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Wacker lässt in Butzbach zum letzten Mal die Hüllen fallen

Wacker lässt in Butzbach zum letzten Mal die Hüllen fallen

Der große Spitzahorn am Parkdreieck Viehmarkt in Butzbach steht nicht mehr. Ein durchaus interessanter Fakt für Eilenburg. Denn 1990 wurde der Baum anlässlich der kurz zuvor besiegelten Partnerschaft zwischen Eilenburg und Butzbach von den damaligen Bürgermeistern Herbert Poltersdorf und Karl-Heinz Hofmann gepflanzt.

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Butzbachs Bürgermeister Michael Merle (links) und Eilenburgs Stadt-Chef Hubertus Wacker lüften das neue Städtepartnerschafts-Symbol.

Quelle: Butzbacher Zeitung

Eilenburg. Die Städte-Freundschaft überdauert die Lebensfähigkeit des Baums, der, wie die Butzbacher Zeitung schreibt, "zu einem verkehrstechnischen Risiko geworden" sei und deshalb im Dezember gefällt werden musste.

Doch die Mitte des Areals, der seit 2011 Eilenburger Platz heißt, einfach leer lassen - das wollten die Stadtväter im Hessischen nicht. Und weil Bürgermeister Michael Merle (SPD) gefiel, wie die Eilenburger mittels Findling und kleiner Tafel im Mai 2014 die Partnerschaft am Kreisverkehr in der Leipziger Straße sichtbar machten, beschäftigten sich die Butzbacher auch mit einem solchen Neu-Gestaltungs-Gedanken. Dieser wurde jetzt in die Tat umgesetzt. Eilenburgs Stadt-Chef Hubertus Wacker (parteilos) nutzte seine letzte Dienstreise nach Butzbach, um bei der Übergabe des Platzes dabei zu sein. Die Fraktions-Chefs des Freien Bündnisses und der Partei Die Linke, Ellen Häußler und Jürgen Prochnow, sowie Vertreter des Lions-Clubs begleiteten den 59-Jährigen auf seiner Abschiedstour.

Nochmal einen Baum an dieser Stelle zu pflanzen - dieser Aspekt sei in der Diskussion nicht weiter verfolgt worden, sagt Christine Borchers-Fanslau, Vorsitzende des Partnerschafts-Vereins Butzbach. Wohl aber die Idee, ähnlich wie Eilenburg mit einem mit Wappen versehenem Stein die bestehende Beziehung beider Städte deutlich zu machen. In einem Steinbruch in der Nähe von Weilburg wurden die Butzbacher fündig. Auserkoren wurde ein Diabas aus Eruptivgestein. "Mit den farblichen Einsprenkelungen und dem Wappen sieht das edel aus", so Borchers-Fanslau.

21 der 25 Jahre bestehenden Städtefreundschaft fallen in die Ära Wacker. Eine Zeit, auf die beide Seiten gern zurückschauen und die der Verein mit der Ehrenmitgliedschaft für den Kospaer krönte und die in dieser Form übrigens erstmals verliehen wurde. Die Freundschaft sei in dem Vierteljahrhundert immer tiefer geworden, zeigt sich Wacker dankbar. Das Lob kommt auch von der Gegenseite: "Es war immer eine super Zusammenarbeit", hebt Borchers-Fanslau hervor. "Wir sind immer herzlich aufgenommen worden, wir haben immer etwas Neues kennenlernen dürfen." An Wacker habe sie im Laufe der Zeit schätzen gelernt, dass er nicht immer einfach zu nehmen war, aber "volksnah ist, offen und unkompliziert. Dazu hat er eine gesunde Portion Humor". Mit ihm gehe "eine feste, zuverlässige Größe in unserer Zusammenarbeit". Letztere bestehe nicht nur auf politischer Ebene. Schulen, Vereine und Verbände tauschen sich ebenso aus. In dieser Zeit seien viele Freundschaften entstanden, auch persönlich, wie das Beispiel von Wacker und Merle zeige.

Eine Führung in der Markuskirche, der Besuch des restaurierten Rathauses, die Fahrt zum Schrenzer und zur Amerikanischen Siedlung sowie zum Magna-Park, Sitz großer Firmen, rundeten das Programm ab. Im 25. Jahr nach der Wiedervereinigung stand der OBM zudem in einer Gesprächsrunde, in der unter anderem Hessens Landtagspräsident Norbert Kartmann vertreten war, als Zeitzeuge Rede und Antwort.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.06.2015
Kathrin Kabelitz

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