bereits seit vielen Jahren, kommt sowohl montags als auch donnerstags. „Um beweglich und fit zu bleiben“, wie sie verrät. Sie genießt, dass kein Durcheinander herrscht und sie in Ruhe ihre Bahnen ziehen kann. Aber warum geht eine Seniorin schon bei Tagesanbruch schwimmen, wenn sie doch so lange schlafen könnte, wie es ihr beliebt? „Es fällt mir nicht schwer, früh aufzustehen. Im Ruhestand hat man doch Zeit“, erwidert Bartnick mit einem Augenzwinkern. „Außerdem“, fügt sie lachend hinzu, „kann ich mich zu Hause ja wieder hinlegen und den Schlaf nachholen.“

Seinen morgendlichen Tatendrang kann auch Hartmut Wagner (55) nicht bremsen. Der Bauingenieur erscheint regelmäßig vor der Arbeit: „Seit drei, vier Jahren bin ich immer dabei.“ Ausnahmsweise eingefunden hat sich hingegen Katrin Baumgart (47). Die Sekretärin hält sich für gewöhnlich am Abend in der Halle auf. „Nur wenn ich da keine Zeit habe, komme ich in der Frühe“, erzählt sie. Wiederholungstäterin ist Heike Dittmann. Die 42-Jährige habe einfach Spaß am Schwimmen, nehme das Angebot vor allem deshalb wahr. „Es ist schön. Ich mache das häufig, bevor ich ins Büro gehe.“

Von Matthias Klöppel

Schwimmhalle Eilenburg 51.46532 12.65109
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