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Warum dürfen hier nur Busse lang? Hohenprießnitzer Baustraße sorgt für Ärger

Baustelle Warum dürfen hier nur Busse lang? Hohenprießnitzer Baustraße sorgt für Ärger

Eine 350 Meter lange Baustraße ist in Hohenprießnitz derzeit der Aufreger schlechthin. Denn auf ihr dürfen nur Linienbusse fahren. Alle anderen werden auf einen kilometerlangen Umweg geschickt. Und wer trotzdem die Straße nutzt, riskiert eine Strafzahlung.

Peter Runzer ärgert sich, dass nur der Linienbus die tolle Baustraße benutzen darf.

Quelle: Ilka Fischer

Hohenprießnitz. Im Dorf ist es derzeit der Aufreger schlechthin. „Da haben wir eine so schöne Baustraße und nun dürfen sie nur Busse im Linienverkehr nutzen“, spricht Peter Runzer aus Hohenprießnitz bei Eilenburg aus, was viele Bewohner denken. Der Kanalbau in der Bad Dübener Straße in der Ortslage Hohenprießnitz (B 107) ist inzwischen in Richtung Bad Düben über den Abzweig Schulstraße hinaus vorgerückt. Eine innerörtliche Umfahrung gibt es damit, anders als noch bei dem ersten Teilstück, selbst für Insider nicht mehr. Und die Alternative, die 350 Meter lange, neu angelegte Baustraße, die die B 107 am Ortseingang aus Richtung Bad Düben mit der Noitzscher Straße verbindet, dürfen laut aufgestellter Verkehrszeichen eben nur Linienbusse nutzen. So muss Peter Runzer wie alle anderen auch bei jeder Fahrt nach Bad Düben den Umweg über Noitzsch machen. Bis Wellaune, wo die Umleitungsstrecke endet, stehen damit nun bei ihm immer zehn statt sechs Kilometer auf dem Tacho. „Wollen wir nach Glaucha zum Bäcker, sind es gar knapp 15 Kilometer Umweg“, stellt er fest. „Das ist zwar zumutbar“, weiß er nach Einzug entsprechender Erkundigungen, „aber sinnvoll nenne ich das nicht.“

Am liebsten gar keine Baustraße

Bärbel Deutrich, Geschäftsführerin des Zweckverbandes Abwassergruppe Dübener Heide in Bad Düben verteidigt die Handhabung dennoch: „Wir hätten am liebsten ganz auf die Baustraße verzichtet. Doch für den Bus gab es einfach aufgrund des Fehlens jeglicher Wendemöglichkeit im Ort keine andere Möglichkeit“, bedauert sie. Es sei dann das Vorgeschriebene für den Busverkehr gemacht worden und nicht mehr. Dem Ansinnen, die Baustraße noch ein bisschen mehr herzurichten, sodass sie auch die Zulassung für den ganzen Pkw-Verkehr einer Bundesstraße bekommen hätte, erteilt sie eine klare Absage. „Das hätte weit mehr Kosten für den Verband verursacht und das alles für eine relativ kurze Zeit.“

Mitte April sollen die Bauarbeiter mit der Dübener Straße fertig sein, die B 107 ist dann wieder offen, der Ärger mit der Baustraße dann hoffentlich Geschichte. Bärbel Deutrich betont zudem, dass alle Bereiche im Ort auch zu Fuß und mit dem Fahrrad gut erreichbar sind. Nur wer unbedingt mit dem Pkw im Ort von A vor der Baustelle nach B hinter der Baustelle muss, hat damit tatsächlich die 15 Kilometer Umleitung zu fahren.

Autofahrer riskieren Strafzahlung

Ob diese in einem solchen Fall auch genutzt wird, steht auf einem ganz anderen Blatt. Viele Hohenprießnitzer sehen nämlich ungeachtet irgendwelcher gesetzlicher Vorgaben die Baustraße als ausreichend an und nutzen diese eifrig mit ihren Autos. Bei einer Stippvisite vor Ort fuhren jedenfalls allein in einer Viertelstunde sechs Pkw über die Baustraße, was nach Auskunft der Polizei übrigens im Falle des Erwischtwerdens 25 Euro kostet.

Von Ilka Fischer

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