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Eilenburg Vom Häkeltreff bis zur Kirchenmusik: Eilenburg bekommt Mehrgenerationenhaus
Region Eilenburg Vom Häkeltreff bis zur Kirchenmusik: Eilenburg bekommt Mehrgenerationenhaus
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14:26 27.02.2018
Die Arche residiert unterm Dach am Nikolaiplatz 3, aber das Projekt Mehrgenerationenhaus bezieht das gesamte Gemeindehaus mit ein. Quelle: Heike Liesaus
Eilenburg

Es ist noch etwas Spannung drin beim Projekt Mehrgenerationenhaus (MGH) in der Eilenburger Arche. Immerhin werden Mittel über das Bundesförderprogramm dafür zur Verfügung gestellt. Trotzdem ist bis zum Ende das Jahres noch der finale Antrag abzugeben, sind diverse Formalien zu erfüllen. Offenes WLAN ist sogar eine der Voraussetzungen. Auch der kabellose Internetzugriff will schließlich organisiert sein. Vor allem hat die Arche viele Beteiligte mit ins Boot zu holen. Steht auch deshalb noch nicht fest, ob der Treff gleich ab dem neuen Jahr unter neuem Vorzeichen öffnet.

Offen für alle

Was soll sich überhaupt ändern? „Wir waren bisher schon offener Treff. Jetzt nehmen wir die Einschränkung ’für Kinder und Jugendliche’ weg und sind offen für alle“, umreißt Arche-Leiterin Yvonne Henselin das Große und Ganze. Letztlich gibt es bisher auch schon Angebote für alle, die der Kinder- und Jugendzeit entwachsen sind: der Integrationskurs, der Häkeltreff zum Beispiel. Außerdem haben wir die verschiedensten Angebote im Haus, ob nun Kirchenmusik oder Hospizdienst. Schon jetzt wird der Gemeindesaal für Initiativen genutzt. Das soll nun mit dem Projekt Mehrgenerationenhaus zusammengefasst werden. Wir hatten ja vorher schon die gemeinsame Kalender- und Raumplanung.“ Umso wichtiger: Alle „Betroffenen“ ansprechen. Nicht nur die im eigenen Haus, dem Haus der Rinckart-Gemeinde, das aber schon immer für alle offen war und trotzdem Raum für die Glaubensbedürfnisse bieten soll, muss und kann.

Schwerpunkt Familie

Abstimmungen liefen auch mit anderen Organisationen im sogenannten Sozialraum, der in diesem Fall die Stadt umfasst. So will die Arche ihren Schwerpunkt auf die familienunterstützenden Angebote legen, denn für Ältere ist schon viel da. „Wir haben zum Beispiel mit der Volkssolidarität gesprochen, dass wir ihnen nicht die Arbeit wegnehmen. Mit dem Landkreis ist abgestimmt, welche Angebote bisher fehlen und was sich vielleicht noch umsetzen lässt. Es muss ja nicht alles über das Mehrgenerationenhaus-Budget passieren“, erläutert die Arche-Chefin, die sich in den kommenden Wochen auch noch andere Häuser dieser Art ansehen will, wie und was dort läuft.

Viele beteiligen

Auch Organisatorisches kann zu großen Teilen wie bisher fortgesetzt werden. Gehörten zum Arche-Beirat, der die inhaltliche Ausrichtung koordiniert, bisher Kirchgemeinde, Kirchenkreis und Diakonie, ist künftig auch die Stadt dabei. Denn sie unterstützt das neue Projekt ebenfalls. Und diese Gremien müssen jeweils in ihren Organisationen beraten und informieren. „Letztlich ist es irgendwo auch Zweck dieses Bundesprogramms, eine Vielzahl von Menschen zu beteiligen. Das braucht gewisse Zeit“, sagt Torsten Pötzsch, der nicht allein Gemeindekirchenratsvorsitzender, sondern auch Lebenspartner der Arche-Leiterin und zudem mit ihr einig ist: „Es ist nicht sicher, ob die Arche zum 1. Januar als Mehrgenerationenhaus starten kann, aber auf alle Fälle im ersten Quartal.“

Ehrenamt

Die Diakonie wird auch künftig die Abrechnung übernehmen, die Gemeinde stellt Räume zur Verfügung und kümmert sich um die Ehrenamtler. Das Bundesprogramm bietet nun eine solide Personalkostenfinanzierung. Denn diese wäre nach Übergangslösungen ansonsten mit dem neuen Jahr ausgelaufen. Dabei reichten die finanzierten 20 Wochenstunden für die Arche-Leiterin ohnehin nicht. Nun können immerhin 35 Stunden bezahlt werden. „Die Ehrenamtler leisten trotzdem den Löwenanteil der Arbeit. Ohne sie könnte es die Arche nicht geben“, stellt Torsten Pötzsch fest. Vom Bundesprogramm kommen zwischen 2017 und 2020 jährlich 30 000 Euro, über die Stadt 10 000 Euro, 5200 Euro vom Kirchenkreis. Zudem leistet die Gemeinde selbst zirka 5000 Euro, indem sie die Räume im Gemeindehaus mietfrei zur Verfügung stellt, erläutert Yvonne Henselin. „Aber für diese Zwecke wurde die Sanierung des Hauses ja einst auch mit öffentlichen Mitteln finanziert.“

Von Heike Liesaus

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