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Von der Amsel in die Drossel? Eilenburger Wirtin will wechseln

Von der Amsel in die Drossel? Eilenburger Wirtin will wechseln

Licht an in der Amsel - so hieß es erst Anfang Dezember, als das Vereinsheim der Eilenburger Kleingartenanlage Sewastopol nach dem Hochwasser im Juni 2013 wieder öffnete.

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Das Spartenheim Amsel ist zurzeit geschlossen. Um gebuchte Veranstaltungen wolle sie sich trotzdem kümmern, sagt die Wirtin.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Seit Kurzem ist das Licht hier erst einmal wieder aus. Neben der Tür sind die Öffnungszeiten der Wintersaison im Schaukasten mit folgender Botschaft verdeckt: "Wegen Krankheit geschlossen". Sie wolle sich aber trotzdem um bereits gebuchte Veranstaltungen kümmern, sagt Amsel-Wirtin Viktoria Bräunig.

Gute Besserung - das ist auch den Differenzen zwischen der Gastwirtin und dem Kleingartenverband Eilenburg und Umgebung zu wünschen. Michael Götzke, Verbandsvorsitzender und Bauingenieur, hatte im vergangenen Jahr auch die Fäden für die Amsel-Sanierung in den Händen und hofft nach "nochmaliger Bedenkzeit" auf eine gütliche Einigung. Inzwischen hat sich nicht nur in den Kleingärten der Anlage Sewastopol sowie im Bereich des Bürgergartens herumgesprochen: Die Wirtin will am liebsten von der Amsel in die Drossel wechseln, ins Vereinsheim am Bürgergarten. Nässe-Schäden in der Amsel seien dafür der Grund. Wozu Michael Götzke erklärt: Geheizt werde, hochwassersicher, nunmehr von der Decke aus. Infrarotstrahler lassen sich segmentweise schalten und sind in wenigen Minuten auf Temperatur. "Wenn die Wirtsleute in der Wintersaison, aber an den Tagen, wenn geschlossen ist, das Gebäude auf acht bis zehn Grad auskühlen lassen und dann zum Ende der Woche wieder hoch heizen, bildet sich Kondensat an den Wänden", so der Fachmann. "Dann schwitzt das Mauerwerk mit all den unangenehmen Folgen." Zumal nach der Sanierung noch Restnässe trocknen müsse. Wofür außerdem Raumentfeuchter aufgestellt worden seien. Auch das richtige Lüften sei eines der Gesprächsthemen in den vergangenen Wochen gewesen.

Offenbar sind vor allem die Kosten für Heizung und Strom strittig. Götzke betont, dass richtiges Heizen mit der neuen Technik gegenüber der vorherigen laut der Dokumentation des Herstellers gar Energiekosten sparen würde. "Das muss über ein ganzes Jahr betrachtet werden." Und Baufehler aus dem Jahr 2003, nach der Muldeflut 2002, könnten mit seiner Hilfe Stück für Stück behoben werden, bot er an.

Mit Viktoria Bräunig, die die ganze unangenehme Angelegenheit am liebsten "nicht an der großen Glocke" sehen möchte und andere, nicht näher benannten "Probleme" nur kurz andeutet, hat der Bauleiter und Vereinschef für kommenden Montag einen weiteren Gütetermin vereinbart. Auch die Vertragsanwältin des Kleingartenverbandes wurde eingeschaltet, denn der Pachtvertrag gilt bis Ende Juni. Erst danach könne die Wirtin ins Drossel-Heim wechseln. Das ebenso wie die Amsel für rund 130 000 Euro, wie berichtet, aus Fluthilfemitteln hergerichtet worden ist. Dort könnte es mit der Heizung aber die gleichen Probleme geben, vermutet Götzke. Und ob die Drossel, die für einen neuen Pächter ausgeschrieben wurde, dann noch frei ist, sei fraglich.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.02.2015
Karin Rieck

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