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Eilenburg Vermieter Schläge angedroht – Mann muss vor Eilenburger Amtsgericht
Region Eilenburg Vermieter Schläge angedroht – Mann muss vor Eilenburger Amtsgericht
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09:16 13.10.2017
Das Amtsgericht Eilenburg. Quelle: Wolfgang Sens LVZ
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Eilenburg/Glesien

Die Wortwahl schien deftig, der Anlass war offenbar eine Nichtigkeit. Ein Glesiener droht seinem Vermieter damit, dass er „aufs Maul“ bekäme, wenn er sich noch einmal der Familie des Mieters nähere. Der Angesprochene erstattete Anzeige bei der Polizei, weil er sich bedroht fühlte. Das Verfahren landete schließlich vor dem zuständigen Eilenburger Amtsgericht.

Der Angeklagte schilderte vor Amtsrichterin Carmen Grell, wie es zu der verbalen Auseinandersetzung gekommen sei, betonte dabei jedoch stets, dass er die ihm vorgeworfenen Worte so nicht benutzt habe. Ausgangspunkt war ein Ereignis am Nachmittag, bei dem der Angeklagte selbst nicht dabei war. Die Schilderungen beruhen also auf Gehörtem und nicht auf selbst Erlebtem.

Mit der Leiter über die Mauer

Demnach soll der 14-jährige Sohn des Angeklagten aus Schusseligkeit das Tor zum Grundstück zugezogen haben. Einen Schlüssel hatten aber weder er noch die Mutter dabei. Mittels Leiter stieg der Junge vom Nachbargrundstück über die Mauer und konnte so das Tor von innen öffnen. Problem gelöst, wohl nicht das erste Mal. Das passte offenbar dem Vermieter, der das Ganze von seinen Fenster aus beobachtete, nicht und er stellte den Jungen zur Rede. Soll ihn sogar beleidigt haben, erklärte der Angeklagte.

Von dem Vorfall erfuhr er am Abend, weil er tagsüber auf Arbeit war. Irgendwie seien sich Mieter und Vermieter dann auf der Straße begegnet. Der Wortwechsel sei heftig gewesen, er selbst aufgebracht, so der Angeklagte. Und es war bei Weitem nicht das erste Mal, dass sich die beiden Parteien im übertragenen Sinne in der Wolle hatten. Eine ganze Reihe von Auseinandersetzungen habe es gegeben, die auch von der Polizei aufgenommen und wechselseitig zur Anzeige gebracht wurden. Für den konkreten Fall habe es jedoch keine polizeilichen Ermittlungen gegeben, die Beamten seien auch nicht vor Ort gewesen, behauptete der Angeklagte.

Die Richterin befragte zudem einen Zeugen, der offenbar die Auseinandersetzung mitbekommen hatte. „Laut waren sie alle beide, was sie genau gesagt haben, das weiß ich aber nicht mehr genau“, teilte er mit. In der polizeilichen Vernehmung, die wurde ihm vorgehalten, hatte er jedoch ausgesagt, dass genau die beanstandete Nötigung stattgefunden habe.

Zeuge mit Ordnungsgeld belegt

Vom Betroffenen, dem Vermieter, erhoffte sich die Richterin mehr Klarheit, doch der war gar nicht zur Verhandlung erschienen. Die Staatsanwaltschaft regte daraufhin an, den Zeugen mit einem Ordnungsgeld, ersatzweise zwei Tage Ordnungshaft, zu belegen. Die Richterin folgte dem Vorschlag und bestellte nicht nur den Vermieter ein, sondern auch die Ehefrau des Angeklagten, die an jenem Nachmittag offenbar anwesend war. Die Verhandlung wird in der kommenden Woche fortgesetzt.

Die Familie des Angeklagten ist mittlerweile aus dem Haus in Glesien ausgezogen. Sie kam damit offenbar einer Räumungsklage zuvor.

Von Ditmar Wohlgemuth

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