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Umbauarbeiten am Bahnhof haben begonnen

Umbauarbeiten am Bahnhof haben begonnen

Als Anfang November musik- und tanztechnisch der Bär steppte, als wechselnde Lichteffekte die kahlen Räume wohnlich erstrahlen ließen, als der Platz aufgrund der Menschenmassen knapp wurde – da schien es fast, als ob das ehemalige Empfangsgebäude am Eilenburger Bahnhof wieder zum Leben erweckt ist.

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Blick auf das Bahnhofsgebäude.

Quelle: Kathrin Kabelitz

Eilenburg. Ist es nicht. Noch nicht. Denn bis zum im Sommer geplanten Einzug der Talk-Point GmbH, die das Anwesen vor rund sieben Monaten erworben hat, muss an Umbauten noch einiges erfolgen.

Trotzdem ist René Görke noch immer von dem Eindruck fasziniert, den Licht, Wärme und Menschenandrang auf Besucher machen können. „Hier ist es ja schon schön geworden", habe ihnen so mancher an jenem Abend anerkennend gesagt, erinnert sich Görke gemeinsam mit seinem Geschäftsführer-Partner Stefan Georges schmunzelnd. Die Eilenburger haben reges Interesse daran, was aus dem 1871 erbauten Gebäude wird. Seit Monaten ist es ganz dicht, der Weg führt nur noch vorbei zu den Bahnsteigen und zurück auf den Vorplatz beziehungsweise den Parkplätzen. Bei Tageslicht besehen, hinterlassen kahle Wände ungemütliche Kühle und die Leere einen eher tristen Eindruck. Der Bahnhofs-Charme überwiegt, die Vorstellung, dass sich hier in angenehmer Atmosphäre arbeiten lässt, fällt in solchen Momenten eher schwer.

Doch die Umbau-Arbeiten sind angelaufen, um aus dem ehemaligen Betriebsgebäude das neue Logistik-Zentrum der Talkpoint-Gruppe in Eilenburg entstehen zu lassen. „Drei Vorschläge des Architekten liegen vor. Die müssen wir final abstimmen", so Görke. Klar sei aber, dass das Gebäude nicht sofort komplett saniert werde. Die Planungen werden zunächst auf zwei Drittel der Fläche umgesetzt. Priorität hätten die Büros und das Logistikzentrum. „Wichtig ist, dass wir arbeitsfähig sind", so Görke.

An der Grundstruktur des dreietagigen Baus werde sich nichts ändern, gewährt der Eilenburger Architekt Uwe Giersdorff schon mal einen kleinen Einblick: „Es soll jeder erkennen, dass dies hier mal ein Bahnhof war und dennoch auch sehen, dass hier kein Bahnhof mehr ist, sondern dass eine Firma jetzt ihren Sitz hat." So bleibt die einstige Halle als Halle erhalten, der ehemalige Mitropa-Teil wird zum Showroom, der Bereich rechts des Einganges der Verwaltungs- und Lagertrakt. Das Gebäude sei in einem sehr guten Zustand. Der Versuch, den schon vor dem Verkauf zum Haltepunkt degradierten ehemaligen Bahnhof, an dem nur noch Fahrgastinformationen, Unterstellmöglichkeiten und Fahrkartenautomat verbleiben, mit einem Imbiss aufzuwerten, ist gescheitert. Verhandlungen mit Fastfood-Ketten verliefen erfolglos.

Neben der Firmenzentrale und einem Mobilfunkshop soll der Showroom Interessierte einen Blick bieten. Dabei gehe es darum, zu zeigen, wie technische Entwicklungen den Alltag künftig prägen und wie technisch vernetzte Wohnbereiche das Leben erleichtern. Geklärt werden müsse noch mit der Stadt und der Bahn, wie das Umfeld gestaltet wird. Punkte wie Zugang, Parkmöglichkeiten und so weiter stehen auf der Agenda.

Für die Übernahme und die Instandsetzungsmaßnahmen des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes bringt die in Berlin und Eilenburg ansässige Firma ein Investitionsvolumen von rund einer halben Million Euro auf. Das mittelständische Handelsunternehmen wurde im Jahr 2005 gegründet, seine Geschäftsfelder erstrecken sich über Online-Handel mit Elektronik- und Haushaltsartikeln sowie den Tele-kommunikationsbereich. Über 50 Mitarbeiter erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 37 Millionen Euro.

Kathrin Kabelitz

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