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Eilenburg Wäscherei Wagner in Eilenburg: Das sagt die Stadtverwaltung
Region Eilenburg Wäscherei Wagner in Eilenburg: Das sagt die Stadtverwaltung
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19:33 27.07.2018
Blick auf die Wäscherei Wagner in Eilenburg. Sie soll nach dem Willen der Stadtverwaltung nicht mehr an diesem Standort betrieben werden. Quelle: Bärbel Schumann
Eilenburg

Es ist das Aufregerthema Nummer eins in Eilenburg: die Wäschrei Wagner und ihr Aus am Standort Nording Mitte 2020. Die Stadt Eilenburg steht massiv am Pranger. Im Interview äußert sich Stadtsprecher Heiko Leihe (51) zum Vorgehen der Stadtverwaltung.

Herr Leihe, gibt es eine eindeutige Auskunft der Staatsregierung, dass im Falle der Beibehaltung der Nutzung des Eckgrundstücks Nordring/Bernhardistraße als Wäscherei Fördermittel und Zinsen zurückzuzahlen sind? Von wie vielen Euro Fördermitteln und Zinsen reden wir, die wann zurückgezahlt werden müssten?

Potentielle Rückzahlungen sind entsprechend der Verwaltungsvorschriften zu den Fördermittel-Bescheiden geregelt. Die Fragen stellen sich für die Stadt nach der aktuellen Beschlusslage nicht.

Heike Leihe, Sprecher der Stadt Eilenburg. Quelle: Wolfgang Sens

Sie beantworten die Fragen nicht.

Weil es im Kern nicht darum geht, Fördermittel zurückzuzahlen. Es geht darum, Planungen umzusetzen. Seit vielen Jahren arbeiten wir daran. Stadtrat und Oberbürgermeister handeln verantwortungsbewusst. Es müssen auch unpopuläre Entscheidnungen getroffen werden. Wir haben eine sehr ausgewogene politische Struktur. Wir entscheiden nicht politisch, sondern demokratisch und sachgerecht. Das Ende der Wäscherei ist an diesem Standort seit vielen Jahren bekannt. Jetzt, also im Sommer 2020, ist der Zeitpunkt da.

Hat die Stadt Eilenburg den zuständigen Landtagsabgeordneten Jörg Kiesewetter um Unterstützung in dieser Sache gebeten?

Wie soll die Unterstützung aussehen? Nach der aktuellen Beschlusslage kann eine Unterstützung nur bezüglich einer Umsiedlung erfolgen.

Geht es der Stadt um die Erhaltung eines Gewerbebetriebes oder die bürokratische Durchsetzung von Beschlüssen, deren Grundlagen sich verändert haben könnten?

Die Formulierung bürokratische Umsetzung von Beschlüssen weisen wir zurück. Beschlüsse sind Ergebnisse unserer Demokratie und sollten Akzeptanz finden. Man kann dem Rat absolut keinen Vorwurf machen, leichtfertig und mit kurzem Prozess unsinnige Entscheidungen getroffen zu haben. Der Rat vertritt die Interessen der Stadt und seiner Bevölkerung und keine Einzelinteressen.

Hat die Stadt Eilenburg das Grundstück Beton-Rudolph Anfang der 1990er-Jahre nicht nur wegen des Grüngürtels, sondern vorrangig wegen der Umgestaltung und Veränderungen der Verkehrslösungen erworben? Plant die Stadt nach einer Räumung der Wäscherei größere Teile der damaligen Verkehrskonzeption, zumindest aber den Umbau der Kreuzung Nordring/Bernhardistraße vorzunehmen?

Das höre ich persönlich zum ersten Mal. Mir ist nicht bekannt, dass die Wäscherei aus Gründen einer anderen Verkehrslösung weichen sollte. Anfang der 1990er-Jahre hat sich der Stadtrat umfassende Gedanken zur Entwicklung und Modernisierung des Stadtbildes gemacht. Man hat dabei unter anderem die Entwicklung des Walles im Blick gehabt, der historisch gesehen nie bebaut war. Wille war es, einen großzügigen Grünbereich anzulegen, um dem historischen Vorbild Rechnung zu tragen, marode Bausubstanz zu beseitigen und eine Oase inmitten des Stadtzentrums zu schaffen. In Umsetzung dieser öffentlichen Planungen hat die Stadt sukzessive Grundstücke erworben. So haben Dr. Wächter, Dr. Wernicke und der Tierarzt Dr. Pötsch neue Domizile bezogen, die Tischlerei Lorenz verschwand zwar wegen insolvenzbedingter Aufgabe, aber auch hier hatte die Stadt letztlich das Grundstück übernommen und die baulichen Anlagen abgebrochen.

Das Thema Wäscherei Wagner besteht seit gefühlten Jahrzehnten. Jetzt heißt es Wiese oder Wäscherei ...

Die damals genauso vorgenommenen Versuche der Umsiedlung der Wäscherei waren aber leider nicht erfolgreich, was vielfältige, meist objektive Gründe hat, die im Wesentlichen aber auf Wäschereiseite liegen. Man hat dann mit Rücksicht auf den möglichst langfristigen Fortbestand der Wäscherei immer wieder Verzögerungen hingenommen. Die ausschließliche Frage „Wiese oder Wäscherei?“ mit Bezug auf heute aufzumachen, ist leider nicht sachgerecht.

Von Frank Pfütze

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