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Vier Großbrände in drei Monaten: Heißer Herbst für Eilenburger Löschkräfte

Vier Großbrände in drei Monaten: Heißer Herbst für Eilenburger Löschkräfte

Eilenburg. Jahresabschluss: Bei der Freiwilligen Feuerwehr Eilenburg waren am Freitagabend schon die Lichter am Tannenbaum im Versammlungssaal angezündet - elektrische selbstverständlich.

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Wehrleiter Gunter Kneiß, Vize-Oberbürgermeister Hans Poltersdorf und Landrat Michael Czupalla verteilen Orden, Urkunden und Ehrenkrüge an Kurt Krahl, Werner Funke und Manfred Schmidt (v. l.), die seit 60 Jahren Feuerwehrleute sind.

Quelle: Heike Liesaus

elbstverständlich. Offene Flammen sind bei den Kameraden sicher nicht so beliebt. - "Das letzte Vierteljahr hatte es in sich", bestätigte Wehrleiter Gunter Kneiß. In der Nacht zum 29. September brannte der Netto-Markt in Eilenburg-Ost aufgrund eines technischen Defekts nieder. In der Nacht zum 29. Oktober hatte ein Versehen dazu geführt, dass das Dachgeschoss eines Hauses in der Torgauer Straße in Flammen aufging. Am Reformationstag hatte eine 14-Jährige absichtlich in einem Haus des Caritas-Hilfeverbandes Feuer gelegt. Am 18. November halfen die Eilenburger in Sprotta beim Löschen, als rund 1000 Strohballen in der Bergelagerhalle der Agrargenossenschaft in Flammen standen. Menschen wurden bei diesen Bränden nicht verletzt.

"Die vergangenen Wochen haben gezeigt: Wenn wir Sie nicht hätten, wären noch größere Schäden zu erwarten", schätzte Landrat Michael Czupalla (CDU) ein. Er habe es ja selbst miterlebt: An jenem Abend, als die riesige Halle in Sprotta brannte, habe der Kreisausschuss getagt, dem auch der Doberschützer Bürgermeister Roland Märtz angehört. Der sei deutlich erbleicht, als er eine Nachricht erhielt und die Sitzung verließ. Wenig später hätten er und Dezernentin Angelika Stoye die Info auch auf einem Zettel bekommen, so Czupalla. Da liefen die Löscharbeiten schon an. - "Das zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Arbeit", lobte Czupalla Einsatzbereitschaft, Wissen und Können der Feuerwehrleute. "Sie haben Vorbildcharakter."

Die Eilenburger Wehr kann auf 80  aktive Kameraden zählen. Außerdem gibt es 25 Kinder in der Jugendfeuerwehr und 30 Alterskameraden, war vom Wehrleiter zu erfahren. Doch gerade die Ältesten hatten am Freitagabend eine schwere Last zu tragen: Proportional zur den Jahren der Mitgliedschaft steigt die Größe der Ehrenkrüge, die es für Jubilare gibt. Drei Kameraden erhielten sie für 60 Jahre Feuerwehrdienst - dazu Urkunden, Orden, Präsentkörbe. Auch ein besonderer Förderer bekam ein Auszeichnungsschild: Mario Vogel, als Schuhmacher im Eilenburger Osten seit 25 Jahren selbstständig, repariert verlässlich die Fußbekleidung der Floriansjünger.

Insgesamt seien von den Aktiven bisher in diesem Jahr 265 Einsätze geleistet worden. Dazu gehörte auch die Suche nach menschlichen Überresten in der Mulde und außergewöhnlich oft die Beseitigung von Ölspuren, erinnerte Hans Poltersdorf (CDU). Er war als Stellvertreter für Hubertus Wacker (parteilos) eingesprungen, der sich kurzfristig einer Zahn-Operation unterziehen musste. Die Kameraden mögen ihre Erfolge vielleicht teils als relativ selbstverständlich ansehen, aber es würde ihnen physisch und psychisch viel abverlangt. So herrsche im Stadtrat über die Bereitstellung der Mittel fürs Jahr 2015 Einigkeit. Der Kauf eines neuen Gerätewagens ist geplant. Schutzbekleidung für 65 000 Euro und eine Wärmebildkamera für 6000 Euro stehen zu Buche. Gerade kam ein Tanker von der Generalinspektion zurück. Die kostete für das 23 Jahre alte Fahrzeug 20 000 Euro. Ein Neukauf würde aber 300 000 Euro kosten, erläuterte Kneiß.

"Um 23.30 Uhr fährt der letzte Bus", hatte er zum Start der Feier angekündigt. Bis dahin war viel zu erzählen, unter anderem die Geschichte vom Lehrfilm, der zeigt, wie rasch ein Weihnachtsbaum entflammt. "Von der Entstehung bis zum Vollbrand: fünf Minuten."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.12.2014
Liesaus, Heike

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