Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Eilenburg Wäscherei Wagner in Eilenburg: Stadt hält an Abriss fest
Region Eilenburg Wäscherei Wagner in Eilenburg: Stadt hält an Abriss fest
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:34 13.04.2018
Blick auf den Nordring mit der Wäscherei Wagner (von hinten) in Eilenburg. Quelle: Heike Liesaus
Eilenburg

Die seit Jahren andauernden Auseinandersetzungen um die Zukunft der Wäscherei Wagner am Nordring in Eilenburg gehen weiter. Derzeit sorgt ein Vertragswerk für erneute Diskussionen. Einige der in diesem Zusammenhang von Inhaberin Cornelia Wagner gemachten Äußerungen haben im Eilenburger Rathaus für Verwunderung gesorgt, zumal die Verhandlungen aus Sicht der Stadt an einem Punkt angelangt schienen, wo eine Lösung endlich in Sicht ist.

Stadt weist Kritik zurück

So geht es zum einen um die Kritik, das bisher nicht unterschriebene Schriftstück enthalte gravierende, existenzgefährdende Punkte. Der letzte gültige Mietvertrag sei zum 31. Dezember 2016 ausgelaufen, so Kämmerin Ulrike Glück. Per Stadtrats-Beschluss sollte dann ab 1. Januar 2017 letztmalig ein neuem bis 30. Juni 2020 geltender Kontrakt aufgesetzt werden. Mehrfach von der Verwaltung angebotene Gespräche dazu seien allerdings nicht zustande gekommen, erst am 15. März habe es eine von beiden Seiten als „konstruktiv“ bezeichnete Runde zwischen Verwaltung und Anwalt gegeben, in der sich angenähert wurde. „Den zunächst gewählten Begriff Nutzungsvertrag haben wir wieder geändert, ebenso die Begrifflichkeit Textilpflege statt Wäscherei“, so Glück. Es hätte trotz der Wortwahl keinerlei Einschränkungsabsichten gegeben, die eine Nutzung als Wäscherei oder Reinigung untersagen.

Bauunterhaltungen

Grundlage für den weiteren Betrieb seien schließlich die gültige Baugenehmigung und Gewerbeerlaubnis und diese sehen beides vor. Dass Cornelia Wagner Bauunterhaltungen in Höhe von 15 000 Euro trotz bekräftigter Abriss-Absichten zu realisieren habe, treffe so nicht zu. Der benannte Betrag sei eine Obergrenze, Instandhaltungsmaßnahmen bis zu dieser Höhe müsse sie allein tragen, darüber hinaus dann die Stadt. „Das heißt aber nicht, dass Bauunterhaltungen durchgeführt werden müssen“, so Ulrike Glück. Würden Schäden, die im Hinblick auf den vorgesehenen Abriss unwirtschaftlich sind, auftreten, könne die Stadt außerordentliche mit einer Auslauffrist von einem halben Jahr vorfristig kündigen. Dies sei bei der geringen Miete, die zu zahlen ist und mit Blick auf die Verwendung von Steuergelder, um die es hier geht, ein normaler Vorgang.

Nordring als Grüngürtel

Seit den 1990er-Jahren ist die Stadt Eilenburg nach einem im Stadtrat gefassten Beschluss dran, den Nordring als Grüngürtel zu gestalten. An diesem Ziel, so bekräftigt Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos), hat sich nichts geändert, deshalb hatte die Kommune das Grundstück auch gekauft. Am Abbruch des letzten verbliebenen Gebäudes, daran lässt die Verwaltung keinen Zweifel, hält sie fest. Es gebe ein neues Förderprogramm, das für den Rückbau genutzt werden könne. Voraussetzung ist aber, dass die Arbeiten bis Ende 2020 umgesetzt sind. Dass die Stadt jetzt dennoch als Existenz-Gefährder hingestellt werde, könne so nicht hingenommen werden. Im Gegenteil, die Stadt habe Cornelia Wagner mit Blick auf eine gesicherte Zukunft seit Jahren und schon zu Amtszeiten von Hubertus Wacker (parteilos) immer wieder Unterstützung zugesagt, beispielsweise, was die Suche nach einem zukunftsfähigen Ersatz-Grundstück betrifft. Diese Hilfsangebote, so Ralf Scheler, habe sie aber ausgeschlagen: „Eigentlich gefährdet sie mit dieser Haltung ihrerseits den Fortbestand des Betriebes.“

Das nach dem Gespräch mit dem Anwalt aktualisierte Vertragswerk ist diesem mittlerweile zugegangen. In diesen Tagen wird die Antwort im Rathaus erwartet.

Von Kathrin Kabelitz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seine Katzen geben Siegfried Beyer aus Calbitz (Gemeinde Wermsdorf) Halt im Leben. Den braucht er umso mehr, nachdem seine Frau vor kurzem gestorben ist. Doch dem Tierfreund geht das Geld fürs Futter aus.

11.04.2018

Die Ausstattung mit Taschenrechnern an den Gymnasien ab Klasse 8 und Beruflichen Schulzentren sorgt für Diskussionen. Zwar gibt es moderne Rechner, aber nicht alle Schüler profitieren davon.

09.04.2018

Die LVZ-Leser haben es möglich gemacht: Ulrike Liebau, Tim Kaiser und die Söhne Maximilian und Hendrik können ihre langersehnte Reise in den Süden buchen. Die Vier waren aufgrund eines schweren Schicksals noch nie gemeinsam im Ausland.

09.04.2018