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Versöhnlicher Abschied für Eilenburgs evangelischen Pfarrer Eckart Winde

Bergkirche Versöhnlicher Abschied für Eilenburgs evangelischen Pfarrer Eckart Winde

Nahezu voll besetzt war die Bergkirche Sankt Marien beim Abendmahlgottesdienst für Pfarrer Eckart Winde. Es ist sein offizieller Abschied aus der evangelischen Kirchgemeinde Eilenburgs. In einigen Wochen tritt er seinen Dienst in Bad Blankenburg im Harz an.

Pfarrer Eckart Winde feiert den letzten Abendmahlgottesdienst mit der Eilenburger Kirchgemeinde.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Beim Abendmahlsgottesdienst, mit dem sich Eckart Winde am Sonntag von der evangelischen Kirchgemeinde Eilenburg als Pfarrer verabschiedete, standen die Zeichen auf Versöhnung. In seiner Predigt sparte er Persönliches nicht aus. Da spannte sich der Bogen von seiner Kindheit mit schönen Erinnerungen, die überwiegend mit Kirche zu tun hatten, die sein zweites Zuhause wurde. Es ging um den Pfad des Glaubens, darum, wie schwer es ist, Recht und Unrecht zu unterscheiden und so kam er auch zur Situation in Eilenburg: Einen Streit nicht eskalieren zu lassen, sei nicht immer leicht. Da provoziere Stillhalten manchmal wie ein falsches Wort. Er sei da selbst ein „ganz normaler Mensch mit Fehlern“. Er sprach über Rachegefühle. Gründe und Gelegenheit, diese auszuleben, hätte er reichlich gehabt. „Aber es lohnt sich zurückzunehmen und zu fragen, ob man nicht zur Situation beigetragen hat.“ Vielleicht weil er andere Grenzen hat, vielleicht weil er den Streit nicht als solchen aufgefasst hatte.

Es hatte ein Zerwürfnis zwischen ihm und dem Gemeindekirchenrat gegeben, nachdem er im Februar 2012 seinen Dienst in der Stadt antrat. Es ging um Dienstauffassungen. Eine Mehrheit des Gremiums war vor zwei Jahren gar zurückgetreten. Zuletzt aber hatte zumindest ein Teil wieder mit dem Pfarrer zusammengearbeitet. Auch war die Bergkirche am Sonntag voll besetzt. Nach den schwierigen Zeiten gibt es Dinge, die positiv in Erinnerung sind. „Das ist das Wichtigste“, so der Kirchenratsvorsitzende Thorsten Pötzsch. Der Spruch „Auf dieses schöne Land ist mein Los gefallen“ treffe sowohl auf die derzeitige als auch auf die neue Stelle zu, die Winde in der Harz-Stadt Bad Blankenburg antreten wird, so der Pfarrer der katholischen Gemeinde Ulrich Schade, der sich ein wenig wie Methusalem vorkam. Er hat bereits den vierten evangelischen Kollegen verabschiedet. „Pfarrer Winde hatte somit auch ein schwieriges Erbe anzutreten. Es lag sicher an beiden Seiten. Es ist aber gut, dass es einen neuen Anfang gibt“, sagte Kerstin Fromm, eines der Gemeindemitglieder nach dem Gottesdienst. Eine 72-Jährige, die ihren Namen aber nicht genannt haben will, machte ihrem Ärger gegenüber der LVZ Luft: „Ich bedaure sehr, was damals passiert ist. Ich gehe doch sonntags in die Kirche, um Gottes Wort zu hören und nicht, um den Pfarrer zu kritisieren. Er predigt und singt wunderbar. Und wie soll es nun weitergehen?“

Der Kirchgemeinde stehen so oder so Umbrüche bevor: Denn für Eilenburg und Bad Düben gibt es künftig nur je eine halbe Pfarrstelle. Wegen der Konflikte hat sich die Eilenburger Kirche zur Gemeindeberatung entschlossen. Dabei soll auch darum gehen, wie „lebendige Kirchenarbeit so erhalten und ausgebaut werden kann, dass sie anziehend ist“, hatte Superintendent Mathias Imbusch in seiner Ansprache betont.

Von Heike Liesaus

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