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Was wollen Sie wissen? Syrische Familie stellt sich Fragen der Eilenburger

Integrationsfest am 15. Juli Was wollen Sie wissen? Syrische Familie stellt sich Fragen der Eilenburger

Samer Alouch und seine Ehefrau Rana Albakour sind Syrer. Vor dem Krieg geflohen leben sie jetzt in Eilenburg. Oft ernten sie fragende Blicke auf der Straße. Welche Fragen haben LVZ-Leser an die beiden?

Samer Alouch und seine Ehefrau Rana Albakour leben mit ihren beiden Söhnen in Eilenburg.

Quelle: Heike Liesaus

Eilenburg. Ein junges Ehepaar. Die 35- und der 39-Jährige kommen von weit her. Aus Syrien. Jetzt wohnen Samer Alouch und seine Ehefrau Rana Albakour mit ihren beiden Söhnen in Eilenburg. Wer ihnen auf der Straße begegnet, mag Fragen haben, die er aber nicht so einfach stellt. Doch sie wollen sie gern beantworten. Gerade wird in Eilenburg das erste Integrationsfest geplant. „Es soll am 15. Juli den Eilenburgern und den neu dazugekommenen Gelegenheit geben, sich in unterhaltsamer Atmosphäre kennenzulernen und auszutauschen, bei einem kurzweiligen Kinderprogramm, Musik, vielfältigem kulinarischem Angebot“, erklärt Andreas Irmscher, der kommunale Integrationskoordinator. „Bei allen Herausforderungen, die die Integration von vielen in den letzten Jahren zu uns gekommenen Menschen mit sich bringt, ist es wichtig, solche Möglichkeiten zu schaffen.“

Flucht-Geschichte

Die Alouchs gehören zu denen, die Deutsch bereits so gut beherrschen, um in der fremden Sprache etwas diskutieren zu können. Er kam zuerst. Vor fast zwei Jahren bewältigte er die Flüchtlingsroute über die Türkei, das Mittelmeer, Griechenland, Mazedonien, Serbien, Ungarn, Österreich bis nach Deutschland. 34 Tage hat er dafür gebraucht. Der zehntätige Fußmarsch durch Mazedonien sei das Schlimmste gewesen: Es war sehr kalt und die Gruppe konnte nur nachts wandern, tagsüber durften sie nicht aufgegriffen werden. Strapazen, von denen er froh ist, dass er sie seinen Kindern und seiner Frau ersparen konnte. Der Glücksfall: Tatsächlich konnte sie mit den beiden Söhnen bereits nach vier Monaten nachziehen. Leicht war auch das nicht wirklich. Das Interview in der deutschen Botschaft konnte nur in New Dehli geführt werden. Sie haben ihre Ersparnisse investiert, um nach Deutschland zu kommen, aber seit dem Syrien vom Krieg beherrscht wird, gibt es das alte Leben dort für sie nicht mehr. Samer Alouch hatte zuletzt für das Bildungsministerium gearbeitet, war IT-Trainer, hatte eine leitende Funktion in der technischen Schule der Stadt Edlib. Sie ist Architektin, hatte in Aleppo Architektur studiert und zuletzt in einer Stadtplanungsfirma gearbeitet. 2015 wurde Edlib von islamistischen Gruppen eingenommen. Kinder können nicht mehr zur Schule zu gehen. Ganz zu schweigen von einer speziellen Förderung für den einen der Söhne, der unter Autismus leidet. Es fehlt an Strom, Wasser, Essen, vor allem aber an Sicherheit. Raketen und Bombeneinschläge sind Alltag. „Wir haben versucht, so lange wie möglich in Syrien zu bleiben. Und zuerst wollten auch mit Arbeitsverträgen in andere arabische Länder. Aber da war kein Visum zu bekommen. Wir sind Deutschland sehr dankbar.“

Neustart

Hier müssen sie nun von vorn anfangen. Mittlerweile lernt Rana Albakour im B1-Kurs an der Eilenburger SBH-Schule Deutsch. Er kann bereits Deutsch für den Beruf lernen, besucht dafür die Euro-Schule in Leipzig. „Wir brauchen das C1-Niveau, dafür ist Zeit nötig“, sagen die beiden. „Doch wir wollen nicht immer auf das Geld vom Job-Center angewiesen sein.“ Die Sprache ist Voraussetzung, um beruflich tätig werden und auch hier auf eigenen Beinen stehen zu können. Rana Albakour hat schon Praktika in einem Architektur-Büro und in einem Vermessungsbüro absolviert, ebenso bei der Lebenshilfe in Eilenburg „Das war für mich sehr wichtig, weil ich gute Erfahrungen gesammelt habe, die mir bei der Erziehung meines Kindes helfen. Während der Praktika fand ich viele deutsche Freunde, die mir Mut geben, dass ich meine Ziele zu erreichen kann“, erzählt sie. Doch wenn sie am Vermessungsgerät auf der Straße stand, bemerkte sie auch: Es gab überraschte und fragende Blicke. „Ich trage es wegen meiner Religion, auch wenn ich es nicht müsste. Ich denke aber nicht, dass der Kleidungsstil etwas mit fachlichem Können, mit Berufstätigkeit, Studium oder mit dem Lebensstil zu tun hat.“

Gibt es Fragen an die beiden? Wer will, kann sie an die E-Mail-Adresse eilenburg@lvz.de oder an das LVZ-Redaktionsbüro Eilenburg, Torgauer Straße 37, 04838 Eilenburg schreiben. Sie werden weitergeleitet. Beim Integrationsfest am 15. Juli wird die Familie ebenfalls dabei sein. Es wird auf dem Verkehrsübungsplatz, in der Dr.-Belian-Straße gefeiert.

Von Heike Liesaus

Eilenburg Belian straße 6 51.4548647 12.6406993
Eilenburg Belian straße 6
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