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Eilenburg Vier Syrer engagieren sich beim DRK in Eilenburg
Region Eilenburg Vier Syrer engagieren sich beim DRK in Eilenburg
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00:21 27.10.2017
Die vier neuen, aus Syrien stammenden Mitstreiter, rücken nun jeden zweiten Donnerstag mit der Technik-Gruppe aus. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Alle zwei Wochen treffen sich die Techniker des Betreuungszuges der Eilenburger Katastrophenschutzeinheit an den Garagen auf dem einstigen Kasernengelände. Seit dem Sommer sind jeweils vier neue Gesichter dabei. Darunter Ahmed Alousa. Der 48-Jährige kommt wie die anderen aus Syrien, verließ wegen des Krieges seine Heimat. „Wir lernen noch. Für alles habe ich noch nicht das Wissen. Aber es geht Stück für Stück voran.“ Das findet auch Fred Hannemann, Bereitschaftsleiter beim DRK-Kreisverband Eilenburg.

Regelmäßiger Übungseinsatz

Zur Techniker-Besatzung des Betreuungszugs gehören bisher fünf Leute. Bei ihren regelmäßigen Treffs geht es darum, die beiden betagten Fahrzeuge sowie die sonstige Technik einsatzbereit zu halten und nun auch die Neuen mit den Abläufen beim DRK vertraut zu machen und den Kontakt zu halten. Diesmal soll vor allem Material eingekauft werden. Außerdem ist die Stelle im Stadtteil Berg anzusteuern, wo im Fall des Falles drei Zelte des Zuges aufgestellt werden könnten.

Basen Al Kabbani ist gerade dabei, für seine LKW-Fahrerlaubnis, die er bereits in Syrien besaß, die nötigen Prüfungen für die europäische Variante zu absolvieren. Er besucht dazu den Kurs in Leipzig. Künftig könnte er festes Mitglied im Technik-Team sein, schätzt Hannemann. Die anderen Kräfte würden im Einsatzfall vor allem zum Aufbau der Zelte gebraucht. Mitglieder des Zugs, die schon länger dabei sind, üben das insgesamt vier Mal im Jahr. „So einfach ist das nicht, weil unsere Zelte sehr unterschiedliche Systeme haben“, erklärt der Bereitschaftsleiter.

Nachbarn und Freunde

In seiner Heimat war Ahmed Alousa Wachmann an einem Krankenhaus. „Ich suche jetzt eine Ausbildung oder eine Arbeit“, erzählt er. Bahaa Alebrahim war Fahrer. Basen Al Kabbani hatte CNC-gesteuerte Fräsmaschinen bedient und 25 Leute angeleitet. Alle wohnten in Syrien an unterschiedlichen Orten. Kennengelernt haben sie sich erst in Eilenburg. Sie sind Nachbarn und Freunde. Und als einer des Quartetts nach Duisburg ging, war gleich Ersatz da: Amer Kabab ist das erste Mal dabei. Er ist erst seit kurzem in Deutschland. Er hatte früher Heizkörper in einer Fabrik gebaut, übersetzen die anderen für ihn.

Für ein besseres Erlernen der Sprache sei der Kontakt jedenfalls auch gut, sagt Ahmad Alousa, der schon seit drei Jahren in Deutschland lebt. „Und es macht ja auch Spaß, sich zu betätigen, jemandem zu helfen, in einem Team zu sein und etwas zu tun zu haben. Ohne Arbeit ist es nicht gut für mich. Ich hoffe, später mehr mitarbeiten zu können.“ Für den Betreuungszug der Katastrophenschutzeinheit wäre indessen die Verstärkung wichtig. Zurzeit sind statt der einst 34 Mitglieder nur noch 28 da.

Von Heike Liesaus

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