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Eilenburg Unterrichtsausfall und Notbetreuung: Nordsachsens Lehrer streiken Mittwoch
Region Eilenburg Unterrichtsausfall und Notbetreuung: Nordsachsens Lehrer streiken Mittwoch
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19:45 06.02.2017
Lehrerin Ina Schmidt, zugleich Personalrätin, unterrichtet an der Grundschule Ost in Delitzsch. Morgen fährt sie nach Dresden zum Warnstreik. Quelle: Wolfgang Sens
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Nordsachsen

Lehrer aus Nordsachsen beteiligen sich am Mittwoch an einem eintägigen Warnstreik der Gewerkschaften. Diese fordern unter anderem sechs Prozent mehr Geld. Der Forderung soll mit einer Kundgebung um 12 Uhr vor dem Finanzministerium Nachdruck verliehen werden. Der Streik hat Auswirkungen auf den Unterricht und die Betreuung von Kindern. Freie Schulen sind indes nicht betroffen. Hier eine Übersicht, was an welcher Schule passiert.

„Die Lehrer müssen selbst entscheiden, ob sie am Streik teilnehmen, oder nicht. Wir haben kein Recht, das abzufragen. Wir haben aber alle, die am Mittwoch Unterricht halten werden, gebeten, das bis Dienstag 10 Uhr zu melden. Dann wissen wir mehr“, sagt Dieter Mannel, Leiter des Rinckart-Gymnasiums. Uta Scherbacher, Leiterin Grundschule Berg, weiß bereits, dass ihre Schule bestreikt wird. „Wir organisieren eine Notfallbereitschaft. Über Elternbriefe haben wir die Eltern gefragt, welche Kinder in der Schule betreut werden müssen.“ Ein großer Teil bleibt zu Hause. Uta Scherbacher wird den Dienst selbst absichern. Denn zehn von 14 Kolleginnen fahren zur Demo, zwei sind krank und zwei Referendare sind zur Weitebildung. Regina Schneider, Leiterin der Oberschule „Friedrich Tschanter“, kann indes noch keine Auskunft geben, was Mittwoch passiert: Sie weiß schlichtweg nicht, was die Kollegen planen.

In der Grundschule Ost beteiligen sich die Lehrer mehrheitlich, an den Schulen Diesterweg und Rosenweg werden laut Stadtverwaltung jeweils weniger als eine Handvoll Lehrer teilnehmen. An den beiden Oberschulen beteiligen sich 50 bis 60 Prozent der Lehrer. Es gebe eine Notfallbetreuung. Auch Lehrer vom Delitzscher Gymnasium beteiligen sich am Streik und die der Oberschule Krostitz. Dort wollen so gut wie alle Pädagogen nach Dresden fahren, sodass am Mittwoch kein Unterricht stattfinden kann, informierte Schulleiterin Katrin Dudek . Wenn es Eltern wünschen, würde eine Notbetreuung eingerichtet.

Zahlreiche Lehrer aus Oschatz treten ebenso in den Ausstand. „Was an den einzelnen Schulstandorten passiert, ist den Kollegen vor Ort überlassen. Ich freue mich vor allem, dass sich viele Kollegen der Zentralveranstaltung in Dresden anschließen“, sagt Steffen Gobert vom Vorstand der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft. Eine zentrale Rückmeldung, welche Schulen sich am Streik beteiligen, gebe es diesmal aus organisatorischen Gründen nicht. „Ich habe aber Informationen, dass am Beruflichen Schulzentrum in Oschatz, an der Förderschule in Oschatz oder auch an der Grundschule in Neusornzig gestreikt wird.“ Das Berufliche Schulzentrum (BSZ) strickt erst am Dienstag eine konkreten Plan, wie ausfallender Unterricht kompensiert wird. „Wir haben im Kollegium auch einige Wanderlehrer. Von denen sind nicht alle montags hier im Dienst“, begründete die stellvertretende Schulleiterin Marina Schwarzbach. Hinzu komme, dass auch Personal des BSZ erkrankt sei. Jene Lehrer, die gewerkschaftlich engagiert sind, werden sich am Streik beteiligen. „Ein kompletter Unterrichtsausfall ist allerdings nicht zu befürchten“, erklärt Schwarzbach weiter. Komplett bestreikt wird die Oschatzer Grundschule „Zum Bücherwurm“. Alle zehn Kolleginnen folgen dem Aufruf – nur Schulleiterin Anke Wiesner hält die Stellung und sichert die Notbetreuung ab. Die Eltern sind über die Ausnahmesituation informiert und werden gebeten, Sohn oder Tochter nicht in die Schule zu schicken. Gleiches gilt auch für die Grundschule „Tintenklecks“ in Altmügeln. Von den insgesamt sechs Lehrerinnen ist eine erkrankt, eine weitere beteiligt sich nicht am Streik. „Gemeinsam mit ihr betreue ich die Kinder bis zum späten Vormittag. Danach übernimmt der Hort die Schüler“, erklärt Schulleiterin Konstanze Hartmann.

Von der Grundschule in Authausen werden zwei Lehrerinnen nach Dresden fahren, der Unterricht findet regulär statt. „Wir haben bei den Eltern der betroffenen Klassen angefragt, ob die Kinder an diesen Tag zu Hause bleiben. Ansonsten gibt es aber auch die Möglichkeit, dass sie in der Schule betreut werden, sagt Schulleiterin Simona Jeschke. Unterricht nach Plan wird es dagegen in der Heide-Grundschule Bad Düben geben. Dort befinden sich keine Lehrer im Ausstand.

Von lis, cj, ka, ts, HR, cku

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