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Wasserprobleme in Eilenburger Gärten: Rückbau wird für Pächter teuer

Kleingartenwesen Wasserprobleme in Eilenburger Gärten: Rückbau wird für Pächter teuer

Die Stadt Eilenburg hat mit ihren Kleingartenanlagen ein großes Problem. In der Muldenaue und in der Dobritzmark kommt das Wasser regelmäßig, die Gärtner gehen. Mit einem Pachterlass greift die Stadt den Vereinen unter die Arme. Doch für den Rückbau der „Wassergärten“ ist kein Land in Sicht.

Die Kleingärten in der Dobritzmark in Eilenburg sind längt Wassergärten. Noch sind 16 von 80 Parzellen bewirtschaftet.(Symbolbild).

Quelle: Manfred Lüttich

Eilenburg. Manchmal sind nicht alle guten Dinge, sondern der Sorgenkinder drei. Beim Kleingartenverband der Gartenfreunde Eilenburg, der insgesamt 33 Kleingartenvereine betreut, stehen derzeit 400 von 2000 Kleingärten leer. Ein Großteil davon konzentriert sich aber mit den Anlagen Sewastopol, Groitzscher Aue und der Dobritzmark auf drei große Anlagen. Sie haben eines gemein: Sie bekommen immer wieder sehr nasse Füße. Während sich die Groitzscher Aue, bei der man den Leerstand vor allem mit Streuobstwiesen beizukommen versucht, in Privathand befindet, stehen Sewastopol überwiegend und die Dobritzmark komplett auf städtischem Grund und Boden.

Wie es mit den beiden städtischen Anlagen, bei der in der Altanlage Dobritzmark lediglich noch 16 von 80 und in Sewastopol 65 von 180 Gärten belegt sind, weitergeht, dazu gab es jetzt ein Gespräch im Eilenburger Rathaus. Danach zeigte sich Michael Götzke, Vorsitzender des Kleingartenverbandes, zufrieden. „Wir haben was erreicht.“ Konkret hat Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) zugesichert, dass der Kleingartenverein Dobritzmark, dessen Anlage seit dem Abstellen der ECW-Pumpen regelmäßig für mehrere Wochen unter (Druck-)Wasser steht, nun für alle freien Flächen die Pacht erlassen bekommt.

Kein Land in Sicht ist derzeit beim Rückbau der „Wassergärten“ in Dobritzmark

Kein Land in Sicht ist derzeit beim Rückbau der „Wassergärten“ in Dobritzmark.

Quelle: dpa

Damit kommt die Stadt, die insgesamt übrigens 34 000 Euro Kleingartenpacht pro Jahr einnimmt, dem Verein, der bereits seit 2007 nur die Hälfte bezahlt, noch weiter entgegen. Statt bisher 1300 Euro sind es damit nun 380 Euro pro Jahr. Nicht berührt von den Vereinbarungen ist übrigens die Neuanlage Dobritzmark mit 40 Gärten, die höher liegt. Für Sewastopol gab es die Zusicherung, die bereits um ein Drittel reduzierte Pacht zu überprüfen. „Wir brauchen aber die Zuarbeit, wie viele Gärten auf städtischem Boden leer stehen“, so die Stadt-Kämmerin Ulrike Glück.

Noch kein Land in Sicht ist dagegen beim Rückbau der „Wassergärten“. Für die in der Dobritzmark gab es noch mit dem ehemaligen Oberbürgermeister Hubertus Wacker Absprachen, die Anlage bis 2020 auslaufen zu lassen. Gekündigt, so wurde aber seitens des Verbandes und des Rathauses noch einmal betont, werde aber keinem. Für Sewastopol könnte ein teilweiser Rückbau in dem besonders von Hochwasser betroffenen Bereichen ein Weg sein. Doch so einfach ist das Ganze nicht.

5000 Euro für den Rückbau eines Gartens

Denn der Rückbau mit allen Fundamenten kostet viel Geld. „Wir haben das im Verband recherchiert. Bei einem Einzelgarten kommen da schnell 5000 bis 6000 Euro zusammen. Liegen mehrere nebeneinander, wird es mit 3000 bis 3500 Euro etwas billiger“, so Verbandschef Götzke. Aber dennoch ist dies für die meisten zu viel. Und auf Förderung kann derzeit nicht gezählt werden, weiß Kämmerin Glück: „Die Gebiete liegen weder in den Fördergebieten Stadtumbau noch in dem von Leader.

Und auch die Brachflächenrevitalisierung greift zumindest im Moment nicht.“ Um sich eventuell später auftuende Förderchancen nicht entgehen zu lassen, werde sich die Stadt aber bis Ende des Jahres Gedanken über die Flächen machen. „So lange es dort aber Gärten gibt, sind die Chancen auf Rückbau-Förderung auch wegen der ‚Flickschusterei’ eher gering“, schätzt die Kämmerin ein.

Ganz schnell geht es aber auch aus einem anderen Grund nicht. „Selbst wenn wir in ein Förderprogramm reinkommen sollten, wird es auf jeden Fall keine 100-prozentige Förderung sein. Und die Eigenmittel“, so führte OBM Ralf Scheler (parteilos) weiter aus, „können derzeit weder die Kleingartenvereine noch die Stadt aufbringen.“ Die Pächter seien zwar zum Rückbau verpflichtet. Er wisse aber auch, dass hier die Lebenswirklichkeit Grenzen setze. Doch die Praxis, zumindest eine dreistellige Kaution einzubehalten, sei richtig und könne helfen, das Problem zumindest mittel- oder langfristig in den Griff zu bekommen.

Von Ilka Fischer

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