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Eilenburg Verbissenes Wochenende für die Figuranten
Region Eilenburg Verbissenes Wochenende für die Figuranten
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22:00 29.05.2011
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. Frauchen Daniela Müller war stolz. Die Reise in die Muldestadt hatte sich rentiert. Denn der Titel des Bundes-Champs hat nicht nur ideellen Wert, auch wenn es kein direktes Preisgeld gab.

Ein nach eigenen Angaben lohnendes Erlebnis war der Event auch für zwei Akteure, die mit den sportlichen Höchstleistungen der Vierbeiner nur indirekt zu tun hatten: Markus Ludwigs und Dirk Schimank. Die sogenannten Figuranten aus Essen und Cottbus mussten 87 Mal auf den Rasen, um den ambitionierten Titelanwärtern im Wettbewerb des Schutzdienstes zu assistieren. Keine leichte Aufgabe, die sie sich da ehrenamtlich selbst auferlegt hatten.

Für die durchtrainierten Hundeausbilder hatte es persönlich nicht zur Teilnahme gereicht. Dabei waren sie trotzdem, vermutlich intensiver als jeder andere der 6000 Gäste. Die genaue Bezeichnung ihres Aufgabenfeldes reichte nach Angaben von Experten wie Hundesport-Verbands-Präsident Wolfgang Rüskamp von „Figurant" über „Schutzdiensthelfer" bis hin zu „Täter Numero eins und zwei". Die Begriffe verraten: Sie waren zuständig für den wohl spektakulärsten Teil des Wettbewerbs. Nachdem die wertvollen Vierbeiner brav das Stöckchen geholt, Platz gemacht und bei Fuß gelaufen waren, durften sie sich mit Ludwigs und Schimank richtig austoben. Ein Kommando der Obrigkeit genügte und die athletischen Freunde des Menschen stürzten sich mit Inbrunst auf die Jutesäcke, mit denen sich die beiden Männer ihre Arme gepolstert hatten. Erst bei einem weiteren Ruf vom Ausbilder ließen die Hunde wieder ab. Zumeist folgte großer Beifall. In erster Linie für das Tier. Dabei hatten sich die Anerkennung auch die Zweibeiner verdient. Insbesondere, wenn kein Malinois-Leichtgewicht (Belgischer Schäferhund) an den Extremitäten hing, sondern ein schwerer Deutscher Schäferhund für die Fluchtvereitelung sorgte. Bis zu 45 Kilogramm bringen die stattlichen Tiere auf die Waage. Potenziert mit 50 km/h Anlaufgeschwindigkeit macht das zwei bis drei G, die es abzufangen galt..

Nach dem Wunsch des Wertungssystems kam es dabei vor allem auf Beständigkeit an. Denn schließlich sollten alle Teilnehmer identische Bedingungen haben. „Es sind immer die gleichen Bewegungsabläufe, das geht in die Knochen", beschrieb Ludwigs, der die anerkennenswerte Aufgabe des Täters (Opfer würde es wohl besser treffen) schon des Öfteren übernommen hat. In diesem Jahr jedoch freute er sich über eine Premiere: Organisator Jens Zaunick und sein 60-köpfiges Team hatten die ungeheuren Strapazen des sprichwörtlich „verbissenen" Jobs erkannt und erstmals in der DM-Geschichte eine Physiotherapeutin für abendliche Massagen beordert. Die ungnädige Säure wird den Männern sicherlich trotz der einfühlsamen Hände der Leipzigerin Beatrice Alter in die Muskelstränge gekrochen sein.

Die starken Jungs traten unermüdlich den simulierten Angriffen der Hunde entgegen. Auch dem der Gesamtsiegerin „Trouble vom Greifenring". Die hatte für ihre Attacke in polizeigerechter Manier 96 von möglichen 100 Zählern erhalten. In der Endabrechnung brachte sie es auf 286 von 300 Punkten – absolute Weltklasse. Ebenso wie der Einsatz von Ludwigs und Schimank. Die waren sich trotz der Strapazen einig: „Irgendwie macht es auch verdammt viel Spaß."

Daniel Kaiser

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